Wespen sind eine Insekten-Gruppe, die jeder zu kennen glaubt: groß wie eine Biene, aber schwarz-gelb gefärbt und aggressiv und lästig. Pate für diese Vorurteile stehen jene wenigen wehrhaften sozialen Wespenarten, die im Frühling in Hohlräumen von Häusern und Schuppen große Nester bauen und im Spätsommer auf der Terrasse mit vereinten Kräften über den Pflaumenkuchen oder Wurstaufschnitt herfallen oder elendlich in Getränkeflaschen ertrinken. Solche Verallgemeinerungen sind schon für die sozialen Arten kaum haltbar; für die „Wespen“ insgesamt sind sie völlig untypisch bzw. falsch:
Körperbau: Sieht man von der auffälligen weil schwarz-gelben WArnfärbung vieler Arten ab, sind Wespen durchaus ähnlich gebaut wie Bienen Apidae. Etliche Wespen sind aber deutlich schlanker oder/und kleiner, oder sie weisen eine ganz andere, aber nicht minder faszinierende Färbung auf.
Gefährlichkeit: Lange Zeit galt die größte Wespe, die Hornisse, als Inbegriff eines böswilligen Insekts, das durch ihre Existenz allein für Mensch und Pferd ein Risko sei, und wurde rücksichtslos verfolgt. Zwar wurde sie mittlerweile von Naturschützer im öffentlichen Bewußtsein weitgehend rehabilitiert, aber immer noch werden jedes Jahr unnötig tausende Nester der kleineren Arten als potentielle Gefahrenquellen vernichtet. Die meisten Arten hingegen sind für den Menschen nicht einmal potentiell gefährlich, sondern im Gegenteil außerordentlich nützlich.
diesen Artikel habe ich aus dem Haus- Und Nutztierbrett, übernommen. Geschrieben wurde er von Ivo am 11.08.2003. Zitiert wurde es aus einem Link in den FAQ:
Bekämpfung
Den Standort eines Nestes finden Sie, indem Sie den Wespen folgen. Doch Achtung: ein in einem Busch frei hängendes Nest in Fussballgrösse gehört zur Mittleren Wespe, die Menschen nicht belästigt. Ein Nest mit sichtbaren Waben, ohne Hülle, macht die Feldwespe, welche sogar im Nestbereich kaum Aggressionen zeigt.
Diese Wespen sollten Sie nicht bekämpfen.
Einflugöffnungen an Häusern können oft weit vom Nest entfernt sein. Verschliessen Sie diese nicht. Die Wespen finden dadurch oft andere Ausgänge und können unter Umständen auch in Wohnräume eindringen. Der günstigste Zeitpunkt zur Bekämpfung ist früh morgens, besonders nach kalten Nächten, weil dann die Aktivität der Wespen noch schwach ist.
Zur Bekämpfung sollte geeignete Schutzkleidung getragen werden, die den ganzen Körper deckt. Dazu gehören Lederhandschuhe und ein Imkerhut. Da Wespen gut durch dünne Stoffe stechen können, empfehlen sich doppelte Lagen nicht eng am Körper anliegender Kleidungsstücke. Zudem braucht es
Gummiabschlüsse an Armen und Beinen, sonst verirren sich Wespen in Ärmel oder Hose!
Zur Bekämpfung von Wespennestern an Gebäuden verwenden Sie bevorzugt Präparate mit einem schnellen und starken Abtötungseffekt. Gut eignen sich Hochdruckspraydosen, die neben der speziellen Wirkstoffabstimmung den Vorteil der Verdunstungskälte des Treibgases besitzen. Die Kälte lähmt die Aktivität der Wespen. Bei Erdlöchern können Sie frühmorgens mit einer Gieskanne ein konventionelles, nach Gebrauchsanweisung verdünntes Insektizid ins Loch giessen.
Vergessen Sie auch hier nicht, die Hosenbeine zuzubinden!
Wespen stehen unter Naturschutz und dürfen nur vernichtet werden, wenn direkte Gefahr durch sie ausgeht.