Ich möchte meine wenig ertragreiche Brombeerhecke durch Obstspaliere ersetzen.
Der Standort ist sonnig, aber keine Hanglage. Vertragen sich Aprikosen neben
Äpfeln? Welches wären krankheitsresistente Sorten?
Danke für die Tipps
Ruedi
Ich möchte meine wenig ertragreiche Brombeerhecke durch Obstspaliere ersetzen.
Der Standort ist sonnig, aber keine Hanglage. Vertragen sich Aprikosen neben
Äpfeln? Welches wären krankheitsresistente Sorten?
Danke für die Tipps
Ruedi
Hallo Ruedi,
Also mit Aprikosen …, freistehend oft Frostgefahr, kaufe diese Früchte jeweils vom Markt.
resistente Aepfel:
sehr zu empfehlen sind alle sog. Re-Sorten von „Institut für Obstforschung Dresden-Pilnitz“
Sommersorte:
Retina
Herbstsorten:
Relinda,Remo
Wintersorten:
Reanda,Reglindis,Rene,Rewena
auch zu empfehlen sind: Florina und Elstar
In Baumschule „einjährige Pfröpflinge“ auf Unterlage M9 verlangen, ev. wenn Sandboden MM 111
Pflanzabstand 1.0- 1.20 Meter
in Lehm-und Tonboden keine Pflanzgrube ausheben nur Boden lockern, Baum an Pfahl befestigen, mit guter Erde und Kompostbeigabe Wurzelbereich aufschütten, im Sommer mulchen und feucht halten.
Für weitere Auskünfte kannst mich immer direkt anfragen.
Gruss
Fritz
a.d.Uw.
Servus Ruedi,
Ich möchte meine wenig ertragreiche Brombeerhecke durch
Obstspaliere ersetzen.
Hast Du festgestellt, warum nicht ertragreich? Einfach vergreist weil wenig geschnitten, oder liegts am Boden? Wenn es Schwierigkeiten mit dem Boden (pH, Verdichtung, …) geben sollte, wird kaum ein Obstspalier Freude machen.
Der Standort ist sonnig, aber keine Hanglage. Vertragen sich
Aprikosen neben
Äpfeln?
Grundsätzlich vertragen sich Aprikosen mit Äpfeln, es sei denn, man verwendet Insektizide - dann beißt sich die Wartezeit bei den Aprikosen mit den letzten Anwendungen gegen Apfelwickler. Die meisten Aprikosensorten sind selbstfruchtbar, man kann also auch eine einzelne Aprikose zwischen Äpfeln usw. haben.
Ich schließe mich meinem Vorredner an: Wenn keine Hanglage, so daß Fröste nicht abfließen können, dürften Aprikosen im Züricher Raum herb enttäuschen. Sogar in Mannheim, nicht weit vom deutschen Hitzepol bei Landau (Pfalz), kann man Aprikosen in Tallagen vergessen, weil der geringste Spätfrost auch noch nach der Blüte zum Abwerfen der Früchte führt.
Wenn irgendein Schutz (Mauer …) da ist, sehr wichtig bei Aprikosen eine gute Durchlüftung des Bodens (bei den meisten glazialen und diluvialen Böden kein Problem, wenn es sich nicht um staunasse Pseudogley- und Auenböden handelt).
Welches wären krankheitsresistente Sorten?
Im „Lucas“ (30. Auflage 1981) wird als relativ wenig frostempfindliche und insgesamt robuste Aprikose „Ungarische Beste“, eventuell auch „Klosterneuburger aus Mautern“ empfohlen. Bei Aprikosen spielen Krankheiten keine bedeutende Rolle, der gefürchtete Gummifluß ist eine Folge von kalten, staunassen Böden.
Mir kommen Äpfel und Birnen auch besser geeignet vor.
Außer den berühmten Pillnitzer Resistenzzüchtungen gibt es eine Reihe Klassiker aus der Zeit 1880 - 1950, wo Pflanzenschutz bei der Züchtung anfing: Den Schweizer Glockenapfel natürlich, den fast kein Insekt wirklich mag (aber die Leute auch nicht so gern). Dann natürlich den Bohnapfel, den man auch „mögen muß“, seine wichtigste Qualität ist die Lagerfähigkeit. Als insgesamt robuste alte Sorten gut zu empfehlen „Jakob Fischer“, „Brettacher“ und „Gewürzluike“ (für mittelschwach wüchsige Halbstämme dieser Sorten kann ich Dir Bezugsadressen nennen). Der „Jakob Fischer“ ist etwas besonderes insofern, als er aus einem Zufallssämling stammt und außer dem offenen Auge des Züchters bei einem Spaziergang keinerlei züchterische Bearbeitung erfahren hat. Im schwäbischen Bodenseeraum gab es bis in die 1960er Jahre keine Obstwiese ohne „Jakob Fischer“.
Bei Birnen „Petersbirne“ (im Sächsischen ca. 1750 erstmals belegt), eventuell „Boscs Flaschenbirne“. (Bezugsadressen auch über mich).
Schöne Grüße!
MM