Hilfe für eine absolute Garten-Anfängerin

Hallo Garten-Experte!

Könnt Ihr mir, absolute Laie/Anfängerin im Bereich Garten, bitte ein paar Fragen beantworten? Ich wäre Euch sehr dafür dankbar!!

Angenommen ich hätte eine (gefliesste) Terrasse. An deren Ende, gibt es eine „Wand“ mit folgenden ca Maßen: 8 mtr lang und 70 cm tief. Die Terrasse liegt also ca 70 cm über der Wiese). Danach kommt eine Wiese. (Zur besseren Vorstellung, sieht es wie eine große Stufe aus).

Weiter nehmen wir an, ich möchte diese „Stufe“ gar nicht haben. Dafür will ich eine Art „Rampe“ anlegen und darauf Pflanzen säen.

Welche Pflanzen oder Blumen sollen werden, ist (noch) nicht bekannt.

Und nun die Fragen:

  • Welche Art Boden muß ich dort anlegen, damit dort Blumen/Kräutern wachsen? (und möglichst wenige Schädlinge zu befürchten habe?)
  • Gibt es dafür Tricks & Tipps?
  • Wo kriege ich das her?
  • Da es sich um größeren Mengen handelt, wie bringe ich das in dem Garten?
  • Gibt es dafür Firmen, die sich darauf spezialisiert haben?

Ich hoffe ich habe mich verständlich genug ausgedrückt, denn ich kenne mich mit dem Wortschaft für Gartenpflege, überhaupt nicht aus. Dafür bitte ich um Verständnis! Ansonsten bitte stellt die notwendige Fragen, die ich umgehend beantworten werde (soweit ich das selber weiß!)

Jedenfalls danke ich Euch im Voraus sehr!

Schöne Grüße
Helena

Hola Helena,

es gibt hier im Brett mindestens fünf Leute, die Dir mit Begeisterung (und wahrscheinlich auch ganz unterschiedlichem „Stil“) dazu etwas sagen werden.

Eines ist aber schon ganz wichtig, von vornherein zu wissen, weil sich vieles andere danach richten wird:

Ungefähre Idee, was nachher davon werden soll:

  • Steingarten/Alpinarium?
  • Gemüse?
  • Rosengarten, Staudengarten?
  • Sommerblumengarten im Sinn einer Rabatte?

Umgekehrt gefragt:

Was ist schon da?

Die Situation hast Du schon ziemlich konkret beschrieben, es fehlt die Exposition: Bei Terasse wahrscheinlich Süden, Westen? und die vorhandene Umgebung: Rasen, Stauden, Gemüse? Bäume (Schattenwurf)?

Und wenn wir dabei sind: Welche Transportmittel hast Du selber: PKW, Van, Caravan, Anhängerkupplung ja/nein?

Wenn Du diese Details noch erzählst, bald mehr von (unter anderen)

MM

Hallo Helena!
Zu Martin`s Liste eine zusätzliche Frage:
Soll die Anlage pflegeleicht werden? Oder gärtnerst Du viel und gerne?
Viele Grüße
Annemarie

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Hola Martin! :o))))
Wenn das nicht eine tolle, schnelle Antwort ist!!! Viiiiiiiiielen herzlichen Dank!
Und jetzt gehe ich auf die einzelnen Fragen ein:

Hola Helena,

es gibt hier im Brett mindestens fünf Leute, die Dir mit
Begeisterung (und wahrscheinlich auch ganz unterschiedlichem
„Stil“) dazu etwas sagen werden.

Uuuuuuuuupss! Da hat man schon von vornerein die Qual der Wahl??!!! ;o))

Eines ist aber schon ganz wichtig, von vornherein zu wissen,
weil sich vieles andere danach richten wird:

Ungefähre Idee, was nachher davon werden soll:

  • Steingarten/Alpinarium?
  • Gemüse?
  • Rosengarten, Staudengarten?
  • Sommerblumengarten im Sinn einer Rabatte?

An diese Stelle sollen Blumen gepflanzt werden. Es soll so eine Art Sommerblumengarten im sinne einer Rabatte . Ich füge einen Link bei, mit Bildern von dem was ich meine (in ca., natürlich, weil so schön kriegt nur Ihr, Profis!)
http://www.steffenhauser.com/de/potsdam3.htm (zB. Nr. 392012 oder
387015)

Umgekehrt gefragt:

Was ist schon da?

Die Situation hast Du schon ziemlich konkret beschrieben, es
fehlt die Exposition: Bei Terasse wahrscheinlich Süden,
Westen?

Die Terrasse und die Wiese sind nach Süden gerichtet.

und die vorhandene Umgebung: Rasen, Stauden, Gemüse?
Bäume (Schattenwurf)?

Also an der Stelle wo diese Rabatte kommen soll, gibt es keine Schatten und die „untere Etage“ (Entschuldigung, ich weiß sonst nicht wie ich mich ausdrücken soll!..) ist jetzt eine Art Wiese mit Rasen. Aber es soll eben zugedeckt werden mit dem „Boden“ wonach ich Euch frage. Diese „Wiese“ ist etwas verwahrlost, denn es wurde jahrelang vernachlässigt.

Und wenn wir dabei sind: Welche Transportmittel hast Du
selber: PKW, Van, Caravan, Anhängerkupplung ja/nein?

Ich habe ein PKW ohne Kupplung.

Wenn Du diese Details noch erzählst, bald mehr von (unter
anderen)

Viiiiiiiiiielen herzlichen Dank für die Mühe.
Und nochmals Entschuldigung für die miese Beschreibung und Wortwahl…
Wenn noch weitere Fragen kommen sollten, bitte nochmals melden!
Ganz liebe, dankbare Grüße
Helena

MM

Hola Annemarie!
Auch Dir vielen herzlichen Dank für Deine Unterstützung!

Hallo Helena!
Zu Martin`s Liste eine zusätzliche Frage:

Gerne!

Soll die Anlage pflegeleicht werden? Oder gärtnerst Du viel
und gerne?

Da ich eine absolute Laie bin, würde ich sagen, für den Anfang lieber erst pflegeleicht, oder??

Viele Grüße
Annemarie

Dir auch ganz viele Grüße
Helena

Hallo Helena,

eine schöne Sonntagnachmittagsbeschäftigung… Auf diese Weise kann ich mich mal wieder vorm Bügeln drücken.

Vorweg: Je nach Anlage wird ein Volumen von fünf bis sieben Kubikmetern Material zu transportieren und einzubauen sein, das ergibt je nach Material (ich komme weiter unten dazu) schnell acht bis zehn Tonnen, also bereits zwei Ladungen mit einem kleinen LKW.

Wenn keine geeigneten eigenen Transportmittel zur Verfügung stehen, ist also die Alternative „Anlieferung und Einbau durch Landschaftsgärtner“ schon interessant, besonders auch deswegen, weil Du Deinen Rücken noch beruflich brauchst.

Und damit sind wir bei den Quellen:

  • Mutterboden und Aushub entweder aus Kleinanzeigen oder bei Bauunternehmen (Gelbe Seiten Telefonbuch).
  • Stein: Gelbe Seiten unter „Naturstein“ oder „Steinbrüche“
  • Betonformelemente und Komplettlieferungen mit Einbau unter „Garten- und Landschaftsbau“

Ich kann Dir für die folgenden Konzepte keine ca-Preise benennen, weil das entsprechende Projekt in meinem Kleingarten erst noch ansteht. Klar ist: Das Teuerste am Ganzen ist die Arbeitszeit, auch dieses würde für Anlieferung und Einbau durch einen Landschaftsgärtner sprechen, weil dieser die Wegezeiten bloß einmal hat.

So, und jetzt kommen die konkreten Vorschläge:

Eine auf Dauer einfach zu handhabende Möglichkeit ist: Wiese in einer Breite von etwa 1,40 Meter knapp etwa 15 Zentimeter tief auskoffern. Aufbau der Terassenanlage mit Formsteinen aus Beton oder Blähbeton - es gibt hier verschiedenste Formen, mit denen sich bepflanzbare Flächen herstellen lassen, die Möglichkeiten kannst Du in Neubaugebieten z.B. an Einfahrten zu Kellergaragen studieren. Alle haben einen Nachteil (ist aber Geschmackssache): Sie sind abgrundtief hässlich. Haben aber den Vorteil, daß man mit den bepflanzten „Zellen“ machen kann, was man will und wie man will, ohne daß Boden abgeschwemmt wird.

Ähnlich würde ein Aufbau in zwei Stufen funktionieren: Trockenmauer aus Kalksandstein oder Kalktuff in halber Höhe vor die vorhandene Mauer gesetzt, so daß die eine große Stufe, die jetzt besteht, durch eine kleinere aufgelöst wird. Also eine Rabatte auf dem Niveau der Wiese, dann die Trockenmauer ca 40 cm hoch, die eine zweite Rabatte vor der jetzt existierenden Mauer trägt. Damit die zwischen zwei Mauern eingeklemmte Rabatte nicht staunass wird, eine Rollierung ca. 15cm Kies einbringen und mit Mutterboden auffüllen. Hinweise und Anleitungen zum Bau von Trockenmauern geben die Naturschutzorganisationen, BUND und NaBu. Wo eine echte Trockenmauer (ohne Zement) steht, hast Du kaum mehr Schwierigkeiten mit Schnecken: irgendwann sind die Eidechsen da und bleiben auch…

Ohne irgendwelche stützenden Elemente, einfach bloß aufgeschüttet, ist es wichtig, daß Du keinen zu steilen Neigungswinkel hast: Ein steiler Winkel sieht seltsam aus und ist wenig stabil, besonders wenn man im Winter wenig Pflanzen drauf stehen hat. Also von der vorhandenen Mauer weg knapp 1,5 Meter weit in die Wiese reingehen.

Die einfachste Version: Vorhandene Wiese 1,40 Meter breit und 15 cm tief auskoffern. Fünf Kubikmeter nicht zu sandigen Mutterboden anliefern lassen und aufschütten. Für dauerhafte Durchwurzelung sorgen durch teilweise Bepflanzung mit ausdauernden Kissen bildenden Pflanzen, eventuell Büsche, die flach und breit wurzeln (Buchsbaum).

Und jetzt die Variationen zu dieser Version:

Wenn das ganze Volumen ohnehin neu aufgeschüttet wird, schlage ich vor, daß Du das nicht komplett mit Mutterboden machst, sondern mit Bruchsteinen (Kalk, Kalksandstein, Sandstein) unterbaust, eine dünne Rollierung mit Kies und obendrauf etwa 15 - 20 cm Mutterboden. Dieses ist der Unterbau zum klassischen Steingarten. Er macht die Anlage im Sommer gleichmäßig warm (der Steinunterbau speichert die Wärme) und vor allem gut drainiert, also wintertrocken. Bei der Anlage der Oberfläche zum Steingarten Vorsicht beim Einsetzen der Bruchsteine: Man neigt spontan dazu, sie senkrecht einzusetzen. Das schaut dann auf Dauer artifiziell aus; ein der Form des Bruchsteines folgender eher horizontaler Einbau ist wichtig.

Dieses Milieu ist sehr gut für praktisch alle mediterranen Pflanzen, so daß Du für David Robert auf diese Weise ein Stück vom Land seiner Großväter aufbauen kannst, welches auf Dauer schön und pflegeleicht ist. Auf dieser Art von Drainage kommen sogar (winterharte) Opuntien zurecht - die Feuchtigkeit im Winter macht ihnen viel mehr aus als die Kälte.

Leichter als Opuntien (ich hab das Wort vergessen, heißen sie nicht einfach „jumbos“?) sind für den Anfang auf dem beschriebenen „Felsgrund“ zu ziehen: Rosmarin, Lavendel, Salbei, Thymian, Iris Germanica, Feigen- und Mandelbäumchen. Vorsicht! die meisten in Deutschland angebotenen Feigenbäumchen sind ungeeignet für das Klima. Es gibt aber in geschützter Lage (nah am Haus) relativ gut winterharte Sorten, „Rheinländer Feige“. Diese würde ich in einer Art „Sattelform“ anordnen: Jeweils eine größere Pflanze an beide Ecken, in der Größe absteigend zu einem Bereich in der Mitte, der dann für einjährige Sommerblumen und kleine bunte frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen zur Verfügung steht.

Keine Angst vor den Preisen, die für bereits buschig verholzte Stöcke von Rosmarin, Salbei, Thymian genommen werden: Kleinere Stöcke „von der Stange“ kommen innerhalb von zwei-drei Jahren sehr gut vorwärts, wenn man ein paar Haupttriebe stehen lässt und nur den Rest zurückschneidet.

Ungefähre Volumina für das Material zu diesem Vorschlag:

4 cbm Bruchsteine; 1,2 cbm Kies oder Flusschotter; 2,5 cbm Mutterboden.

Wichtig ist bei jeder Ausführung, daß die jetzige Wiese mindestens 10 cm tief ausgekoffert wird. Es kann sich sonst ein Horizont aus unvollständig zersetztem Gras & Wurzeln bilden, der Nässe staut und auf dem die ganze Herrlichkeit bei Nässe im Extremfall wegrutschen kann.

Jetzt wünsche ich Dir viel Glück beim Verhandeln mit den Lieferanten!

Schöne Grüße

MM

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@Martin May und @Annemarie!
Hallo, Martin und Annemarie,

An dieser Stelle, viiiiiiiiielen herzlichen Dank!!!

Ich hätte mich über mehr Antworten gefreut aber es scheint nicht so zu sein…

Jedenfalls euch zwei vielen Dank und ein Sternchen geht an Euch!

Einen lieben Gruß aus Bayern
Helena