Hallo Helena,
eine schöne Sonntagnachmittagsbeschäftigung… Auf diese Weise kann ich mich mal wieder vorm Bügeln drücken.
Vorweg: Je nach Anlage wird ein Volumen von fünf bis sieben Kubikmetern Material zu transportieren und einzubauen sein, das ergibt je nach Material (ich komme weiter unten dazu) schnell acht bis zehn Tonnen, also bereits zwei Ladungen mit einem kleinen LKW.
Wenn keine geeigneten eigenen Transportmittel zur Verfügung stehen, ist also die Alternative „Anlieferung und Einbau durch Landschaftsgärtner“ schon interessant, besonders auch deswegen, weil Du Deinen Rücken noch beruflich brauchst.
Und damit sind wir bei den Quellen:
- Mutterboden und Aushub entweder aus Kleinanzeigen oder bei Bauunternehmen (Gelbe Seiten Telefonbuch).
- Stein: Gelbe Seiten unter „Naturstein“ oder „Steinbrüche“
- Betonformelemente und Komplettlieferungen mit Einbau unter „Garten- und Landschaftsbau“
Ich kann Dir für die folgenden Konzepte keine ca-Preise benennen, weil das entsprechende Projekt in meinem Kleingarten erst noch ansteht. Klar ist: Das Teuerste am Ganzen ist die Arbeitszeit, auch dieses würde für Anlieferung und Einbau durch einen Landschaftsgärtner sprechen, weil dieser die Wegezeiten bloß einmal hat.
So, und jetzt kommen die konkreten Vorschläge:
Eine auf Dauer einfach zu handhabende Möglichkeit ist: Wiese in einer Breite von etwa 1,40 Meter knapp etwa 15 Zentimeter tief auskoffern. Aufbau der Terassenanlage mit Formsteinen aus Beton oder Blähbeton - es gibt hier verschiedenste Formen, mit denen sich bepflanzbare Flächen herstellen lassen, die Möglichkeiten kannst Du in Neubaugebieten z.B. an Einfahrten zu Kellergaragen studieren. Alle haben einen Nachteil (ist aber Geschmackssache): Sie sind abgrundtief hässlich. Haben aber den Vorteil, daß man mit den bepflanzten „Zellen“ machen kann, was man will und wie man will, ohne daß Boden abgeschwemmt wird.
Ähnlich würde ein Aufbau in zwei Stufen funktionieren: Trockenmauer aus Kalksandstein oder Kalktuff in halber Höhe vor die vorhandene Mauer gesetzt, so daß die eine große Stufe, die jetzt besteht, durch eine kleinere aufgelöst wird. Also eine Rabatte auf dem Niveau der Wiese, dann die Trockenmauer ca 40 cm hoch, die eine zweite Rabatte vor der jetzt existierenden Mauer trägt. Damit die zwischen zwei Mauern eingeklemmte Rabatte nicht staunass wird, eine Rollierung ca. 15cm Kies einbringen und mit Mutterboden auffüllen. Hinweise und Anleitungen zum Bau von Trockenmauern geben die Naturschutzorganisationen, BUND und NaBu. Wo eine echte Trockenmauer (ohne Zement) steht, hast Du kaum mehr Schwierigkeiten mit Schnecken: irgendwann sind die Eidechsen da und bleiben auch…
Ohne irgendwelche stützenden Elemente, einfach bloß aufgeschüttet, ist es wichtig, daß Du keinen zu steilen Neigungswinkel hast: Ein steiler Winkel sieht seltsam aus und ist wenig stabil, besonders wenn man im Winter wenig Pflanzen drauf stehen hat. Also von der vorhandenen Mauer weg knapp 1,5 Meter weit in die Wiese reingehen.
Die einfachste Version: Vorhandene Wiese 1,40 Meter breit und 15 cm tief auskoffern. Fünf Kubikmeter nicht zu sandigen Mutterboden anliefern lassen und aufschütten. Für dauerhafte Durchwurzelung sorgen durch teilweise Bepflanzung mit ausdauernden Kissen bildenden Pflanzen, eventuell Büsche, die flach und breit wurzeln (Buchsbaum).
Und jetzt die Variationen zu dieser Version:
Wenn das ganze Volumen ohnehin neu aufgeschüttet wird, schlage ich vor, daß Du das nicht komplett mit Mutterboden machst, sondern mit Bruchsteinen (Kalk, Kalksandstein, Sandstein) unterbaust, eine dünne Rollierung mit Kies und obendrauf etwa 15 - 20 cm Mutterboden. Dieses ist der Unterbau zum klassischen Steingarten. Er macht die Anlage im Sommer gleichmäßig warm (der Steinunterbau speichert die Wärme) und vor allem gut drainiert, also wintertrocken. Bei der Anlage der Oberfläche zum Steingarten Vorsicht beim Einsetzen der Bruchsteine: Man neigt spontan dazu, sie senkrecht einzusetzen. Das schaut dann auf Dauer artifiziell aus; ein der Form des Bruchsteines folgender eher horizontaler Einbau ist wichtig.
Dieses Milieu ist sehr gut für praktisch alle mediterranen Pflanzen, so daß Du für David Robert auf diese Weise ein Stück vom Land seiner Großväter aufbauen kannst, welches auf Dauer schön und pflegeleicht ist. Auf dieser Art von Drainage kommen sogar (winterharte) Opuntien zurecht - die Feuchtigkeit im Winter macht ihnen viel mehr aus als die Kälte.
Leichter als Opuntien (ich hab das Wort vergessen, heißen sie nicht einfach „jumbos“?) sind für den Anfang auf dem beschriebenen „Felsgrund“ zu ziehen: Rosmarin, Lavendel, Salbei, Thymian, Iris Germanica, Feigen- und Mandelbäumchen. Vorsicht! die meisten in Deutschland angebotenen Feigenbäumchen sind ungeeignet für das Klima. Es gibt aber in geschützter Lage (nah am Haus) relativ gut winterharte Sorten, „Rheinländer Feige“. Diese würde ich in einer Art „Sattelform“ anordnen: Jeweils eine größere Pflanze an beide Ecken, in der Größe absteigend zu einem Bereich in der Mitte, der dann für einjährige Sommerblumen und kleine bunte frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen zur Verfügung steht.
Keine Angst vor den Preisen, die für bereits buschig verholzte Stöcke von Rosmarin, Salbei, Thymian genommen werden: Kleinere Stöcke „von der Stange“ kommen innerhalb von zwei-drei Jahren sehr gut vorwärts, wenn man ein paar Haupttriebe stehen lässt und nur den Rest zurückschneidet.
Ungefähre Volumina für das Material zu diesem Vorschlag:
4 cbm Bruchsteine; 1,2 cbm Kies oder Flusschotter; 2,5 cbm Mutterboden.
Wichtig ist bei jeder Ausführung, daß die jetzige Wiese mindestens 10 cm tief ausgekoffert wird. Es kann sich sonst ein Horizont aus unvollständig zersetztem Gras & Wurzeln bilden, der Nässe staut und auf dem die ganze Herrlichkeit bei Nässe im Extremfall wegrutschen kann.
Jetzt wünsche ich Dir viel Glück beim Verhandeln mit den Lieferanten!
Schöne Grüße
MM