Wie gross soll ein Komposter sein?

Hallo Forum,

wir wollen mit unserem Nachbarn der Biotonne ade sagen, und einen Komposter anschaffen. Leider habe ich nur sehr wenig Ahnung von der Materie, kannst du mir weiter helfen?

  • wir sind insgesamt 4 personen, wieviel liter soll der komposter mindestens haben
  • wir haben hauptsächlich haushaltskompost, wenig blätter und baumschnitt
  • das kompostieren sollte schnell und mit wenig arbeitsaufwand vonstatten gehen (faultiere:wink:

ich habe schon den unterschied zwischen offenen und geschlossenen systemen begriffen, eine empfehlung von einem experten / einer expertin wär super!

Vielen Dank und Gruss

EK

Hallo !

Laßt die Finger von einem „Komposter“. Das ist Geldschneiderei!!!

Wenn Ihr Euch mit dem Nachbarn einig seid, legt einen Komposthaufen an der Grenze an.

Gruß max

Hallo,

Laßt die Finger von einem „Komposter“. Das ist
Geldschneiderei!!!

Wenn Ihr Euch mit dem Nachbarn einig seid, legt einen
Komposthaufen an der Grenze an.

Du meinst wahrscheinlich diese Plastiktonne („Thermokomposter“). Das ist allerdings Unfug. Wenn man aber unter „Komposter“ auch diese billigen Bretterdinger (oder aus Recyclingkunststoff) versteht, dann halte ich das für durchaus sinnvoll bei kleinen Mengen, da sie den Kompost zusammenhalten und so eine bessere Erwärmung ermöglichen. Ein Komposthaufen hat die Tendenz immer breiter zu werden. Er braucht deshalb etwas mehr Beachtung als so ein Gatter.

Wir hatten früher 2 so Bretterkomposter. Den einen haben wir langsam gefüllt und dann einmal im Jahr in den anderen umgesetzt. Dann wieder den ersten gefüllt, während wir den zweiten langsam verbraucht haben.

Gruß Niels

Hallo !

Unter „Komposter“ versteht man aber diese Plastikkisten, die wirklich nichts taugen. Habe selbst eine gehabt.
Wenn man etwas verkauft und dafür dann laufend irgenwelche Chemikalien gebraucht werden, die man teuer kaufen muß, ist da oft ein Haken dran.
Das mit den Holzrahmen ist schon richtig.

Gruß max

Hallo Erwin,

ich habe vor Jahren einen Thermokomposter gekauft - das Ding ist klasse.
Er sieht so ähnlich aus: http://www.regenwurm.de/tonne04.jpg
ist allerdings schwarz und hat einen Deckel. Eine Bodenplatte mit Löchern hat er auch.

Er steht in einer schattigen Ecke und wird mit fast allem was kompostierbar ist, gefüllt. Trockene und feucht Abfälle müssen dabei abwechselnd reingetan werden.
Allerding gebe ich keine gekochten Abfällen und Fleisch rein. Eierschalen verrotten nur sehr langsam, also besser zerkrümelt zugeben. Ab und zu lockere ich den Inhalt mit einer Stange auf und bei Trockenheit bekommt er eine Kanne Wasser oder zwei. Regenwürmer fühlen sich sehr wohl darin und vermehren sich toll. Der fertige Kompost, der aber noch durchgesiebt werden muss (Reste kommen wieder obenauf) ist prima. Etwas mühselig ist es den Kompost von unten zu nehmen. Ich habe eine spitze Metallschaufel nit der ich den Kompost raushole fast bis an die gegenüberliegende Wand. Der Konposthaufen ist dann unterhölt und muss wieder runtergedrückt werden. Gammel hatte ich noch nie im Komposthaufen - auch nicht, wenn ich schon mal schimmeliges Gemüse draufgeworfen habe.
Einen normalen Komposter habe ich auch - aber da dauert das Kompostieren erheblich länger.
Im Moment bin ich dabei mich über EM zu informieren. Das ist eine Kompostmethode unter Luftabschluss- schneller und effektiver als die andere - angeblich soll man auch Essenreste und Fleisch damit kompostieren können. Leider haben die Leute, die diese Mikroorganismen verkaufen ein System wie Hara - teuer und nicht überall zu haben.

Viele Grüße
Utemaus

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hallo erwin,

wir wollen mit unserem Nachbarn der Biotonne ade sagen, und
einen Komposter anschaffen.

du wirst mit einem kompost sicher nicht ganz so einfach die komplette biotonne abschaffen können.
zwar fallen in der küche genügend bioabfälle für den kompost an (z.b. rohe kartoffelschalen, reste vom salatputzen, apfelschalen etc.), aber: auf den kompost gehören keine gekochten essensreste, knochen etc.! das würde sonst eine hervorragende rattenzuchtanlage abgeben. und ich denke nicht, dass du oder dein nachbar da sonderlich scharf drauf wärt…

grüße von
tinchen

Hallo,

Unter „Komposter“ versteht man aber diese Plastikkisten, die
wirklich nichts taugen. Habe selbst eine gehabt.

ich habe sogar noch so ein Ding. Seit zwei Jahren stopfe ich massenweise Gartenabfälle rein und er ist immer noch nicht voll. Da scheint alles im Nirwana zu verschwinden.

Gruss, Niels

Hallo Zusammen,
auch auf die Gefahr, dass jetzt ein Aufschrei durch die Gemeinde geht, aber die Furcht mit einem Kompost Ratten anzuziehen oder gar zu züchten ist glaube ich stark überzogen. Ich nutze schon seit gut 15 Jahren einen Komposter (Genauer gesagt ist das ein Wurm-Humus-„Komposter“) und da ist noch nie nicht eine Ratte aufgetaucht, obwohl ich sogut wie ALLES was sich kompostieren lässt da drauf gebe. Also in kleinen Mengen auch Speisereste aller Art (auch Gekochtes).
Andererseits würde ich natürlich auch keine Kilo Hackfleisch oder einen halben Braten auf den Kompost werfen, aber Reste von einem Gemüseeintopf mit ein paar Gramm Rindfleisch drin gehen bei mir schon auf den Kompost.

Der Rest geht in die "Rest"mülltonne (nochmal extra einpacken - besonders im Sommer und wenn die Leerungsintervalle länger sind). Hier bei uns ist das kein Problem, das mag aber in anderen Kommunen auch anders gehandhabt werden. Und was nicht verrotten kann gehört einfach nicht in den Kompost - Blumentöpfe, Knochen oder Eierschalen sind weder bei Bakterien, Einzellern, Pilzen oder Würmern begehrt.

Ich denke das bei typischem Biomüll (auch wenn da keine oder wenig Speisereste enthalten sind) eher ein Geruchsproblem entsteht, weil der sehr feucht und pappig ist. Wenn man dann nicht noch anderes organisches Material hat, kommt es wegen der einsetzenden Fäulnisprozesse leicht zu „dicker Luft“, da sind die geschlossenen Schnellkomposter aus Plastik schon nicht schlecht.

Der klassische Kompost ist im übrigen ein „Heissrotte“ Verfahren, das sehr schnell arbeitet. Das Material wird also vorallem thermisch zersetzt, wobei die Wärme duch den einsetzenden mikrobologischen Zersetzungsprozess entsteht. Dazu benötigt man aber relativ viel Material, das sehr locker geschichtet sein muss, damit alles gut durchlüftet ist. Der sogenannte Schnellkomposter (also die Plastikkisten) ist da ein Kompromiss, weil er mit weniger Material arbeitet, die Wärme nicht so schnell abgibt und sich daher leichter aufheizt. Der arbeitet auch im Winter noch ganz gut und mieft nicht so leicht.

Die meisten von uns nutzten tatsächlich Wurm-Humus-Bereiter. Also ein weitgehend offenes Gestell, wo alles unsortiert reinwandert - reinwerfen und vergessen - keine weitere Arbeit. Das Material zersetzt sich nur langsam, weil keine optimalen Bedingungen herrschen und eine Heissrotte tritt nur in geringem Umfang auf. Da benötigt man auch schonmal bis zu 1 Kubikmeter Volumen übers Jahr, manchmal auch mehr, und im Winter liegt die Zersetzung bei nahezu Null. Allerdings wird in einem Wurm-Humus-„Komposter“ fast alles vollständig zersetzt - langsam aber gründlich. Die berühmt berüchtigten Orangenschalen kommen da niewieder zum Vorschein. Das Gebilde hat verschiedene Bereiche, in denen unterschieliche Organismen ihre Arbeit verrichten. Oben werkeln die Mikroorganismen und ganz unten die Würmer, eine spezielle Art die vorallem im Kompost lebt, nicht die normalen „Regenwürmer“ aus dem Garten.

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Verfahren sind fliessend, jenachdem wieviel Arbeit man sich machen will (umschichten oder verschiedene Materialien mischen), wieviel Material anfällt, wie ich den Komposter aufstelle oder was es für ein Bautyp ist. Auch in einen Schnellkomposter z.B. gehen Würmer rein, wenn er unten offen ist.

Ich würde mal mit einem offenen Komposter aus Holz beginnen, denn die sind sehr billig. Wenn ihr damit klar kommt lässt er sich leicht erweitern. Wenn ihr damit unzufrieden seid aber nicht soviel Material zusammenbringt, könnt Ihr auch auf einen Schnellkomposter umsteigen. Der benötigt übrigens keine Chemie. Die Kompost-Zusätze die so im Handel angeboten werden sind zum Starten des Komposters ganz brauchbar, für den Dauereinsatz aber unnötig.

So mehr fällt mir jetzt nicht ein
bis denn
Ortwin