Hallo,
habe letztes Jahr fuenf Aristolochia elegans-Pflänzchen aus Samen gezogen und sie alle zusammen in einen Blumentopf gesetzt, Durchmesser 14 Zentimeter. Substrat: Normale Blumenerde. Zuerst sind sie sehr gut gewachsen und haben kleine Ranken gebildet. Dann habe ich den Standort gewechselt (etwas dunkler, nicht mehr direkt am Fenster) und Rankhifen angebracht. Daraufhin haben sich bis ca. Anfang November drei lange Ranken gebildet, die schoen geklettert sind.
Dann hoerte auf einmal das Wachstum auf, dachte das ist normal, ist schliesslich Winter. Aber dann wurden ploetzlich viele Blaetter braun und trockneten ab. Die Rankenstiele an sich sind (noch?) gruen, und an einigen Stellen bilden sich auch an den Blattachseln neue Triebe, aber eine Ranke ist komplett vertrocknet. Die Triebspitzen der anderen zwei Ranken sind noch intakt. Ich giesse sie jetzt im Winter so, dass der Wurzelballen immer etwas feucht ist. Giesswasser = Leitungswasser (ziemlich hart)
Meine Sorge: Geht sie mir vielleicht komplett ein, mache ich irgendwas falsch, oder ist das normal, dass sie im Winter einige Blaetter abschmeisst? Im Moment habe ich den Eindruck, dass sich der Zustand haelt, also es wird weder schlechter noch besser.
Vielleicht kann mir ja jemand hier einen Tip geben, damit es meinen Aristolochien wieder besser geht.
Gruesse,
Katja
Hallo Katja,
ich kenne die Pflanze unter „Pfeifenblume“. Na, schöne Blüten eben.
Hier mal ganz kurz:
- Standort halbschattig bis hell, keine volle Sonne
- um die 20° C, warm aber nicht trocken (nicht über Heizung)
- mäßig feucht halten, keine Staunässe
- regelmäßig düngen (am besten flüssig)
- im Winter reduzierte Wassergabe, fast trocken halten
- Blütezeit April - Oktober
- Rückschnitt im Dez. - Jan. bis ins alte Holz
- kühle Zugluft meiden
Ich denke, du hältst die Pflanze zu feucht. Außerdem wird sie wieder austreiben, so ein „Herbstlaub“ ist normal. Die eingetrockneten Triebe kannst du abschneiden. Ab 2 bis 3 Jahren ist die Pflanze wucherndes Unkraut!
Gruß
André
Hallo Andre´,
auch hier vielen Dank fuer Deine Muehe.
Einige Deiner angefuehrten Punkte waren mir bereits bekannt (Standort/Licht usw.) und die halte ich auch ein. Eigentlich giesse ich sie schon wenig, aber vielleicht ist das ja wirklich immernoch zu viel. Vielleicht sind diese Pflanzen auch ziemliche Naehrstoffverschlinger; hab sie bisher noch nie geduengt!! Werde sie wie empfohlen zurueckschneiden und bei der Gelegenheit umtopfen. Und dann hoffe ich, dass sie wieder neu treibt, denn kleine Triebe sind ja da!
Nochmals vielen Dank,
Gruesse,
Katja
Hallo Katja,
danke für deine Infos, auch im anderen Posting. Bitte gieße deine Aristolochia wirklich nur so viel, das die Pflanze gerade nicht austrocknet. Ab März dann reichlicher. Bitte nicht jetzt umtopfen, erst dann, wenn die Sonne rauskommt. Düngen brauchst du nur so viel, wie auch bei anderen Pflanzen. So dicke wills die Pflanze nicht. Beim Zurückschneiden sei nicht zimperlich, laß aber noch was an der Pflanze dran
. Dann jährlich schneiden, aber keinen Bonsai draus machen.
Noch was zum Tulpenbaum. Ich habe da eine künstliche Beleuchtung für meine Anzucht. Nicht groß, nicht ein Designerstück, aber sie erfüllt ihren Zweck. Wenn der Tulpenbaum wirklich blühen soll, dann geht es nicht ohne Zusatzlicht im Winter und Freiland im Sommer, Südseite. Oder du bist eben mit zwei oder drei kleinen Blüten zufrieden.
Ich weiß ja nicht, woher du deinen Samen beziehst. Aber eigentlich stammen die Samen aus Natur-Importen (oder Plantagen, je nachdem), seltener aus Anzucht hier in unseren Breiten. Die Keimfähigkeit ist eher bescheiden, zumal Otto Hobbygärtner in den seltensten Fällen an optimale Bedingungen für die Pflanzen rankommt. Und sind doch Erfolge zu verbuchen, so müssen die Kleinen erst der Kinderstube entwachsen. Hat man das dann auch noch gemeistert, so sind die Pflanzen meist schon zu groß geworden. Ja, wie man es auch macht, Ausgang bleibt ungewiss.
Gruß
André
Hallo nochmal,
bin leider nicht eher zum schreiben gekommen. 
Kurz zur Aristolochia:
Alles klar, ich pflanze sie jetzt noch nicht um. Ich lasse sie jetzt erstmal so wie sie ist und achte noch mehr auf die Giessmenge.
Zum Tulpenbaum:
Ich bin nicht ganz sicher ob ich das richtig verstanden habe. Du benutzt das kuenstliche Licht zur Anzucht, oder um die Bluehwilligkeit zu foerdern?
Also ich hab ganz allgemein recht gute Erfolge mit der Keimung von tropischen/exotischen Samen am Suedfenster. Ich verwende diese Plastik-Minigewaechshaeuser, da dann Anzuchterde rein, Samen setzen, vorsichtig angiessen und dann Deckel drauf. Natuerlich gibts noch Vorarbeiten bei bestimmten Samen und einige Abwandlungen, aber fuer die meisten Sachen funktioniert es ganz gut. Um die Bodentemperatur auf 25-28 Grad zu bekommen, verwende ich eine Bodenheizung fuer Terrarien (nicht extra dafuer gekauft). Die habe ich einfach in Schlingen auf ein altes Stueck Isomatte geklebt und darauf stelle ich dann das Minigewaechshaus. Es gibt vielleicht auch irgendwelche speziellen Systeme fuer Pflanzen, aber wer weiss was das kostet, und so geht es ganz prima.
Kurz noch zu den Samen:
Einen grossen Teil beziehe ich bei Ebay, manchmal werden die Samen recht guenstig angeboten. Wollte auch schonmal bei online-Samenlaeden was kaufen, mich aber noch nicht richtig rangetraut. Im Speziellen zu den Tulpenbaumsamen: Hatte welche vor einem Jahr bezogen; war vermutlich nicht besonders clever, denn draussen waren Minus-Grade. Jedenfalls ist bei der Charge kein einziger Samen gekeimt. Hab dann ca. ein halbes Jahr spaeter nochmal Samen ersteigert und siehe da, ich hatte Erfolg! Aber wenn ich mich recht erinnere, hat es so zwischen vier bis sechs Wochen gedauert, bis sie gekeimt waren.
Ja das sind so meine Erfahrungen, vielen Dank noch mal fuer Deine hilfreichen Informationen,
Gruesse,
Katja