Kartoffelkäfer

Hallo!

In meiner frühen Kindheit gehörte es, wenn ich mit meinem Vater im Garten werkelte, zu meinen Aufgaben, Kartoffelkäfer und deren Eier von den Kartoffelpflanzen abzusammeln. Ich fand die Käfer und ihre leuchtendroten Larven sehr hübsch.

http://www.frsw.de/naturbild1/Kartoffelkaefer0332.jpg

Den Garten gibt es seit langer Zeit nicht mehr. Und es ist lange her, seit ich daß letzte Mal bei der Kartoffelschädlingsbekämpfung im Einsatz war.

Daher meine Frage an Euch: Plagt der Käfer die Hobbygärtner noch in ähnlichem Maße wie Anfang der 70ger?

Danke & Grüße
Diana

Hallo Diana,

das kommt darauf an, was man ihm antut. Die sehr wenigen noch zugelassenen Insektizide mag er gar nicht, er ist leicht zu bekämpfen, weil die Larven nicht besonders versteckt sitzen und eine große ungepanzerte Oberfläche haben.

Der Infektionsdruck, der von landwirtschaftlichen Flächen aus auf Kartoffelkulturen im Garten ausgeht, ist insgesamt - aber schon früher, im Lauf der neunzehnhundertsechziger Jahre - wegen systematischer flächendeckender Bekämpfung zurückgegangen.

Ob dieser Rückgang auch etwas damit zu tun hat, dass die Fraßfeinde des Kartoffelkäfers einige Zeit gebraucht haben, um sich daran zu gewöhnen, dass man diesen schockfarbigen Fremdling (er ist in den vierziger Jahren eingewandert, nach damaliger - nicht belegter und wenig plausibler - Propaganda angeblich mit Unterstützung durch die Royal Air Force) gut vespeisen kann, kann ich nicht beurteilen; ausgeschlossen ist es nicht.

Größere Populationen von Kartoffelkäfern findet man noch dort, wo es viele „Mondscheinbauern“ im Nebenwerwerb gibt, die je nach Arbeit und/oder Schicht die Spritztermine und das dafür geeignete Wetter nicht immer so gut nutzen können.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

vielen Dank!

er ist in den vierziger Jahren eingewandert, nach damaliger - nicht belegter und wenig plausibler - Propaganda angeblich mit Unterstützung durch die Royal Air Force

ja, mein Vater (*1923) erzählte auch noch, „der Amerikaner“ hätte die Käfer tonnenweise über Deutschland abgeworfen, um die deutsche Kartoffelerte zu vernichten.

Ich habe gelesen, daß die Käfer ~1875 erstmalig in Deutschland gesichtet worden seien: http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb2000/hjb2000.30.htm

Viele Grüße
Diana

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Hallo nochmal,

vielen Dank für die Quelle! So wird ein Schuh daraus.

Schöne Grüße

MM

Hallo Diana!

Daher meine Frage an Euch: Plagt der Käfer die Hobbygärtner
noch in ähnlichem Maße wie Anfang der 70ger?

Im eigenen Garten habe ich (zum Glück) noch keine Kartoffelkäfer entdecken können, obwohl ich sie ebenfalls sehr hübsch finde :wink:

Ich erinnere mich aber nun, irgendwann im Spätsommer 2003 einen TV-Bericht über eine Kartoffelkäferplage in Deutschland (in Norddeutschland?) gesehen zu haben. Der ungewöhnlich warme Sommer hatte wohl eine Auswirkung auf die Vermehrung der Käfer. Die Einwohner eines Dorfes haben dolle Vorrichtungen und Fallen erfunden, um die Viecher zu fangen bzw. von ihren Grundstücken fernzuhalten.

Vielleicht findest Du ja diese Links lesenswert?

http://www.glaubeaktuell.net/portal/nachrichten/nach…
Über die Invasion im Dörfchen Luckau

http://oc2.chemie.uni-hamburg.de/cgi-bin/webbbs/ento…
Ein Thread auf einer Entomologie-Seite

http://www.benecke.com/kartoffel.html
Ein Bericht über den Kölner Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke

Mehr habe ich auf die Schnelle leider nicht gefunden…

Schönes Wochenende!
Frauke

Hallo,

Daher meine Frage an Euch: Plagt der Käfer die Hobbygärtner
noch in ähnlichem Maße wie Anfang der 70ger?

ja, es gibt ihn noch. Letztes Jahr war es ziemlich schlimm. Von unseren ca. 15 qm Kartoffelbeet haben wir im Laufe der Saison tausende von Käfern und Larven abgesammelt.

Gruss, Niels

Hallo Frauke,

vielen Dank für die Links! :smile:

Viele Grüße
Diana

Hallo Niels,

danke für den Erfahrungswert, genau das wollte ich wissen :smile:

Viele Grüße
Diana

Hallo Diana
Den Kartoffelkäfel gibt es leider noch auf unseren Feldern. Das haben auch schon die anderen geschrieben. In der Landwirtschaft wird er heute meist mit Chemie bekämpft. Ich habe aber letztes Jahr die Erfahrung gemacht, das das Mittel nicht richtig wirkte und musste öfter spritzen als gewollt, was von Hand eine zimliche Arbeit ist, da wir für den Schlepper keine Spur zwischen den Reihen gelassen hatten.
Man sollte beim Kartoffelbau die Äcker wechseln. Das ist für den Boden besser, da er sich erhohlen kann, wenn etwas anderes eingebaut wird. Die Larven hat man dann auch nicht gleich in der Nähe. Am besten ist ein Acker, wo schon eine Zeit lang keine Kartoffeln mehr eingebaut wurden. Dabei sollte man auch auf die Nachbaräcker achten.

Gruß
Daniel

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Hallo Daniel,

danke für den aufschlußreichen, interessanten Erfahrungsbericht :smile:

Viele Grüße
Diana