Süßkartoffeln (Pataten) an der Ostsee?

Hallo,
mir ist zu Ohren gekommen das man Süßkartoffeln auch in unseren Breiten anbauen kann, es muß nur die richtige Sorte sein?!
Hat schon einmal jemand was davon gehört? Oder kennt gar eine Bezugsadresse?
…noch Salzkartoffeln essend…
Inge

Hallo,
mir ist zu Ohren gekommen das man Süßkartoffeln auch in
unseren Breiten anbauen kann, es muß nur die richtige Sorte
sein?!
Hat schon einmal jemand was davon gehört? Oder kennt gar eine
Bezugsadresse?

Hallo Inge,

seit Mitte der 80er Jahre bereits wachsen in unserem Garten Tobinambur (stimmt die Schreibweise???), ursprünglich rein als Viehfutter angebaut eroberten sie irgendwann auch unsere Küche. Versuch es mal in einer Raiffeisen-Handlung, ich glaube dort haben wir die ersten gekauft.
Aber Vorsicht: bei manchen Menschen haben diese eine *sehr stark* blähende Wirkung, da verblasst jede Bohne vor Neid…

Ciao, Holger

Hallo Inge,

hier muss man unterscheiden:

(1) Die eigentliche Süßkartoffel oder Batate, Ipomoea batatas. Diese ist in Tropen/Subtropen zu Hause und gedeiht nördlich von Olivenklima nicht. Die Bataten, die Du z.B. beim Afrikaner kaufen kannst, und die auch ein wichtiger Bestandteil der karibischen Küche sind, werden in Deinem Garten verkümmern.

(2) Topinambur, Helianthus tuberosus. Dieser ist in den zurückliegenden Jahren wieder in Mode gekommen, man kriegt ihn mehr oder weniger überall, im Versand z.B. bei Chrestensen in Erfurt. Wenn Du Topi in den Garten holen willst, überleg es Dir gut: Die schöne gelb blühende Pflanze, einer schlanken Sonnenblume ähnlich, geht nur höchst ungern wieder, wenn sie einmal da ist. Iss vorher ein paar mal Topi, um zu wissen, ob Du ihn magst. Ein vollwertiger „Kartoffelersatz“ ist er im Gegensatz zur Batate nicht; beim Kochen wird er ziemlich fad, sein Aroma und seine Süße hat er als Rohkost: Etwas für ausgesprochene Reformköstler.

Topinambur ist ungefähr gleichzeitig mit, etwas vor der Kartoffel im 17./18. Jahrhundert in D als Kulturpflanze verbreitet worden, vor allem in Südwestdeutschland, wo ihm das Klima ziemlich entgegen kommt. Er wurde außer zu Futterzwecken als Reservenahrung in schlechten Weizen- und Kartoffeljahren genutzt, vor allem auch zum Schnapsbrennen (Topinamburschnaps = „Rossler“ in der Ortenau, im Breisgau, im Südschwarzwald verbreitet).

Das Bretthema in Richtung off verlassend: Auch die reguläre Kartoffel ist nicht nur für Salzkartoffeln geeignet, sie kann als Pellkartoffel viel intensiver schmecken. Besorg Dir eine richtig nach Kartoffel schmeckende (z.B. Agria, Grandifolia, Granola, Sieglinde, auch La Ratte usw.) und lass einfach die Schale beim Kochen dran. Nächster Schritt: Schau für den Garten mal nach halbwegs gesunden Stämmen von Bamberger Hörnchen, Vitelotte, Reichskanzler, Odenwälder Blaue etc. - da kriegst Du eine Kartoffelvielfalt, die weit über Bintjes Horizont hinausgeht.

Schöne Grüße

MM

Hallo Inge,

Mit

http://www.brandenburger-picknick.de/play/texte/kart…

wird alles erklärt.

Die Süsskartoffel wächst wie Unkraut, Blätter und Blüten wie Sonnenblumen. Die knorrigen Knollen sind im Teller wirklich einiges delikater als …
Leider kann man diese „Topinamburknollen“ nicht lange lagern.
Im Boden (bis 60 cm) bleiben sie das ganze Jahr
erntbar frisch.
Diverse Recepte im Archiv unter „Süsskartoffeln“

Gruss
Fritz
a.d.Uw.