Klee im 1-jährigen Rasen

Hi,

mein Rasen ist jetzt 1 Jahr alt (ca. 300 qm Berliner Tiergarten-Mischung); an einigen Stellen hat sich Klee eingenistet und scheint sich langsam auszubreiten.

Was ist die beste Lösung zur endgültigen, aber für den Rasen schonenden,
Entfernung des Klees ?

Vielen Dank !

Hallo Mikel,

ausschließlich auf Zweikeimblättrige wirken Präparate mit den Wirkstoffen MCPA und Dicamba (z.B. Rasen-Unkraut-Ex).

Mittelfristig: pH-Wert nicht zu hoch, also nicht mit CaCO3 aufkalken. Kalk im zeitigen Frühjahr (Forsythienblüte) als Calziumcyanamid (Kalkstickstoff) in Pulver formuliert, nicht geölt oder geperlt. Vorsichtsmaßregeln beim Ausbringen beachten. Und nicht wundern, wenn der Rasen nachher frei von jeder Störung der Ästhetik ist: Mit den dann zusammen mit keimendem Klee, Löwenzahn, Gänseblümchen gleich noch mit vernichteten Regenwürmern werden sich auch die Amseln fern halten. Kurz: Nichts stört mehr!

NB: Zu meiner nicht geringen Überraschung ist der Einsatz von Kalkstickstoff im Rahmen einiger Öko-Anbaurichtlinien erlaubt.

Schöne Grüße

MM

Ich glaube es einfach nicht…
Ich musste den Artikel zweimal lesen… Satire oder bitterer Ernst?
Doch es scheint wirklich, solche Menschen wie Herrn May zu geben - bedauernswert entfremdet von der Natur! Warum verlegen diese Ästheten keinen Kunstrasen?
Ein an der Menschheit zweifelnder
Leonhard

Hallo Leonhard,

Doch es scheint wirklich, solche Menschen wie Herrn May zu
geben - bedauernswert entfremdet von der Natur!

zu diesem Thema könnte ich Dir diesen oder jenen Schwank aus meinem Leben erzählen. U.a. ab dem sechzehnten Lebensjahr nach Lektüre des „Papalagi“ fast zwei Jahre lang konsequent barfuß gegangen, aus ebendieser Sorge, der Natur fremd zu werden. Wird in Biberach ziemlich kalt im Februar, aber geht sehr gut zu überleben…

Bevor das wieder richtig Mode wurde, war ich zeitweise einer der jüngsten Deutschen, der nicht nur Handmelken und Sensendengeln beherrschte, sondern auch wusste, wie man ein Ross gradeaus den Kartoffelacker hinunterkriegt.

Warum verlegen diese Ästheten keinen Kunstrasen?

Das wirst Du Dich in Ausübung Deines Berufes öfter mal fragen müssen, wenn Du einen Auftrag bekommst, den Du nach eigenem Geschmack gänzlich anders angehen würdest. In einer „naturnahen“ Disziplin wie der Deinigen oder der meinigen hat ein Inschenjör einige Kenntnisse, die er vielleicht selber gar nicht anwenden will. Dennoch halte ich es für nützlich, sie jemandem nicht vorzuenthalten, der danach fragt und auf diese Weise allemal besser beraten ist als hie und da bei den Bauhaus- oder Obi-Fachverkäufern, bei denen ich mich hie und da schon frage, woher sie sich ihren Sachkundenachweis haben schicken lassen.

Ein an der Menschheit zweifelnder Leonhard

Ob übrigens die Idee jeden Gartenbaues, nämlich künstliche Natur, so sehr Anlass zu Zweifeln an der Menschheit geben sollte, weiß ich nicht. Ich persönlich freue mich über einen (ebenfalls künstlich) zurechtgeschlampten Garten, habe dieses Frühjahr die ersten frei ausgesäten Nachkommen der zwei Wiesensalbeistöcke begrüßt, mit denen ich den Beginn der Umwandlung des in meinem Kleingarten vorgefundenen Rasens in eine Wiese leuchtend markiert habe. Warum soll dieses Stück Erde, mit Quendel, Habichtskraut, Küchenschellen, Wiesenstorchschnabel und selbstverständlich Weißklee aber jemand anders schön finden?

Halte aber ausgesprochene Kunstprodukte vom Hortulus des Walafrid Strabo über Italienische Renaissance, französisches (und klar auch Schwetzinger) Barock bis hin zu empfindsamen Pücklerschen, Basedower und anderen Fantasien für durchaus wichtig und bedeutend: Und ein Stück Rasen ist letztlich nichts anderes als diese Werke - abstrahierte, eben künstliche Natur.

In diesem Sinne

Martin May