HILFE!Bereits die 2. Kirschlorbeer-Hecke geht ein!

Von: , Frage gestellt am Fr, 21. Mai 2004

Hallo, liebe Gartenfreunde!

Sorry, ein längerer Beitrag!

Ich bin mittlerweile total am verzweifeln!
Wir haben vor 3 J. gebaut und unseren Garten, Rasen etc. komplett neu angelegt. Irgendwie scheint keiner bei uns ein leichtes Händchen zu haben. Egal, was wir einpflanzen - es will und will nicht anwachsen! Unser größtes Problem ist unsere Hecke. Die erste war nach nur 1,5 Jahren eingegangen. Es war eine Mischung aus Thuja und Kirschlorbeer. Wir haben diese in der Gärtnerei als Container-Pflanzen gekauft und diese direkt eingepflanzt. Im ersten Sommer schien alles gut zu gedeihen, es wurde genügend gegossen und einmal gedüngt, die Pflanzen haben gut ausgetrieben. Aber aus dem Winterschlaf erwachte unsere Hecke kaum noch - so, daß von ca. 30 Pflanzen nur 5 übrig blieben.
Jetzt im April haben wir die "alten" Büsche ausgebuddelt und junge, ca. 50 cm hohe Kirschlorbeer-Hecke eingepflanzt. Uns ist aufgefallen, daß die alten Büsche nur wenig Wurzeln gebildet haben, weil sie förmlich in der Container-Erde fest saßen. Wahrscheinlich sind sie nur so lange gewachsen, bis die Nährstoffe darin reichten. Also, haben wir die neuen Sträucher komplett von der Container-Erde befreit. Den Mutterboden haben wir sehr tief umgegraben und mit der Blumenerde und etwas Dünger aufgelockert. Nun haben wir die Pflanzen so zu sagen "wurzelnackt" gepflanzt. Seit April wurde unsere Hecke nun 4 mal gegossen, außerdem gab es genügend Niederschläge in der Zwischenzeit und jede Pflanze bildete auch rasch neue Triebe. Seit einer Woche beobachte ich nun, daß die Pflanzen vereinzelt vertrocknen. Eine muß demnächst raus :((( Einige weitere haben welke, gelbgefleckte Blätter.

Nun frage ich mich und Euch - was haben wir denn jetzt wieder falsch gemacht? War das Düngen unnötig / sogar schädlich? Zuviel gegossen? Wenn die Pflanzen gut austreiben, sind sie doch angewachsen, oder? Warum gehen sie dann nach nur 6 Wochen ein? Liegt es am schlechten Grundboden? Unsere Hecke verläuft direkt am Straßenrand. Mir ist aufgefallen, daß alle Fruchtbäume (insg. 4 Stück) in Heckennähe viel dünnere Stämme haben, als die anderen drei. Unsere Nachbarn haben bereits 1,5 m-hohe Hecken und wir plagen uns immer noch mit unseren "Stecklingen".

Ich wäre für jeden Tipp dankbar!
Schöne Grüße Tanja

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: HILFE!Bereits die 2. Kirschlorbeer-Hecke geht

    Hallo Tanja, Sorry, ein längerer Beitrag!
    ... deswegen kürze ich ihn auf das Grundproblem: Unser größtes Problem ist
    unsere Hecke. Die erste war nach nur 1,5 Jahren eingegangen.
    Es war eine Mischung aus Thuja und Kirschlorbeer.
    Monokulturen (nur 2 Sorten Pflanzen) sind immer anfällig Wir haben
    diese in der Gärtnerei als Container-Pflanzen gekauft und
    diese direkt eingepflanzt. Im ersten Sommer schien alles gut
    zu gedeihen, es wurde genügend gegossen und einmal gedüngt,
    die Pflanzen haben gut ausgetrieben. Aber aus dem Winterschlaf
    erwachte unsere Hecke kaum noch - so, daß von ca. 30 Pflanzen
    nur 5 übrig blieben.
    habe Ihr auch wirklich bis Juli gewartet? Kirschlorbeer erfriert gerne, treibt aber immer wieder aus - nur eben sehr spät Jetzt im April haben wir die "alten" Büsche ausgebuddelt und
    junge, ca. 50 cm hohe Kirschlorbeer-Hecke eingepflanzt. Uns
    ist aufgefallen, daß die alten Büsche nur wenig Wurzeln
    gebildet haben, weil sie förmlich in der Container-Erde fest
    saßen. Wahrscheinlich sind sie nur so lange gewachsen, bis die
    Nährstoffe darin reichten. Also, haben wir die neuen Sträucher
    komplett von der Container-Erde befreit.
    nicht gut! Ein guter Wurzelballen zeichnet sich übrigens dadurch aus, dass Du den Container abziehen kannst und dann immer noch ein viereckiges Teil in der Hand hast, bei dem Du nur wenig Erde siehst. Den Mutterboden haben
    wir sehr tief umgegraben und mit der Blumenerde und etwas
    Dünger aufgelockert.
    Blumenerde ist in aller Regel bereits gedüngt und für Blumen geeignet. Eine Hecke will etwas anderes. Nun haben wir die Pflanzen so zu sagen
    "wurzelnackt" gepflanzt.
    nackte Wurzeln brauchen einen ganzen Sommer, um die feinen Saugwurzeln ins Erdreich zu wurzeln. Dünger in Blumenerde + Extradünger verbrennt sie regelrecht. Das ist so, als ob Du Salat mit Essig pur isst. Seit April wurde unsere Hecke nun 4
    mal gegossen, außerdem gab es genügend Niederschläge in der
    Zwischenzeit und jede Pflanze bildete auch rasch neue Triebe.
    Seit einer Woche beobachte ich nun, daß die Pflanzen
    vereinzelt vertrocknen. Eine muß demnächst raus :((( Einige
    weitere haben welke, gelbgefleckte Blätter.
    Triebe treiben Pflanzen immer. Sogar, wenn sie in purem Wasser stecken. Aber danach ist die Kraft halt am Ende. Da ihr sie so radikal ihrer vermutlich ohnehin wenigen Saugwurzeln beraubt habt, dürft Ihr Euch leider nicht über das Ergebnis wundern. Trotzdem bringt Abwarten Rosen (sozusagen)
    Nun frage ich mich und Euch - was haben wir denn jetzt wieder
    falsch gemacht? War das Düngen unnötig / sogar schädlich?
    Zuviel gegossen? Wenn die Pflanzen gut austreiben, sind sie
    doch angewachsen, oder?
    Nein, siehe oben. Deshalb solltet Ihr mit dem Rausreißen auch unbedingt bis Mitte 2005 warten. Erst dann kann man sagen, was überlebt hat und was nicht. Wenn Du jetzt gleich wieder im Bodenbereich der Hecke gräbst, zerstörst Du auch noch die zarten Wurzelansätze der Nachbarpflanzen. Schneide den Störenfried lieber direkt über der Erde ab und WARTE. Mit Glück kommt im nächsten Frühjahr eine robuste Pflanze aus dem Stock. Kürzen/Stutzen hilft auch den Kandidaten mit den gelben Blättern. Warum gehen sie dann nach nur 6 Wochen
    ein? Liegt es am schlechten Grundboden? Unsere Hecke verläuft
    direkt am Straßenrand. Mir ist aufgefallen, daß alle
    Fruchtbäume (insg. 4 Stück) in Heckennähe viel dünnere Stämme
    haben, als die anderen drei.
    Mach Dir klar, dass jeder Baum unterirdisch tiefer und breiter wächst, als seine Krone überirdisch. Wenn da Nachbarwurzeln sind, "macht" er wengiger Zweige, weil er sie nicht ernähren kann. Unsere Nachbarn haben bereits 1,5
    m-hohe Hecken und wir plagen uns immer noch mit unseren
    "Stecklingen".
    Konkurrenz im Garten hilft Dir gar nicht. Dass Nachbarn exakt die gleichen Erde-Verhältnisse haben ist relativ selten, nach all der Umgraberei in der Bauphase. Fragt sich auch, was die an Mutterboden hinterher hatten/kauften.

    Haben Eure Nachbarn auch Thuja und Kirschlorbeer gepflanzt? Nur dann könnte man einen 1:1-Vergleich ziehen. Und - nebenbei - habt Ihr Eure Büsche im Gartencenter gekauft? Baumschulware ist teurer, dafür sind aber die Wurzeln auch besser vorgezogen.

    viele Grüße und Kopf hoch, das wird schon noch
    Geli

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: HILFE!Bereits die 2. Kirschlorbeer-Hecke geh

      Hallo Geli!

      Vielen lieben Dank für die umfassende Antwort. Ich hätte gar nicht mehr erwartet, daß zu meinem RIESENbeitrag sich überhaupt jemand meldet.
      Wie ich sehe, haben wir alles, was nur möglich war, falsch gemacht. Das allerschlimmste war wohl zu düngen und damit die Pflanzen regelrecht zu verbrennen.
      Nun werde ich Ihre Ratschläge befolgen und mit viel Geduld abwarten. Bei der ersten Hecke hatten wir allerdings auch die Hoffnung auf "Heilung" gehabt und lange genug abgewartet (vom letzten Frühling bis April dieses Jahr). Die Hecke hatte also den ganzen Sommer Zeit um sich zu erholen, tat es aber nicht :(.
      Was die Nachbarschaft angeht, die haben alle Thuja. Und wir haben bei der 2. Hecke keinen Misch-Masch mehr gewagt und eine reine Kirschlorbeer-Reihe gepflanzt. Den Vergleich mit der Nachbarschaft habe ich nicht wg. Neid o. Ä. angeführt. Es ist uns mittlerweile einfach nur peinlich! Unser Haus ist das allererste an der Straßeneinfahrt und bietet jedem Besucher eine grauenhafte Ansicht. - habt Ihr Eure Büsche im Gartencenter gekauft? Baumschulware
      ist teurer, dafür sind aber die Wurzeln auch besser
      vorgezogen.


      Ja, unsere Pflanzen stammen aus einer Baumschule, die bei uns in der Gegend einen sehr guten Ruf hat.
      Vielen Dank noch mal für Ihre Tipps!
      Liebe Grüße
      Tanja

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