Hallo,
meine Stockrosen haben Rost und sehen von Jahr zu Jahr schäbiger aus. sie blühen zwar noch, aber die Pflanzen sind nicht kräftig. Wie kann ich den Stockrosen helfen?
Viele Grüße
Antje
Hallo,
meine Stockrosen haben Rost und sehen von Jahr zu Jahr schäbiger aus. sie blühen zwar noch, aber die Pflanzen sind nicht kräftig. Wie kann ich den Stockrosen helfen?
Viele Grüße
Antje
Hallo Antje,
Wie kann ich den Stockrosen helfen?
für dieses Jahr nicht mehr. Für nächstes Jahr: Gute Humus- und Nächrstoffversorgung aufbauen, gib ihnen in diesem Herbst ordentlich Kompost an die Füße, Pferdemist wenn Du hast schadet ihnen auch nicht.
Spritzen ist möglich, wenn die allerersten Pusteln auftreten - nachher muss mans halt leiden. Zugelassene Mittel in diesem Zusammenhang meines Wissen Baycor (Wirkstoff: Bitertanol) und Saprol (Wirkstoff: Fenarimol). Beschränkt wirksam, wenn Du organische Chemie nicht so gern im Garten hast, auch Kupferkalk.
Schöne Grüße
MM
Hallo Martin,
vielen Dank erstmal. Dann werde ich sie mal verwöhnen. Pferdemist kann ich bekommen. Kupferkalk kenne ich nicht, bekomme ich den normal im Gartenfachhandel?
Chemiezeugs mag ich tatsächlich nicht so gerne, aber unsere Rosen wurden in diesem Jahr auch gespritzt, was ihnen ganz gut tat.
Viele Grüße
Antje
Hallo Antje,
Kupferkalk kenne ich nicht,
bekomme ich den normal im Gartenfachhandel?
Kupferkalk und Netzschwefel als die beiden Fungizide, die nach einigen „Bio“-Richtlinien erlaubt sind (Ecovin, glaube auch ANOG) sind u.a. in der Produktlinie von Neudorff erhältlich. Kupferkalk ist u.a. auch die einzige Chance, Tomaten im Freiland ohne Foliendach klarzukriegen, wenn man keine systemischen organischen Fungizide einsetzen will - in einem Jahr wie diesem wenigstens ein paar wenige… 
Gegen die gleiche Krautfäule (Phytophtora) an Kartoffeln sind zwei Anwendungen Kupferkalk völlig ausreichend.
Chemiezeugs mag ich tatsächlich nicht so gerne,
Spritzen mit Kupferkalk ist sone Sache. Einerseits ein anorganisches Mittel, also ohne alle schwer vorhersehbaren Metaboliten usw. Für Menschen harmlos (Wartezeit z.B. bei Tomaten zehn „Anstands“-Tage), andererseits für Regenwürmer tödlich. Populationen von Freund Tennessee Wiggler bauen sich rasch wieder auf, aber man sollte aus diesem Grund darauf achten, dass man nicht flächendeckend spritzt, sondern nur einzelne Pflanzen, die es brauchen können.
Unser Lieblingswinzer aus Hochheim, Heinrich Baison, hat bis 1994 mit Ecovin-Siegel gearbeitet, aber dann musste er doch anfangen, sich um die Kupferwerte in seinen Wingerten Sorgen zu machen. Seither macht er einen schönen altmodischen aber eben nicht „Eco“-Riesling und lässt den Kupferkalk auf der Seite.
Ich liebe die schwarzen Stockrosen (nicht nur wegen Erich Kästner) heiß und innig, obwohl sie noch mehr als ihre rosafarbenen Cousinen sehr empfindlich auf Rost sind. Richtig weggekriegt hab ich den Rost mit anorganischen „Bio“-Spritzmitteln nie, aber immerhin konnte ich sie damit und mit großzügiger Humus- und Stickstoffversorgung dazu kriegen, dass sie dem Rost ein wenig davonwachsen können. Obwohl es farblich etwas schräg rüberkommt, habe ich dazwischen zweijährige Bartnelken, weil die ziemlich spät, schon gegen Sommer, richtig ins Treiben gehen und auf diese Weise den Platz einnehmen können, den vorher die später vom Rost teilweise weggebröselten Grundrosetten der Stockrosen gebraucht haben. Diese sind mit „Bio“-Spritzung immerhin noch stark genug, ihre prächtigen Blütenszepter auszubilden und auch im nächsten Jahr wieder da zu sein.
All dieses soll nichts generell gegen die Anwendung der „zurückhaltenden“ anorganischen Fungizide sagen, sondern bloß, wie üblich, zur Grundregel zurückführen: Quidquid agis, prudenter agas et respice finem…
In diesem Sinne
MM