Hab mir endlich nach langem suchen eine Venusfliegenfalle besorgt und würde jetzt gerne mehr über diese außergewöhnliche Pflanze wissen…
Was für Insekten kann sie verdauen?
Was passiert in den Wintermonaten…?
Wie wird sie gepflegt, ist Regenwasser notwendig?
Vielen Dank im Voraus, mfg Daniel
Hi Daniel,
als erstes nur mit kalkarmem Wasser gießen! Leitungswasser (auch
abgestandenes oder abgekochtes) ist in weiten Regionen Deutschlands leider
nicht verwendbar. Destilliertes, demineralisiertes oder einfach nur
Regenwasser eignen sich dagegen sehr gut.
Als weiteres braucht die Pflanze viel, viel Sonne, wenn man lange grüne
Blätter mit kleinen Fallen dran hat ists eindeutig zu dunkel.
Auf keinen Fall darf man die Pflanzen in normale gedüngte Blumenerde
umsetzen. Das Substrat muß sauer und sehr nährstoffarm sein, am besten
eignet sich dafür ungedüngter Weißtorf. Man kann dem ganzen noch groben
Quarzsand oder Sphagnum Moos beimischen oder die „Carnivorenspezialerde“
aus den Baumärkten verwenden. Diese enthält im Wesentlichen auch Weißtorf.
Und vermutlich etwas Gold, sonst wäre sie nicht so teuer ;o) .
Die Pflanze mag im Sommer warm und sehr hell stehen, von daher ist sie im
Freien schon mal ganz gut aufgehoben. Aber auch ein sonniges Südfenster im
Haus klappt recht zufriedenstellend, allerdings werden dann die Fallen
nicht so schön rot. Im Winter kann man die Pflanze draußenlassen (richtig
gelesen!). Wenn sie ans Freilandwetter gewöhnt ist und man in einem Gebiet
mit nicht zu starken Frösten wohnt. Das Ganze ist allerdings bei so tiefen
Temperaturen etwas Glückssache und hängt vom Klon ab, wie alt die Pflanze
ist, ob sie durch Schnee oder Laub geschützt war, usw… Man kann die
Pflanzen allerdings auch im Haus überwintern, nur sollte es ihnen da auf
keinen Fall zu warm werden, 5-10°C sind recht gut geeignet. Es wird immer
wieder behauptet, Venusfliegenfallen ließen sich auch warm
durchkultivieren, was aber meiner Meinung nach eine ausgesprochen
schlechte Lösung ist. Die Pflanzen benötigen die Ruhezeit unbedingt, um im
Frühjahr wieder gut anwachsen und blühen zu können.
Die Pflanzen werden wesentlich gesünder und härter wenn man sie in der
ganz normalen Luftfeuchtigkeit so um 40-60% rum kultiviert. Direkt über
einer Heizung kann es schon mal zu trocken werden aber da stellt man sie
eigentlich eh nicht hin. Ansonsten reicht unsere Luftfeuchtigkeit in
Deutschland völlig aus.
Füttern ist unnötig, die versorgen sich schon selbst; auf keinen Fall
Blumendünger verwenden!
Viel Glück noch!
Lantanos