Hallo…
Ich kann auf Kräuterseiten irgendwie nicht finden, wann man die Stecklinge pflanzt. Noch im Herbst, oder erst im Frühjahr? oder geht beides??? Wohne im Ruhrgebiet, falls die Region ne große Rolle spielt. Außerdem hab ich ein Kräuterbeet übernommen, wo Majoran, Thymian und Rosmarin ohne Probleme wintergrün überleben. Hm…dann legt mal los
)
Grüße
Hallo Karen,
geht es um Stecklinge im eigentlichen Sinn des Begriffes oder um solche, die bereits bewurzelt sind und jetzt zum Umpflanzen anstehen? Und um welche Kräuter handelt es sich?
Alles, was mit dem hiesigen Klima ohne weiteres zurechtkommt, wird wie fast alle Stauden besser im Herbst gepflanzt, weil die gleichmäßigere Bodenfeuchtigkeit im Herbst und im folgenden Frühjahr besser zum Anwachsen ist.
Pflanzen, die sich mit dem Klima eher schwer tun (wie Nanaminze, einige mediterranen Spielarten von Thymian und Origanum) oder nur mit Glück überhaupt im Freien überwintern können (z.B. Stevia, Verveine) täte ich im Frühjahr setzen, damit sie bis zum folgenden Winter schon eher kräftig sind.
Schöne Grüße
MM
Hallo Karen,
geht es um Stecklinge im eigentlichen Sinn des Begriffes oder
um solche, die bereits bewurzelt sind und jetzt zum Umpflanzen
anstehen? Und um welche Kräuter handelt es sich?
Hi,
Ja, es geht um bereits bewurzelte. Sind ne Menge:Winterbohnenkraut, Salbei, Rosmarin, Majoran, Thymian, Liebstöckel, Schnittlauch, (Knoblauch), Estragon, (Petersilie), (Kerbel), (Dill), Boretsch, Oregano, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Ysop, Wermut…naja, und was ich noch so kriegen kann.
Die eingeklammerten sind so weit ich weiß, nicht im Herbst dran, ne? Bei den anderen wusste/weiß ich es eben nicht. Hm…es gibt ja auch die Wurzelteilung, aber ich trau mich da irgendwie nicht. Hab schon große Salbei, Rosmarin und Liebstöckel. Hm…naja…
danke, und Grüße
Karen
Hallo,
jetzt hammers ja konkret. Im Einzelnen dazu:
Winterbohnenkraut, Salbei, Rosmarin, Majoran, Thymian,
alle jetzt pflanzen
Liebstöckel,
nur starke Pflanzen auspflanzen, weil schwache Pflanzen und frische Hollandware sehr schneckenempfindlich sind. Im Zweifelsfall lieber am Küchenfenster über Winter stark werden lassen (relativ großer Topf) und im April raus.
Schnittlauch,
jetzt pflanzen
(Knoblauch)
jetzt stecken. Treibt entweder im Herbst oder wurzelt im Herbst ein und treibt im Frühjahr aus. Bei kahlfrostgefährdeten Lagen in rauhem Klima lieber Mitte/Ende Oktober stecken, damit im Herbst sehr wenig oder kein Austrieb erfolgt.
Estragon,
ausdauernder? Der mehrjährige „russische“ Estragon kann gut jetzt raus. Es gibt auch einjährigen, der von Jahr zu Jahr neu gesät wird. Diesen jetzt am Küchenfenster halten und aufbrauchen.
(Petersilie), (Kerbel), (Dill), Boretsch,
alle einjährig (Petersilie zweijährig, aber im zweiten Jahr kleinere Blätter). Petersilie ist nicht selbstverträglich und duldet sehr wenige Pflanzen in Nachbarschaft und als Nachfrucht. Überlegen, ob sie nur am Fenster stehen soll - wenn im Garten keine „Quarantäne“ möglich ist. Kerbel und Dill keimen wo und wie sie wollen, von Dill sind bloß Tetra-Hybriden einigermaßen verlässlich. Borretsch ist einjährig, obwohl die robuste Pflanze nicht so aussieht. Verbreitet sich, indem sich die feinen Samen an durchreisende Schnecken dran hängen. Kommt, wenn er mal da ist, von sich aus an den seltsamsten Stellen. Kerbel kann die ganze Saison lang nachgesät werden und ist dann immer jung zu haben, wenn er denn überhaupt kommt…
Oregano,
mediterrane Sorten lieber im Frühjahr auspflanzen, können frostempfindlich sein. Deutscher Origanum vulgare = Dost kann jetzt raus.
Zitronenmelisse, Pfefferminze, Ysop, Wermut
alle jetzt raus.
…naja, und was
ich noch so kriegen kann.
Damit die grüne Soße komplett wird: Sauerampfer jetzt pflanzen oder im Frühjahr säen, Pimpinelle dito, Kresse jährlich und immer wieder während der Saison nachsäen.
Beim Besorgen von Pfefferminze aufpassen: Es gibt verschiedenste Sorten und Varietäten. „Griechische Bergminze“ klingt schön, sieht schön aus, aber schmeckt bloß im Essen gut, als Aufguss seifig. Sehr schön als Aufguss sind Englische Teeminze und Marokkanische Nana (schmeckt wie Kaugummi, ist mit einem heftigen Ceylon als thé à la menthe, oder im Taboulé unübertroffen. Im rauhen Klima erst im Frühjahr pflanzen, die Kraft zum Überwintern ist in der Wurzel). Pfefferminze wuchert mit unterirdischen Ausläufern, ideal als Übungsobjekt für ganz unproblematische Wurzelteilung. Ist auf Dauer (ca. vier Jahre) nicht selbstverträglich, man sollte sie alle ein-zwei Jahre teilen, damit man immer einen neuen Standort mit kräftigen Pflanzen hat, wenn ein alter aufgegeben wird.
Hab schon große Salbei, Rosmarin und Liebstöckel.
Auch Salbei kann leicht aus dem Wurzelstock geteilt werden, er ist ein durchaus robuster Gesell. Liebstöckel mit seiner Pfahlwurzel lieber aus Samen nachziehen.
Grundsätzlich ist bei allen genannten außer Minze die Nachzucht aus Samen sinnvoll, weil Sämlinge, die nie den Luxus von Kultursubstraten erlebt haben und von Anfang an reguläre bis magere Gartenerde hatten, hinterher die besseren Pflanzen machen. Nicht, dass ich was gegen Holländer hätte: Aber den Schock, wenn sie aus Treibhausbedingungen ins Freie kommen, überleben die Pflanzen oft nicht oder nur mit Mühe.
Schöne Grüße
MM
Hi
Wow…Vielen Dank!!!
)…
GRüße