Hallo,
stellt euch vor, ihr habt die Wahl zwischen Kuh-, Pferde-, und Schafmist. Auf welchen entfällt eure Wahl und warum entfällt eure Wahl auf diesen, wenn es darum geht, euren Schrebergarten zu düngen?
Vielen Dank für eure Entscheidungshilfe!
Kroeger
Hallo Kroeger,
wenn die Wahl gegeben ist:
Auf normalem Gartenboden kein Schafsmist, weil der zu scharf ist. Wenn man keine Gelegenheit hat, ihn entweder auf einem „heißen“ (= gut durchlüfteten sandigen Boden) schnell umzusetzen oder über Sommer mit viel organischer Masse schichtweise zu kompostieren, kann Schafsmist vor allem junge Pflanzen regelrecht umhauen.
Perd bringt mehr als Kuh, aber ist noch nicht zu brutal. Immer rin damit! Heizt auch gut im Frühbeet.
Schöne Grüße
MM
Servus, Kroeger:smile:
Pferd, Pferd und nochmal Pferd…*lach*…da sieht man geradezu, wie gut das tut! Ich bin dankbare abnehmerin im Reitstall des nachbardorfes. Schafbemmerln von der vis-à-vis wiese mische ich ab und an in den kompost und bilde mir ein, er wird besser dadurch.
lieben gruss,
jenny
Nachfrage
Hallo,
Perd bringt mehr als Kuh, aber ist noch nicht zu brutal. Immer
rin damit! Heizt auch gut im Frühbeet.
versteh ich das richtig, das Kuhmist also vergleichsweise harmlos ist?
Es ist nämlich so, der von dem ich den Kuhmist bekommen kann meint, Kuhmist sei besser als Pferd…Von meinem Vater aber wiederum weiss ich, das wir den Garten schon seit eh und je mit Pferdemist düngen, und der wiederum äußert sich (unbegründet) kritisch gegenüber Kuhmist.
Ich frage, weil ich an den Kuhmist schneller und günstiger rannkomm als an den Pferdemist.
Ansonsten wird das Zeuch bei mir jetzt im Herbst einfach mit eingegraben.
Grüße
Kroeger
Hallo Kroeger,
zum Hintergrund nochmal die nicht bloß in diesem Zusammenhang recht brauchbaren Infos des zuständigen Ministers in Bayern:
http://www.stmlf-design2.bayern.de/lwg/faltblaetter/…
Man sieht, dass der N-Gehalt geringfügig höher ist. Dieser alleine erklärt allerdings nicht viel; zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich für die generelle Bevorzugung von Pferdemist keine plausiblen technischen Argumente geben kann, sondern bloß die Fama zitiere. pH-Wert und der bei Wiederkäuern und Monogastriern unterschiedlich verlaufende Aufschluss von Cellulose mag etwas ausmachen.
Die auf der genannten Quelle zitierten Werte können bloß grobe Anhaltswerte sein. So wird etwa Rindermist aus einem Boxenlaufstall, in dem nur die Liegeboxen eingestreut werden, viel geringere Werte ausweisen als derjenige aus einem Tiefstall für Kälbermast und Aufzucht. Das Gleiche darf für Pferdemist gelten: Wenn der aus einem der extrem seltenen Ställe kommt, wo eher öfter als notwendig ausgemistet wird, kann er schon auch recht strohig sein. Umgekehrt ist Schafsmist aus einem Stall, der bloß hie und da als Standquartier für eine sonst unterwegs befindliche Herde dient und vielleicht alle zwei Jahre mal ausgemistet wird, schon im Stall vorkompostiert und daher wenig riskant.
Wenn der potentielle „Lieferant“ Rindermist als vorteilhaft bezeichnet, dann kann das daran liegen, dass er für den hochgelobten Pferdemist etwa von einem Rosen- oder Hügelbeetfreak richtig teuer Geld bekommt und daher halt lieber den Rinderdung los wird. Kann aber genauso gut einen Grund haben, der halt für seinen Rinderdung und seinen Pferdedung zutrifft.
Kurzer Sinn: Es wird kaum etwas am Ausprobieren vorbeigehen - es sei denn, Du magst einmal wieder Bunsi & Erlenmeyer in die Hand nehmen - meines Wissens gibt es im Landhandel Sets für eine vereinfachte quantitative Analyse von Dung auf N,P,K, MgO, pH, Rohfaser (als groben Anhaltswert für C/N-Verhältnis). Fast bessere Aussagen dürften jedoch mit zweigeteilten Frühbeet & Beeten möglich sein: Da werden alle Faktoren berücksichtigt, die sonst in dem ziemlich komplexen System Boden auch mal unter den Tisch fallen können.
Schöne Grüße
MM
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erst im Frühjahr.
Hallo Martin,
danke für die Infos, in jedem Fall ein * dafür. So langsam kann ich mir ein Bild machen. Von den Werten her ist zwischen Kuhdung und Perfdedung kein sonderlicher Unterschied. Die Aussage meines Bauern, Kuhdung sei besser, führe ich darauf zurück, dass er meinte in dem Kuhmist sei weniger Stroh enthalten. Wie den Informationen des BSLF (Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten) zu entnehmen ist, bindet Stroh Stickstoff (der somit nicht mehr der Pflanze zur Verfügung steht…).
Was wichtig ist und ich dank des Links auch erfahren hab, ist, dass es offenbar gar nicht so gut ist, jetzt im Herbst zu düngen. Erst im Frühjahr soll man den Mist ausbringen…
Wieder was gelernt.
Grüße
Kroeger
Hallo nochmal,
das hängt ganz vom Standort ab. Auf schweren Böden kann Herbst besser sein. Austrag von N Richtung Grundwasser ist dann problematisch, wenn dieses nicht tief unten liegt. Bei relativ milden Wintertemperaturen wird, wenn Mist mit Gründünger untergebracht wird, N nicht stark ausgetragen, sondern gleich mit den Pflanzen umgesetzt. – Kommt auch drauf an, ob man gleich im Frühjahr verfügbaren N braucht (Spinat, Frühbeet) oder etwa Kulturen hat, die frischen Mist nicht mögen (Lauch, Zwiebeln …).
Schöne Grüße
MM