Hallo Sine,
nachdem Du die Tomaten-FAQ gelesen hast, vielleicht noch folgende Einzelheiten:
-Blumenkasten oder Pflanzkübel / welche Größe mindestens
Ein Kübel mit etwa 6 Liter pro Pflanze. Es gibt „Balkontomaten“, die mit viel weniger auskommen. Wie bei jeder Züchtung, hat Selektion auf eine besondere Eigenschaft das Nachlassen von irgendeiner anderen (Ertragskraft, Qualität der Früchte etc.) zur Folge.
-welche Sorte Pflanzen
Aus Samen aufziehen ermöglicht die Wahl aus einem viel größeren Spektrum und ist bei Tomaten gänzlich unproblematisch. Wenn Du genug Licht hast, so dass die Pflanzen nicht schlaksig werden, gehts in etwa zwei Wochen los damit.
Wenn die Terrasse regengeschützt ist, wirds wenig oder keine Schwierigkeiten mit Krautfäule (phytophtora) geben. Dann kannst Du Dich nach dem richten, was Du möchtest: Kleine aromatische Sorten („Cherries“, auch gelbe), Eiertomaten vom San-Marzano-Typ, Fleischtomaten vom De-Berao-Typ (die allerdings richtig feist NPK-Volldüngung brauchen, im Kübel umso mehr)…
-wo kaufen
Pflanzen: Bei lokalen Gartenbaubetrieben, von denen Du einen guten Eindruck hast. Wochenmarkt bietet gute Möglichkeiten, um zu beurteilen, ob einer ein Gärtner ist oder ein „pusher“ (wörtlich verstehen, nicht mit der üblichen Bedeutung…).
Saatgut: Vielleicht eher nicht bei Hochglanzbuden. Ich weise in diesem Zusammenhang immer wieder auf Dreschflegel-Saatgut und Blauetikett Bornträger hin. Bei den Dreschflegeln übrigens auch eine Reihe von selektierten Wildtomatenstämmen, die sehr kleine Früchte machen, aber gänzlich unproblematisch in der Kultur sind und bei sonnigem Standort ein eindrucksvolles Aroma entwickeln.
-wann einpflanzen
Tomaten sind frostempfindlich. Aber je nach Lage der Terrasse wird da möglicherweise mit den Eisheiligen nichts passieren, so dass Pflanzung ab ca. 20. April schon geht. Kommt auf die Terasse an: Wenn sie wenig geschützt und (boden)frostgefährdet ist, Auspflanzen etwa 15. Mai, wenn Pankraz-Servaz-Bonifaz und die Kalte Sophie durch sind. Wo wohnst Du? Bei Niels und mir in deutsch-Kalifornien darf man alles zwei-drei Wochen früher machen, bei Fritz i.Uw. oben lieber gemächlich angehen lassen.
-welche Erde
die gängigen Kultursubstrate haben, soweit als „Blumenerde“ deklariert, oft einen nicht mehr ganz harmlosen Gehalt an Schwermetallen - sie werden mit Abfallprodukten aus der Düngemittelindustrie aufgedüngt. Alles, was aus Hochmoortorf stammt (ist deklariert), mag gut geeignet sein, aber ist mit dramatischen und unheilbarem Flurschaden im Baltikum verbunden. Kommunalkompost ist eine recht verlässliche Sache (vergleichbar mit Fleisch von der Freibank: da ruhen so viele Augen und Kontrollen drauf, dass das Ergebnis in der Regel „sauber“ sein wird); diesen aber nicht pur verwenden, sondern aufgemischt mit einem - möglichst ein bissel lehmhaltigen - Mutterboden, falls Du solchen kriegen kannst. Es hat im Handel auch ganz ordentliche Substrate aus kompostierten Abfällen aus der Kopra-Gewinnung.
Wenns ein bissel mehr kosten darf: „Kräuter- und Anzuchterde“, diese aber leider auch aus ruinierten Hochmooren - nach Angaben des Herstellers wenigstens in D und nicht im Baltikum - stammend. Aber von der Kante Aufdüngung her einigermaßen clean.
-wie pflegen
Auch hier erstemal die in diesem Brett gut ausgebaute FAQ-Latte studieren. Wenn noch Fragen offen bleiben, gerne wieder hier. Von vornherein Gedanken über die Bewässerung bei Abwesenheit machen: In Kübeln saugen die Kerle gut was weg im Sommer.
Schöne Grüße
MM