Hallo,
den Link von Ulf finde ich nicht sooo gut. (Tschuldigung Ulf)
Was mich daran stört:
- die Empfehlung einer braunfäuleanfälligen Sorte (s.u.)
- Mulchen ist eigentlich bei Kartoffeln unnötig, die Mulchen sich praktisch selbst und Mulch kann uU Braunfäule begünstigen
- kompostieren von befallenem Kraut (die Sporen können den Prozess überdauern)
- Abschneiden des Krauts vor der Ernte: Normalerweise werden beim Einziehen Nährstoffe vom Kraut in die Knollen verlagert
welche fläche
sollte man denn hier veranschlagen?
Je nach Sorte kannst du pro Pflanze mit 1 bis 2 kg rechnen. bei einem Reichenabstand von 70 cm und in der Reihe 30 cm kommst du so auf ca 5 bis 6 Pflanzen oder 6 bis 12 kg pro qm. Man sollte die Reihen nicht zu eng machen, sonst kann man nicht mehr so gut dazwischen rumlaufen und hat auch weniger Erde zum Anhäufeln.
und steckt man die knollen wirklich einfach nur in die erde
kleines Loch ausheben (ca 10 cm tief), Knolle rein, Erde drauf.
Als erstes solltest du dich aber entscheiden, ob du fest-, vorwiegend fest- oder mehligkochende Sorte willst. In dieser Reihenfolge werden sie iA immer ertragreicher, aber auch immer später im Erntezeitpunkt und auch immer besser in der Lagerfähigkeit. Je länger sie aber auf dem Acker stehen, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie Kraut- und Braunfäule bekommen (s.u.).
Wir nehmen normalerweise Sieglinde als festkochende und Nicola als nicht ganz so festkochende Sorte. Sind beide ganz brauchbar lagerfähig (Wir essen derzeit gerade die letzten Nicola vom vergangenen Jahr).
Ausgelegt wird bei uns Anfang April. Wenn die Triebe so ca 15 cm hoch sind wird angehäufelt (kann im Laufe der Zeit noch mehrmals geschehen). Immer gut gießen.
wie sieht’s mit schädlingen und deren bekämpfung aus? evtl.
„mischbestückung“ mit zwiebeln oder sowas?
Hauptprobleme im Kleingarten sind die Kraut und Braunfäule sowie der Kartoffelkäfer.
Bei letzterem kannst du Spritzen oder besser Absammeln und vernichten. Nach einer Weile macht einem das auch gar nichts mehr aus.
Die Fäule ist insbesondere in feuchtwarmen Sommern ein Problem. Es gibt Spritzmittel, die aber nicht so richtig Wirkung zeigen. Am besten sollten die Tuffeln in einer luftigen Zone angebaut werden und die Reihen nicht zu eng stehen, damit nach einem Regen das Laub schnell wieder abtrocknen kann. Die kartoffeln nicht in die Nähe von Tomaten Pflanzen, da der Pilz auf die Tomaten übergreifen kann und dort binnen kurzer Zeit die ganzen Pflanzen zum Absterben bringt.
Die Kombination mit anderen Pflanzen bringt bei der Schädlingsabwehr nicht allzu viel. Zumal die Kartoffeln die Eigenschaft haben so ziemlich alle anderen Pflanzen zu unterdrücken (zB auch Quecken und viele andere Unkräuter).
EIn kann ich dir aber sagen: Der Aufwand lohnt sich. Wir haben mit dem Eigenanbau begonnen, nachdem wir zwei- oder dreimal im Laden fast völlig geschmacklose Tuffeln gekauft und gleich wieder weggeschmissen haben. Vor allem gibt es kaum ein Gemüse, bei dem du mit einem Schlag so eine große Menge erntest.
Viele Grüße, Niels