Hallo Martin,
alldieweil die Sache mit Ton/Lehm jetzt wohl in Richtung Ton geklärt ist:
Nicht aus eigener Erfahrung - ich geb meiner Ziegelei die Zeit, die sie braucht, um eine Art Gartenboden zu entwickeln - aber aus Erinnerung an Dinge, die ich vor fast hundert Jahren (ca. 1985) beim damaligen Göttinger Bodenkundepapst Brunk Meyer gehört habe.
Der war überzeugt davon (wie man das experimentell ordentlich nachweisen kann, ist mir nicht recht klar), dass insbesondere bei Böden mit den feinsten Korngrößen - Ton - die Verdichtung im Mikrobereich durch Bodenbearbeitung viel mehr und vor allem viel länger schadet als diejenige duch Befahren. Heißt: Auch wenns schlimm aussieht, erholt sich der Boden schneller von der Baustelle als von mechanischer Bearbeitung. Wie gesagt, ich habs nicht mit eigenen Augen gesehen oder ausprobiert, aber Fräsen wäre nach dieser Auffassung etwa das Ärgste, was man dem Boden antun kann.
Alternativ käme in Frage, was allerdings lange dauert, dass man vor dem Aufbringen von angenehmerem Boden (lehmiger Sand, sandiger Lehm) dessen Einarbeitung durch Regenwürmer begünstigt, in der Hoffnung, dass sie die Sache halbwegs drainiert kriegen - rein mechanisch hat man auf der Ebene der Frässohle so oder so wieder einen Horizont für Staunässe.
Die Kerle mögen Kalk und wenig verrottete organische Substanz. Kalk lässt sich bei nicht zu nassem Boden oberflächlich mit einer Ziehhacke oder mit einem Misthaken einarbeiten, ohne dass der Boden mechanisch zu stark angestrengt würde. Mit dem Einbringen von organischer Substanz ists so eine Sache: Es muss unbedingt genügend Stickstoff in Begleitung da sein. In Frage kommt ebenfalls nur oberflächlich eingearbeiteter Mist, Ackerbohnen (die mit ihren ziemlich starken Wurzeln regelrecht „graben“, und außerdem selber für einigen begleitenden Stickstoff sorgen, weil sie mit Bakterien zusammenleben, die den aus der Bodenluft binden). Weiteres zum Thema Gründüngung in Archiv und FAQ.
Diese Ansätze sind allerdings auf eine längere Sicht angelegt und nicht auf eine zügige Gestaltung. Es wäre nicht das einzige Mal, dass Brunk Meyer hinsichtlich Bodenverdichtung durch mechanische Bearbeitung eine Ansicht vertreten hätte, die nicht gar soo zentral bedeutend ist, aber mit der sich die Kollegen trefflich provozieren lassen…
Schöne Grüße
MM