Frage zu Boden

Guten morgen,
neue Frage: Ich hab in meinem Garten(leider nur sehr klein) ein Prob. und zwar ist der Boden sehr Lehmig.
Jetzt möcht ich aber das er lockerer wird. Der Teil des Gartens liegt im Vollschatten bekommt ggfs. morgens etwas Sonne
Wie bearbeite ich den Boden richtig?

Gruß Steffen

Auch Guten morgen,

neue Frage: Ich hab in meinem Garten(leider nur sehr klein)
ein Prob. und zwar ist der Boden sehr Lehmig.
Jetzt möcht ich aber das er lockerer wird. Der Teil des
Gartens liegt im Vollschatten bekommt ggfs. morgens etwas
Sonne
Wie bearbeite ich den Boden richtig?

kommt darauf an, was Du mit dem Garten anstellen willst. Verrate doch mal: willst Du Gemüse ziehen, wenn ja, welches?
Willst Du Stauden/Sommerblumen pflanzen?
Gras sähen?
Was befindet sich jetzt dort, was war im letzten Jahr?

Generell kriegt man nichts besseres für einen Garten, als Lehmboden. Unserer wurde 2Spatentief umgegraben und pro Scholle mit 1/2 Schaufel Sand versetzt. Ansonsten hilft Hacken, Hacken, Hacken, danach Mulchen. Sobald Du Regenwürmer beim Umgraben findest, hast Du sowieso gewonnen.

viele Grüße
Geli

Servus Steffen,

sprichst Du von Lehm oder von Ton?

Ton = kleinste Korngröße, schmiert beim Reiben zwischen den Fingern, ist mühelos bei geringster Feuchtigkeit formbar, „saugt“ eingeschlagene Pfosten, Tomatenstecken etc. regelrecht an. Schlechte Durchlüftung, neigt zu Staunässe, gibt das aufgenommene Wasser nur ungern an die Wurzeln her. Tonböden sind oft aus Buntsandstein verwittert = kalkarm, wegen der schlechten Durchlüftung sauer. Humusbildung findet im Extrem kaum mehr statt, weil Luft und Regenwürmer fehlen.

Lehm = für die meisten Kulturen ideale Korngröße, fühlt sich beim Reiben zwischen den Fingern weniger „seifig“ an. Ideal betreffend Wasserhaushalt, Nährstoffhalte und -abgabevermögen, Durchlüftung. Problem kann, vor allem bei Lehm von Keuperverwitterung, der „Minutenboden“ sein: Bearbeitung ist zwischen Schmiererei und kaum krümelnden Blöcken nur „ein paar Minuten lang“ zwischen Regen und Trockenheit möglich.

Lehm kann im Garten durch Gehen und zu intensive mechanische Bearbeitung (Umgraben, Hacken) verdichtet sein. Hier hilft ziemlich zügig eine ordentliche Durchwurzelung: Alles, wo grad nichts drauf steht, unter Phacelia nehmen. Zu Beobachten etwa auf den Zuckerrübenfeldern Südniedersachsens, wo Böden, die zu den top five Deutschlands gehören, durch die Vollernte-Panzer im Vorgewende ruiniert sind. Die lassen sich allein mit Phacelia, eventuell Roggen über Winter (falls es viel regnet) und ein wenig Aufkalken zum besseren Krümeln reparieren.

Ton ist ein Problem, das lange Jahre dauert. (Franzosen würden von einer „Benediktinerarbeit“ sprechen). Man kann mit Einbringen von Sand mechanisch zu helfen versuchen. Dagegen spricht, dass bei vorübergehend verbesserter Durchlüftung das bissel Humus, das da ist, schnell „verbrennt“ und die Sache nachher schlechter als vorher ist.

In meiner Ziegelei, die durch jahrelange ausschließliche Mineraldüngung und unter Rasen (noch ordentlich Moosvernichter und ähnliche Nettigkeiten draufgebolzt) gänzlich verarmt war, habe ich jetzt nach vier Jahren allererste kleine Erfolge mit:

  • Aufkalken und Mulchen zur Förderung von Regenwurmbesatz und Krümelstruktur
  • Ackerbohnen: die kommen überall durch und hinterlassen ein ordentliches Wurzelwerk einschließlich dem zur Humusbildung notwendigen Stickstoff
  • Jährlich ein Stück weiter verschobene Kleewege zwischen den Beeten: Weißklee in Rindenmulch eingesät, aufgekalkt, nach einem Jahr untergegraben
  • Hackfrüchte: Kartoffeln, Buschbohnen

und im übrigen Anpassung der Kulturen. Rote Beete, Rettiche, Steckrüben, Rucola kommen u.a. recht gut klar damit. Auch Zuckermais und überraschenderweise Paprika.

Schöne Grüße

MM

Grüß Dich Geli,
ich möcht zum einen Clematis pflanzen und dann Rasen drauf.
Geht das dennoch?

Gruß Steffen

Hallo Steffen,

ich möcht zum einen Clematis pflanzen und dann Rasen drauf.

den Rasen doch hoffentlich nicht „auf“ die Clematis.
Zum Rasen - solange Du ihn nicht düngst, und vor dem Einsähen oberflächlich Sand einarbeitest, kommt Gras mit schwerem Boden prima zurecht. Spart im Sommer sogar Gießarbeit. Du darfst ihn nur - Tipp meines landschaftsgärtnernden Cousins - nicht zu spät im Jahr zu kurz mähen. Sonst hast Du im Frühling mehr Moos, als Gras.

Clematis ist eine Waldpflanze, die im Grund nur eines will: schattige Füße.

viele grüße
Geli