Hallo,
ich bin schon wieder und diesmal habe ich ein richtiges Problem, da mein Apfelbaum plötzlich (nach dem Umtopfen) einfach so zwei Blätter verloren hat…wie kann das sein???
Geht er kaputt?
Bitte helft mir, ich möchte das er groß wird, er darf nicht kaputt gehen!?
hier noch zwei Fotos:
http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics…
http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics…
Liebe Apfelbaumzüchterin,
ich bin schon wieder und diesmal habe ich ein richtiges
Problem, da mein Apfelbaum plötzlich (nach dem Umtopfen)
einfach so zwei Blätter verloren hat…wie kann das sein???
Geht er kaputt?
Bitte helft mir, ich möchte das er groß wird, er darf nicht
kaputt gehen!?
Ich verfolge Deine Baumzucht-Schmerzen schon länger.
Warum hilfst Du nich selbst auch ein bisschen dazu, dass aus dem Winzling ein stolzer Schattenspender wird? Indem Du nämlich weder Dich noch das arme Baum-Baby unter Stress setzt.
So zarte Wurzeln, und Du topfst das Kerlchen um. Noch dazu in Erde, die sichtlich schwarz, das heißt nach Torf, und damit wenig Durchlüftung aussieht. Und klatschnass gegossen hast Du den Sämling auch noch. Da würde ich Dir auch ein bis alle Blätter vor die Füße schmeißen, wenn ich Apfel wäre.
Ernsthaft: Umtopfen ist für ein junges Bäumchen frühestens nach einem oder sogar zwei Standjahren im gleichen Topf nötig. Topf, nicht wie auf dem Foto, Anzucht-Pressling sollte natürlich schon sein.
Vernünftige Erde auch, das heißt ein Teil Boden aus einem Garten, ein Teil Sand, ein Teil Kompost, ein Teil Kübelpflanzenerde aus dem Gartenmarkt und eventuell noch ein Löffelchen Hornspäne.
Aber komm nicht auf die Idee, das sofort nach Ostern zu tun!
Dein Apfel braucht jetzt Ruhe und Zeit, sich einzugewöhnen, wo er ist. Pack Apfel, Erde und den Presslingtopf in einen Tontopf.
Stecke jeden Tag den Zeigefinger in die Erde.
Erst, wenn sich das staubtrocken anfühlt, darfst Du gießen. Dann allerdings gründlich.
Vor allem: wenn er noch mehr Blätter abwerfen sollte KEINE PANIK. Sogar, wenn er ganz kahl ist, kann er noch einmal austreiben.
Abwarten und wahlweise Kaffee oder Tee trinken.
Im Juni/Juli sprechen wir uns noch einmal. Hat er dann noch Blätter, kannst Du ihn gerne wieder unter Umzugsstress setzen, und ihn vor dem Winter in Apfelbaumgerechte Erde setzen.
Noch etwas: häng Dein Herz nicht zu sehr an den Baum. Auch wenn Du Dir noch so viel Mühe gist, nicht alle Apfelbäume wachsen in den Himmel. Es gibt Hagel, Läuse, ballspielende Kinder und neugierige Katzen auf dieser Welt.
viele Grüße
geli, die Dir trotzdem viel Erfolg wünscht
Vielen Dank für die Tipps.
Mit der Erde, dass wusste ich voeher nicht und Torf soll ja so nährstoffreich etc. sein und ich dachte, dass ich damit nichts falsch mache.
Der Baum stand jetzt schon ein halbes Jahr in dem Topf und da dachte ich, ich topfe ihn mal um, da März ja bekanntlich die beste Zeit zum Umzopfen ist und die Bäume sich angeblich am schnellsten wieder erholen habe ich es wohl leider doch zu früh gemacht.
Jedenfalls habe ich noch eine Frage.
Ich habe noch mehr Apfelbäume (7), 4 stehen zusammen in einem Tontopf und wachsen prächtig, soll ich sie auch erst nach 1-2 Jahren pikieren?
Und die restlichen 3 stehen im Gartenbeet und müssen raus…kann ich sie, obwohl sie gerade erst gekeimt sind trotzdem schon notgedrungen in einen Topf pflanzen?
mvg
Jana
Hallo Renette,
Vielen Dank für die Tipps.
da nicht für.
Mit der Erde, dass wusste ich voeher nicht und Torf soll ja so
nährstoffreich etc. sein
im Gegenteil. Torf ist so nährstoffarm, dass man sogar Dünger in Torferde einarbeiten muss, damit was wächst. Er hat nur zwei günstigee Eigenschaften:
er ist von Haus aus in der Farbe dunkel und imitiert damit fetten Humus. Zweitens kann Torf Wasser speichern ohne Ende, was der biederen Hausfrau das Blumengießen erleichtern soll. Dass Torf das Wasser lieber selbst behält, als es an die Pflanzen im Topf herauszurücken steht auf einem anderen Blatt.
In Pflanzerde ist Torf heute eigentlich ein Anachronismus. Er war früher billig für die Hersteller zu haben und brachte Volumen in den Sack zu verkaufende Erde.
und ich dachte, dass ich damit nichts
falsch mache.
Der Baum stand jetzt schon ein halbes Jahr in dem Topf und da
dachte ich, ich topfe ihn mal um, da März ja bekanntlich die
beste Zeit zum Umzopfen ist und die Bäume sich angeblich am
schnellsten wieder erholen habe ich es wohl leider doch zu
früh gemacht.
naja, wird schon werden. Bäume haben in diesem Alter in der freien Natur gute Chancen von der Ziege gefressen, von der Kuh platt getreten und vom Schnee niedergewalzt zu werden. Sie sind darum hart im Nehmen.
Jedenfalls habe ich noch eine Frage.
Ich habe noch mehr Apfelbäume (7), 4 stehen zusammen in einem
Tontopf und wachsen prächtig, soll ich sie auch erst nach 1-2
Jahren pikieren?
Nein. In diesem Fall würden sich die Wurzeln untrennbar ineinander verhaken. Nimm Erde vom Garten und fülle damit einen Tontopf, für jeden Sämling einen.
Übrigens ist die Zeit zum Umtopfen eines einzelnen Baums dann, wenn die Wurzeln den Topf völlig ausfüllen. Du merkst das, wenn erstens aus dem Loch im Topf Wurzeln herauswachsen und Du zweitens den Topf vom Wurzelballen abziehen kannst, ohne dass lose Erde davonfliegt.
Und die restlichen 3 stehen im Gartenbeet und müssen
raus…kann ich sie, obwohl sie gerade erst gekeimt sind
trotzdem schon notgedrungen in einen Topf pflanzen?
Können kannst Du schon. Eben mit den bekannten Risiken, dass die Wurzeln verletzt werden und die Bäumchen eine Weile kränkeln. Am besten nach dem Umtopfen ab damit in den Schatten, oder wenigstens an eine Stelle, wo sie nicht den ganzen Tag volle Sonne haben. Dann sollten sie es, wenn alle Gartengötter mitspielen, schon packen.
In 20 Jahren helfe ich Dir ernten.
viele Grüße
Geli
Ja, dass werde ich machen…
ernten halfen kannst du wohl nur bei einem, die anderen werden wahrscheinlich Bonsais.
Obwohl einig kommen noch (natürlich dann veredelt) auf eine große Apfelwiese, dann könnte ich schon Hilfe gebrauchen *grins*
mvg
Jana