Pflege / Düngung Kirschlorbeer

Hallo,

letztes Jahr haben wir eine 30 Meter lange Hecke aus Kirschlorbeer-Pflanzen (60 cm hoch) erstellt. Für uns ist es sehr wichtig, dass die Hecke möglichst schnell als Sichtschutz fungieren kann und somit schnell wächst…

Wie muss man die Pflanzen düngen, pflegen und wässern, um ein schnelles Wachstum zu ermöglichen. Natürlich sollen die Pflanzen keinen Schaden erleiden. Standort ist Norddeutschland (PLZ 26xxx).

Kann jemand helfen?

Danke,

Bernd

Hallo Bernd,

Prunus laurocerasus braucht frischen, humosen bis leicht alkalischen und
immer feuchten Boden. Auch im Winter solltest du darauf achten, dass der
Boden nicht austrocknet. Da der Kirschlorbeer bei exponierten Lagen
frostgefährdet ist, empfiehlt es sich, ihn mit Reisig abzudecken - aber
das bei einer Hecke? Dünge ihn im Frühjahr und Frühsommer mit organischem
Dünger oder wohl dosiert mit Mineraldünger. Er wächst - abhängig von der
Art und Sorte - relativ zügig, aber erwarte keine Wunder. Du weißt, dass
Kirschlorbeer in allen Teilen giftig ist?!

Gruß
Horst

Hallo Bernd, Hallo Horst,

Prunus laurocerasus braucht frischen, humosen bis leicht
alkalischen und
immer feuchten Boden. Auch im Winter solltest du darauf
achten, dass der
Boden nicht austrocknet. Da der Kirschlorbeer bei exponierten
Lagen
frostgefährdet ist, empfiehlt es sich, ihn mit Reisig
abzudecken - aber
das bei einer Hecke? Dünge ihn im Frühjahr und Frühsommer mit
organischem
Dünger oder wohl dosiert mit Mineraldünger. Er wächst -
abhängig von der
Art und Sorte - relativ zügig, aber erwarte keine Wunder. Du
weißt, dass
Kirschlorbeer in allen Teilen giftig ist?!

ich gebe hiermit wieder, was mir mein Cousin (Landschaftsgärtner) für junge Büsche aller Art ans Herz gelegt hat:
Im ersten Jahr gar nicht düngen.
Im zweiten Jahr besser auch noch nicht.
Danach NUR im Frühjahr.

Der Grund: Baumschulen düngen alle Gehölzen so viel, dass sie beim Kauf auf jeden Fall dick und gesund aussehen. Wenn man das im eigenen Garten weiter macht, geht das auf Kosten der Wurzelentwicklung. Wozu soll eine Pflanze sich mit ihren Wurzeln im Gartenboden abmühen, wenn sie von oben Dünger bekommt?
Ergebnis: die Gehölze werden standschwach, anfällig gegen Feuchtigkeit im Wurzelbereich (Umkippen), und noch wichtiger: im Winter klappt es nicht mit der Wasserversorgung.

Also lieber langsam und warten, bis die Hecke freiwillig in die Höhe geht. Unabhängig von jeglicher Düngung, Bernd, wirst Du bei einer freistehenden Hecke immer wieder Ausfälle durch Frostschäden erleben. Mein Kirschlorbeer, ein Einzelstück, das mir ein Vogel in den Garten gesch… hat, steht vor einer Südwand und wächst prächtig (1,80m innerhalb von 5 Jahren).

Als Hecke hätte er das bei uns in Oberfranken nicht geschafft. Auch so verliere in in kalten Wintern immer mal Astlängen von 0,5m. Gedüngt habe ich das gute Stück übrigens nie.

viele Grüße
geli

Hallo,
zu Lantanos: Kirschlorbeer ist sicherlich kein Grundnahrungsmittel, aber die Giftigkeit ist doch eher beschränkt. Du schreibst hier sehr gute Artikel, aber gerade bei dem Thema Giftigkeit sollte man mehr Gelassenheit bewahren. Wichtiger als komplette Listen mit schädlichen Pflanzen zu verbreiten und auf alle „giftigen“ Pflanzen hinzuweisen, ist es, den Umgang mit den Pflanzen zu lehren und vorzuleben (es geht ja bei dem Thema eigentlich wohl ausschließlich um Kinder). Ein Goldregen oder ein Digitalis gehört sicherlich nicht an einen Spielplatz, aber Kirschlorbeer spielt sicherlich in einer anderen Liga.

zu Geli: sehr guter Hinweis und im allgemeinen richtig. Viel schlimmer als Schäden durch zu wenig Düngung sind, gerade bei Kirschlorbeer, Schäden durch zu späte Düngung. Dies bewirkt eine nicht ausreichende Ausreifung der Triebe, die dadurch sehr frostempfindlich sind. Braune Blätter und abgestorbene Triebe im Frühjahr sind oft die Folge.

Gruß
Ludger

Hallo Ludger,

ich gehöre bestimmt nicht zu den Gifthysterikern - ich bin mit allerlei
Giftigem aufgewachsen und meine Tochter und deren Freunde auch. Mir
erschien es nur erwähnenswert, da Kirschlorbeer als Heckenpflanze
verwendet wird und - ohne die Lokalität zu kennen - Kinder die
blauschwarzen Beeren verspeisen könnten und davon genügen bereits 10 Stück
für den Exitus. Ganz so harmlos ist Kirschlorbeer nicht, aber wie gesagt,
dies ohne moralinsaurem Giftfinger gewunken.

Gruß
Horst