in Kompost und Gartenerde wohnen mindestens zwei verschiedene Ringelwürmer:
Im Kompost hauptsächlich der rötliche, dünnere Mist- oder Kompostwurm Eisenia foetida (als „Tennessee Wiggler“ käuflich zu erwerben); in guter Gartenerde der Gemeine Regenwurm Allolobophora calligonosa.
Der Schwerarbeiter in Sachen Umgraben ist der Gemeine Regenwurm. Sein Vetter Tennesee Wiggler sorgt mehr für einen gut zersetzten Kompost auch bei Beschickung mit grobem Material.
Als Kompoststarter kann man eventuell Eisenia foetida zukaufen, wenn der Garten vorher eher steril im Rasen- und Rosenstil gehalten und entsprechend verarmt war.
Allolobophora calligonosa kommt überall vor und siedelt sich in ausreichender Zahl von selber an, wenn es ihr gut gefällt. Gut Gefallen heißt:
Genug Kalk, wichtig!
Keine Behandlung von Rasenflächen mit Kalkstickstoff: Die Cyanide aus Kalkstickstoff x Wasser bringen Regenwürmer massenhaft um
Auch sonst bei der chemischen „Rasenpflege“ auf Wurmverträglichkeit der Mittel achten (Gefährdung von Regenwürmern ist bei den einzelnen Mitteln ausgewiesen; wenn nicht erwähnt, ist das Mittel clean)
Immer was zu Beißen: Keine „sauber“ abgerechten Beete, Flächenkompostierung - falls kein zu starker Schneckenbefall, die mögen so ein Buffet leider auch; Regenwürmer freuen sich über alles weiche, was ein bissel gammelt: Hier einmal wieder Phacelia und Ackerbohnen als beinahiges Allheilmittel - Düngereihen zwischen den Gemüsereihen mit Spinat anlegen - Weißklee auf den Wegen
Winterschutz nicht mit Fichtendeckreis, sondern mit Laub, z.B. Ahorn, Platanen, Kastanien
Spritzungen mit Kupferkalk bloß punktuell - also Tomaten nicht in ganzen Reihen oder Beeten, sondern als einzelne Stöcke übern Garten verteilt
Nicht zu tief im Herbst umgraben, um die Regenwürmer nicht im Winterquartier zu stören; wenn nötig, lieber in einzelnen Reihen oder schmalen Beeten alle paar Jahre rigolen (eine Fruchtfolge mit jährlich verschobenen Schwarzwurzeln reicht schon aus).
Das will Weile haben. Einen fast tot übernommenen Boden hab ich mit den beschriebenen Maßnahmen innert vier Jahren immerhin wieder soweit gebracht, dass bei jedem Stich mit der Grabgabel ein oder zwei Regenwürmer oberflächlich sichtbar das Weite suchen.