Gartenfrage 1: Bodenverbesserung

Hallo!

Ausgangslage: Külsheim in Baden=Muschelkalkboden, ziemlich tonig
-> Garten mit rd. 100 qm mit Ligusterhecke und Apfelbäumen drumrum
-> kein Einsatz von Spritzmitteln oder Mineraldünger
-> beim Umgraben v.a. im unteren Bereich (10-20cm tief) „splitterig“
-> im Sommer fingerdicke tiefe Risse in denen das Wasser einfach versackt
-> dafür recht dunkel (gute Nährstoffversorgung?)
-> unter den Bäumen einiges „krumeliger“ (Humuseintrag durch Laub?)
-> sehr viele Regenwürmer (auch kaum Laub unter den Bäumen zu sehen)

Was kann man tun, um den Boden zu verbessern?

  • Sand einbringen? wenn ja welchen (gewaschen oder nicht, Fluss oder
      Grube, gesiebt oder kornabgestuft…), reicht der Billigste?

  • mehr Humus einbringen? was ist von so Kompostierungsanlagen-Humus zu halten?
      (Schadstoffgehalte?)

  • andere Stoffe? (Sägemehl, Styrophor - was ich gar nicht gern hätte)

  • welche Mengen sind für einen Effekt erforderlich?

wer hat da Tips/Erfahrungen?

danke
cu
kai

Hallo Kai

So viele Fragen auf einmal. Na gut, der Reihe nach. In der Annahme, das du ein paar Gemüsebete anlegen willst, meine Vorschläge:

Um den Boden zu verbessern solltest du grundsätzlich erst einmal die vorgesehene Fläche umgraben. Mit welchem Gerät es einfacher geht, Spaten oder Gabel, entscheidet die Schwere deines Bodens. Ob ein Boden Leicht oder Schwer ist, findest du am Besten heraus, wenn du mal mit beiden Geräten umgräbst. Hahaha.

Obst, Gemüse, aber auch viele Blumen benötigen viel Humus. Der kommt nicht von allein oder vom jährlichen Laubfall. Das Beste ist, wenn man als erste Kultur einen Gründünger ganzflächig anbaut. Dieser Gründünger wird auch oft Zwischenfrucht genannt. Geeignet ist sehr viel, am effektivsten sind m.E. Gelbsenf. Er wächst sehr schnell und bringt schon nach 2 Monaten sehr viel Biomasse und genau darum geht.

Im Herbstanbau kannst du die Pflanzen stehen und erfrieren lassen. Nach Frühjahrsanbau reise die Pflanzen bei Beginn der Blüte aus.
In beiden Methoden lege ich dann die Pflanzenreste auf einen Haufen und fahre mit dem Rasenmäher darüber. Das Gehäckselte wird auf der Fläche gleichmäsig verteilt und in die oberste Erdschicht eingearbeitet. Ich benutze dazu meist eine kleine Elektrohacke. Das geht schnell, die Lockerung des Bodens ist sehr intensiv und gelingt bis in ca. 15 cm Tiefe. Tiefer geht es mit dem Spaten kaum.

Selbstverständlich dienen die Regenwürmer auch der Bodenverbesserung. Sie können aus den abgestorbenen Pflanzenresten mittels ihrer Darmbakterien einen hochwertigen Humus erzeugen und sollten darum immer gefüttert werden. Am Besten nun wieder mit Gründünger.

Wichtig ist folgendes:
Nur ein bepflanzter und bebauter Boden ist ein lebender Boden. Auch während der Winterzeit. Oder hast du schon mal in der Natur beobachten können, das der Boden in dieser Zeit kahl und blank ist? Ich sähe im Herbst immer eine Winterkultur, zum Beispiel Feldsalat und Ähnliches oder pflanze im Sommer Porree und winterharten Kohl. Dann hast du auch während dieser Jahreszeit frisches Gemüse aus dem Garten.

Übrigens fragen mich meine Nachbarn immer, wieso ich jedes Jahr soviel Kompost habe, so das die Hälfte meiner Gemüse-Gartenfläche bedeckt ist. Ganz einfach: Alles was im Garten wächst, lässt sich kompostieren. Auch Gras vom Rasenmäher und Wurzeln von Unkraut gehören in den Komposter. Darin entsteht, wenn es richtig gemacht wird, eine Verrottungstemperatur bis zu 75 Grad. Das überlebt keine Wurzel und kein Unkrautsamen.

der hinterwäldler