Sauerampfer und Brennesseln konservieren

Hiho,

in unserem Garten sprießen Sauerampfer, Brennesseln und andere nützliche Gewächse. Rezepte habe ich, brav im Archiv nachsuchend, bereits gefunden, aber wie geht man mit den Pflanzen am besten um, um sie verwenden zu können?

Brennesseln pflücken und einfach trocknen?
Kann man auch Sauerampfer trocknen und später verwenden?

Wäre für Tips sehr dankbar.
Liebe Grüße,
Nike

*diejetztimGartenpflückengeht*

Hallo Nike,

Brennesseln pflücken und einfach trocknen?

Wie man Brennesseln lebensmittelmäßig konservieren kann, weiß ich nicht aus
eigener Erfahrung. Ich denke, dass trocknen nicht optimal ist. Eher pürieren (wie
Spinat) und einfrieren. Getrocknete Brennesseln aber sind wiederum ein guter
Ausgangsstoff für die Pflanzenschutz- und Düngeprodukte Brennesseltee (auch zum
Trinken, harntreibend) und Brennesseljauche.

Kann man auch Sauerampfer trocknen und später verwenden?

Ist ebenso problematisch wie bei Bärlauch: Verliert den Geschmack. Ich habe bei
großem Sauerampfer-Anfall im Garten immer 1. unsere Kantine beliefert, 2. ein
Sauerampfer-Püree eingefroren, das später im Jahr dann Verwendung zu Saucen und
Suppen fand.

Eine gute Ernte wünscht
Bolo
(der am Sonntag Abend zum ersten Mal in seinem Leben Giersch gekocht und Gegessen
hat)

Kuckuck, Elfchen…

Ich habe mal in meiner Sammlung hexischer Rezepte gekramt und eine völlig schräge Methode zur Konservierung von Brennessel gefunden, näääääämlich

Brennessel-Bier :

10 l kaltes Wasser
1 guter Eimer junger Brennessel-Spitzen
3 bis 4 große Handvoll Löwenzahn
3 bis 4 große Handvoll Klebendes Labkraut
60 g Ingwer (ganzer, zerdrückt)
2 Teetassen brauner Zucker
1 Scheibe getoastetes Brot
30 g Hefe
1 Teelöffel Zucker
1 Eßlöffel Weinsteinsäure

Das Brennessel-Bier wurde früher als Volksheilmittel gegen Gicht und rheumatische Beschwerden verwendet. Davon abgesehen ist es ein wohlschmeckendes Getränk.

Man übergießt die Brennessel mit dem kalten Wasser, gibt Löwenzahn, das Klebende Labkraut und den Ingwer dazu und kocht vorsichtig 40 Minuten lang.

Danach seiht man ab, rührt in die Flüssigkeit den braunen Zucker ein, läßt abkühlen und füllt in ein Faß ab. Auf die Oberfläche des Saftes legt man eine Scheibe getoastetes Brot, bedeckt dieses mit der zerdrückten Hefe, die mit 1 Teelöffel Zucker und etwas Wasser verrrührt wurde. Das Faß stellt man nun für 6 bis 7 Stunden an einen warmen Ort, entfernt dann den Schaum und rührt die Weinsteinsäure ein.
Jetzt füllt man das Bier in Flaschen ab und verschließt diese gut.
Anstatt Löwenzahn und Klebendes Labkraut kann man auch den Saft von 2 Zitronen zugeben.

Ansonsten sind es die üblichen Verdächtigen wie Brennesselbrot (kann man prima einfrieren), Brennesselnudeln, Pesto, Öl oder Sirup:

Brennessel-Öl

Junge Blättchen in ein Tuch geben und gut ausschütten (auf keinen Fall waschen), in ein Glas füllen, mit Oliven- oder Sonnenblumenöl soweit aufgießen, bis die Blätter vollständig bedeckt sind. Kühl und dunkel mindestens zwei Wochen ziehen lassen, danach durch ein Tuch seihen. Lecker zum Salat oder als Mitbringsel.

Brennessel-Sirup

1 kg junge Brennessel-Blättchen durch den Fleischwolf drehen (falls keiner zur Hand ist: in der Küchenmaschine zermatschen). Mit 750 ml Wasser aufkochen und durch ein Tuch seihen. 500 g Zucker und weitere 250 ml Wasser untermischen und aufkochen lassen. Etwas abkühlen lassen und in genehme Flaschen füllen. Den Sirup kann man wie z. B. Waldmeister- oder Himbeersirup für Drinks verwenden.

Zwei wichtige Punkte gibt es bei Brennessel zu beachten:

  1. grundsätzlich nur junge Blättchen verwenden! Die älteren können arg auf die Nieren und auf den Magen gehen;
  2. bis auf Öl und Sirup solltest Du die Blättchen unbedingt blanchieren, um den Inhalt der Brennhärchen auszuknocken.

Nicht zu vergessen sind auch die kosmetischen Eigenschaften von Brennessel. Wer Rezepte für Haut & Haare haben will: Laut geben. :wink:

Kommen wir nun zum Sauerampfer… Dieses Pflänzchen würde ich - vor allem im Hinblick auf Joshua - nicht großartig bzw. in größeren Mengen konservieren, weil der übermäßige Genuß wegen des hohen Gehalts der Oxalsäure und Nitrat nicht wirklich empfehlenswert ist. Wenn überhaupt, dann höchstens als Pesto konservieren und Sauerampfer während der Saison frisch als Grüne Sauce, Süppchen oder Salat genießen.

Hexenschmatzer!

Renee

Brennesselbier?
Hi Hexlein, :wink:

Brennessel-Bier :

klingt äußerst interessant. Aber wo krieg ich auf die Schnelle Klebendes Labkraut her? *grübel*

Kommen wir nun zum Sauerampfer… Dieses Pflänzchen würde ich

  • vor allem im Hinblick auf Joshua - nicht großartig bzw. in
    größeren Mengen konservieren, weil der übermäßige Genuß wegen
    des hohen Gehalts der Oxalsäure und Nitrat nicht wirklich
    empfehlenswert ist.

Hm, gut zu wissen, das war mir nicht ganz klar. Ich wollte den Sauerampfer aber auch nicht auf den täglichen Speiseplan setzen. Obwohl ich mit den Mengen, die in unserer Wiese wuchern, ganz Äthiopien von der Hungersnot befreien könnte …

auf jeden Fall danke und * für die Tips!
Nike

Hi Bolo,

Ich denke, dass trocknen nicht optimal ist.
Eher pürieren (wie
Spinat) und einfrieren.

Schade. ich dachte ans Trocknen, weil ich die Brennesseln zu einem unserer mittelalterlichen Lager mitnehmen wollte, da kann ich keine Kühltasche mitnehmen. ;/

Ist ebenso problematisch wie bei Bärlauch: Verliert den
Geschmack.

Auch schade. :confused: Aber das mit dem Püree (hatte ich schon im Archiv gefunden *fg*) werde ich mal versuchen. Danke!

Liebe Grüße,
Nike

Blindschleichen-Elfchen??? *ggg*

klingt äußerst interessant. Aber wo krieg ich auf die Schnelle
Klebendes Labkraut her? *grübel*

Was steht in dem Rezept ganz unten? Na? Naaaaa???

Anstatt Löwenzahn und Klebendes Labkraut kann man auch den Saft von 2 Zitronen zugeben.

*schmunzel*

R.

ARGH…

Anstatt Löwenzahn und Klebendes Labkraut kann man auch den
Saft von 2 Zitronen zugeben.

Ich bin DOOOOOOOOOOOOOOF!

zerknirscht,
N.

hallo Nike,

gäbe es effektive Konservierungsmethoden (außer Einfrieren), würde es sicher seit dem Mittelalter so gemacht und als „Burgfräulein“ wüßtest du davon. In beiden Fällen wird der Vitamingehalt durch solche Versuche wohl gegen 0 gehen und übrig bleibt Heu.

mfg Günter

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