Raupen auf werdende Apfelbaumblüten :((

Hallo liebe Experten!

Ich habe letztes Jahr einen Apfelbaum auf meiner Dachterasse gesetzt. Das ist diese Gattung, die nur einen großen Topf braucht.
Da die ersten Blüten schon zaghaft rauskucken, mußte ich heute beim genauerem Hinsehen feststellen, dass vereinzelt so Spinnweben um die Blüten gehangen sind.
Hab das natürlich sofort unter die Lupe genommen und gesehen, dass sich RAUPEN darin befinden.
Die haben sich so einen kleinen Kokon aus den jungen, kleinen Blättern gemacht und machen darin sonst was.
Ich hatte letztes Jahr verdammt viel Läuse auf allem, was lebte und dachte nach diesem dem Winter, dass es dieses Jahr besser werden würde.
Und jetzt find ich diese schwarzen, kleinen Raupen!!! :frowning:((
Wie kann man denn die eliminieren? Seifenlauge spritzen? Blütenstände abreissen, die sie gefallen haben?
Was sind das überhaupt für Raupen? Beschädigen die nur vereinzelt Blüten oder kommt da noch mehr nach? Könnte ich sie evt. sogar dran lassen?
Sind das eigentlich dann die Würmer, die dann auch in Apfelgehäuse zu finden sind?

Ich danke euch für jeden Hinweis, Rat und Tipp, den ihr auf Lager habt. :smile:
DANKE
Nicola

Hallo Nicola,

Ich habe letztes Jahr einen Apfelbaum auf meiner Dachterasse
gesetzt. Das ist diese Gattung, die nur einen großen Topf
braucht.

nicht zum Ärgern, sondern bloß wegen der Begriffe: Gattungen sind in der botanischen Systematik was anderes. Es geht um eine Erziehungsform, zusammen mit einer extrem schwachwüchsigen Unterlage.

Hab das natürlich sofort unter die Lupe genommen und gesehen,
dass sich RAUPEN darin befinden.

Die haben sich so einen kleinen Kokon

auch hier wegen der Begriffe: Kokon heißen die meistens ovalen Umhüllungen, die sich Raupen beim Verpuppen spinnen.

aus den jungen, kleinen
Blättern gemacht und machen darin sonst was.

Garnix Unanständiges (das haben die Alten schon vorher als Imagines gemacht). Sie fressen sich ganz einfach doll und voll.

Wie kann man denn die eliminieren? Seifenlauge spritzen?

Kernseife ist einen Versuch wert; aber die Nester dienen dem Schutz u.a. vor Regen. Kann sein, dass da nicht viel Spritzbrühe hinkommt, wos gilt.

Blütenstände abreissen, die sie befallen haben?

Das ist eine Maßnahme für nächstes Jahr. Die allemal nicht schadet, weil die solchermaßen geschwächten Blüten dieses Jahr mit einiger Wahrscheinlichkeit abgestoßen werden, selbst wenn Du jetzt unmittelbar alles abräumst, was da kreucht und fleucht.

Was sind das überhaupt für Raupen?

Ich täte auf eine Apfelbaumgespinstmotte Yponomeuta malicellus tippen, aber dafür ist es eigentlich viel zu früh im Jahr. Bei Balkonklima sind aber allerlei Verschiebungen möglich.

Sonst ist um diese Jahreszeit der Heckenwickler Archips rosana aktiv, aber der macht keine Nester.

Vielleicht hilft Dir die recht einfach zu handhabende Bestimmungsseite

http://schmetterling-raupe.de/rpmonate/rpjuni.htm

Kurz: Für dieses Jahr dürfte es vorbei sein mit den Äpfelchen. Für nächstes Jahr eine Winterspritzung mit etwas Pyrethrumhaltigem, eine Austriebspritzung mit Weißöl und danach alle acht bis zehn Tage Niemöl, bis Ende Mai/Anfang Juni.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin!

Danke für den Link. Werde mal schauen, ob ich so ein Exemplar finde, was sich in meinen Blüten eingenistet hat.
Werde auch weiterhin meinen stolzen Apfelbaum täglich kontrollieren und die Blüten mit ein wenig Seifenlauge einsprühen.

Nur eines versteh ich nicht, warum es mit den Äpfelchen vorbei sein sollte?? *fürcht*
ich hab auf dem baum sicher über 100 Blüten und in 3 davon hab ich die Raupen gefunden.
Heißt das, die anderen sind auch schon befallen?? *heul*
Oder entziehen sie dem die wichtigen Säfte, dass er nichts mehr tragen wird heuer??

DANKE!
Nicola

Hallo Nicola,

wenn es sich bloß um einzelne Blütenbüschel handelt: Ab dafür. Der Rest dürfte kaum gefährdet sein.

Unter diesen Umständen kann ich den mehr oder weniger blinden Griff „Apfelgespinstmotte“ zurückziehen: Wenn die da ist, ist sie richtig voll da.

Wer auch immer das sein mag: Fast alles, was an Pflanzen beißt und saugt, hat bestimmte Rhytmen/Zyklen von Eiablage/Schlüpfen/Verpuppung/Imago, und es ist sehr wenig wahrscheinlich, dass die anderen Blütenbüschel befallen sind, wenn sie jetzt noch keine Anzeichen zeigen. Und falls es sich um ein Insekt mit einer eher dichten Generationenfolge handelt, wird es allemal ein paar Wochen gehen, bis die vorhandenen Raupen verpuppt und zu Ende entwickelt sind, so dass die Imagines wieder zur Eiablage schreiten können. Was aber jetzt schon aktiv ist, hat wahrscheinlich als Ei überwintert, und da dauerts dann - je nachdem wer es ist - schon sowas wie sechs oder acht Wochen bis zu einer Sommergeneration.

Wenn Du ein übriges tun willst und nicht gleich mit dem Pyrethrum-Knüppel zuschlagen willst, kann Niemöl oder ein Niemölpräparat vorbeugend helfen (bei Befall nicht mehr so sehr): Damit ist der Terassenbaum auch einigermaßen gefeit, wenn demnächst zuerst die Frostspanner und Apfelwickler sich um die abgeblühten Blüten kümmern und dann die Läuse anfliegen. Niem ist für den menschlichen Verzehr der Früchte völlig harmlos, hat eine (ebenfalls bloß leichte, aber immerhin nachweisbare) Wirkung auch auf pilzliche Erkrankungen (echter und falscher Mehltau).

Die extrem schmalen Spindelformen sind in vielerlei Hinsicht anfälliger als Baumformen, dazu kommt der bei Kultur im Topf unvermeidliche Stress für den Wurzelbereich. Da ists sicher sinnvoll, ein wenig Pflanzenschutz zu treiben - abgesehen von einer guten NPK-Versorgung, sinnvoll in häufigen kleinen Gaben (Flüssigdünger), mit K-Schwerpunkt & Magnesium.

Für pilzliche Erkrankungen hat es auch vergleichsweise harmlose Präparate, bei denen man kaum Anwendungsfehler machen kann: Netzschwefel und Kupferkalk. Kupferkalk gefährdet Regenwürmer, aber das macht im Topf nichts aus.

Schöne Grüße

MM

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