Bärlauch ernten

Von: , Frage gestellt am Sa, 28. Mai 2005

Ich habe in meinem Garten vor 2 Jahren Bärlauch gepflanzt und ihn dann vergessen. Jetzt, wo er blüht, finde ich ihn wieder. Mein Nachbarin meint allerdings, dass ich ihn jetzt, während und nach der Blüte nicht mehr verwenden könne, dass sei wie bei Waldmeister. Hat Sie recht? Sowohl bei Bärlauch als auch bei Waldmeister? Was passiet wenn ich es trotzdem tue? Ich würde doch so gern mal die vielen tollen Rezepte mit Bärlauch ausprobieren.
Wer kennt sich aus und hilft?
Sylvia

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: Bärlauch ernten

    Hi Sylvia,

    Nachbarin hat recht. Das Aroma verliert sich nach der Blüte, zumindest beim Bärlauch. Was beim Waldmeister los ist weiß ich nicht, vermutlich dasgleiche.

    Gruß
    Horst

  2. Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
    Re: Bärlauch ernten

    Hallo Sylvia,

    so ich hab mir mal einen Stapel von meinen Kräuterbüchern angeschaut.
    Waldmeister:
    In dem einen Buch steht: besonders während der Blüte, zugeniessen.
    Im anderen : vor der Blüte.Beim Rezept der Waldmeisterbowle, steht extra: Blüten noch nicht entfaltet. Aber dort ist ein Bild abgebildet, und ich sehe kleine weisse Blüten;)

    Bärlauch:
    Nur bis zur Blüte, danach nicht geniessbar!!!


    lg Manu [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
    Re: Bärlauch ernten

    Hallo Sylvia,

    Zustimmung & Ergänzung zu den beiden vorliegenden Antworten:

    Bärlauch in/nach Blüte ist fad, aber ungefährlich. Das Bärlaucharoma hat er bloß, solang keine Blüten zu sehen sind.

    Waldmeister in fortgeschrittener Blüte und danach ist giftig (Muscarin in nicht einschätzbarer Konzentration, keine Experimente wert).

    Schöne Grüße



    MM

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Bärlauch ernten

      Hallo, (Muscarin in nicht einschätzbarer Konzentration, keine
      Experimente wert).
      ich denke, du verwechselst das mit Cumarin. Das ist der Wirkstoff, der den Duft des Waldmeisters ausmacht und das Schädelweh am Tag nach der Maibowle. Cumarin in hohen Konzentrationen wirkt gerinnungshemmend und wird als Wühlmausgift eingesetzt (bzw Warfarin, ein Cumarinderivat).

      Gruß, Niels

      • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
        Re^3: Cumarin vs. Muscarin

        Hallo Niels,

        schönen Dank - denke Du hast recht.


        Schöne Grüße



        MM

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Cumarin vs. Muscarin

          Hallo Niels, hallo Martin,
          danke für die Infos. Doch noch mal zum Waldmeister nachgefragt: Habe ich es richtig verstanden, dass er während und nach der Blüte nicht mehr zu gebrauchen ist?
          Schöne Grüße

          S.K

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: Cumarin vs. Muscarin

            Hallo nochmal, nachgefragt: Habe ich es richtig verstanden, dass er während
            und nach der Blüte nicht mehr zu gebrauchen ist?
            ab der entfalteten Blüte sollte er allenfalls als Mottenrepellent in den Schrank mit Wollsachen gehängt werden, aber in keiner Form konsumiert.

            Die unmittelbare Giftwirkung scheint wohl nicht dramatisch zu sein und sich bei normaler Dosierung auf Benommenheit und Schädelbrummen zu beschränken. Langfristig wirkt Cumarin lebertoxisch.

            Zur berühmten Maibowle wird Waldmeister mit eben sichtbaren, aber noch nicht entfalteten Blüten verwendet. Angewelkt und allenfalls ganz kurz reingehängt, eher übergossen. Und nur die oberen Stengel mit Blättern und Blüten: Näher bei der Wurzel ist die Cumarinkonzentration höher.

            Vor diesem Hintergrund ist der öffentliche Ausschank von Maibowle in D nicht erlaubt.


            Schöne Grüße



            MM

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