Pferdemistmodalitaeten

Hallo!

möchte mich mal beim örtlichen Reitverein erkundigen zwengs Pferdemist für meinen Garten.

Was ist denn da so üblich:

  • geben die Vereine/Pferdebesitzer Mist ab, wenn man keinen „kennt“?
      (sind die „Gartler“ lästig oder ist man froh, dass der Mist weg ist?)
  • was fällt den so pro Pferd oder so überhaupt für ne Menge an?
      (mit/ohne Streu)
  • was kostet sowas normalerweise?

Und eine paar Gartenfragen:

  • da ist ja dann Einstreu (Stroh, Sägespäne?) dabei, oder?
      wie ist da aus Garten/Bodensicht zu sehen?
  • wir haben hier (Lkrs. TBB) ziemlich tonigen Boden
      -> ist da die Einstreu nicht sogar gut zwengs Bodenauflockerung?
  • welche Mengen braucht man für rd. 100 qm Garten im Jahr etwa?
      (davon die Hälfte Erdbeeren, Sträucher etc…)
  • wie geht man jahreszeitenmäßig am besten vor?
      (mir sagte jemand: im Frühjahr Mist auf Haufen, 1 Jahr liegen lassen
      und im Frühjahr auf’s Beet bringen und wieder neuen Haufen anlegen)
  • oder ist es besser das Zeugs im Herbst beim Umgraben tiefer in den Boden
      zu bringen? (frisch oder abgelagert?)
  • welche Pflanzen lieben/brauchen (Pferde-) Mist, bei welchen sollte
      man ihn vermeiden? (Beetpflanzen, Erdbeeren, Rosen, Beeren, Blumen…)

puh das waren jetzt viele Fragen, hoffe nicht ZU viele…

DANKE für Eure Tips/Erfahrungen schon jetzt!

cu
kai

Hallo Kai,

möchte mich mal beim örtlichen Reitverein erkundigen zwengs
Pferdemist für meinen Garten.

Was ist denn da so üblich:

  • geben die Vereine/Pferdebesitzer Mist ab, wenn man keinen
    „kennt“?

Fragen kostet nix.

(sind die „Gartler“ lästig oder ist man froh, dass der Mist
weg ist?)

da Mist Platz braucht und stinkt … brichst Du über Entasten/Entborken im Wald in Jubel aus? Nebenbei: was hat die Forstwirtschaft vor Entdeckung des Rindenmulchs im Garten mit dem Abfall gemacht?

  • was fällt den so pro Pferd oder so überhaupt für ne Menge
    an?

kannst Du hier nachlesen:
http://www.reitverein-karben.de/Pferdemist.htm

ist natürlich nur ein Beispiel.

(mit/ohne Streu)

Ich glaube nicht, dass das jemand trennt. Vergiß nicht: Pferde hinterlassen nicht nur Äpfel, sie pinkeln auch ganz schöne Mengen Urin in die Einstreu. Muss alles raus aus der Box.

  • was kostet sowas normalerweise?

Verhandlungssache. Von nichts bis ordentlich.
Kommt meist auch auf den Transport an. Wenn Du das selbst tun kannst, kommt es deutlich preiswerter.

Und eine paar Gartenfragen:

  • da ist ja dann Einstreu (Stroh, Sägespäne?) dabei, oder?
    wie ist da aus Garten/Bodensicht zu sehen?

die Mikroorganismen und Regenwürmer, die Dir den Pferdemist in Dünger umverdauen, finden das klasse.

  • wir haben hier (Lkrs. TBB) ziemlich tonigen Boden
    -> ist da die Einstreu nicht sogar gut zwengs
    Bodenauflockerung?

ja, wäre. Aber man wirft keinen frischen Pferdemist auf Beete. Die Inhaltsstoffe verbrennen die Pflanzen. Doch Du kriegst wunderbaren Humus gerottet, wenn Du 1 Jahr lagerst. Wenn der Boden dann immer noch klumpt, empfehle ich Sand einzuarbeiten.

  • welche Mengen braucht man für rd. 100 qm Garten im Jahr
    etwa?

wir wollen nicht übertreiben. Eine Mistkammer handelsüblicher Größe höchstens. Also 2x2 Meter etwa. Man bringt maximal 5cm hoch im Garten aus. Wenn was übrig bleibt, kannst es im nächsten Jahr auch noch verwenden, nur mit weniger Wirkung.

(davon die Hälfte Erdbeeren, Sträucher etc…)

  • wie geht man jahreszeitenmäßig am besten vor?
    (mir sagte jemand: im Frühjahr Mist auf Haufen, 1 Jahr
    liegen lassen
    und im Frühjahr auf’s Beet bringen und wieder neuen Haufen
    anlegen)

exakt. Pferdemist muss durchrotten. Vorher ist er nur in Spezialfällen zu gebrauchen (Im Mistbeet, aber auch da nur als unterste Schicht, zur Wärmeproduktion von unten, und es muss eine Erd-Schutzschicht zwischen ihn und die Pflanzen)

  • oder ist es besser das Zeugs im Herbst beim Umgraben tiefer
    in den Boden
    zu bringen? (frisch oder abgelagert?)

Genau wie Kompost wird durchgerotteter Pferdemist oberflächlich aufgebracht und nur leicht eingehackt.

  • welche Pflanzen lieben/brauchen (Pferde-) Mist, bei welchen
    sollte
    man ihn vermeiden? (Beetpflanzen, Erdbeeren, Rosen, Beeren,
    Blumen…)

Alle Rosengewächse lieben Pferdemist. Schnapp Dir ein Gartenbuch, überall, wo Du „Starkzehrer“ bei einer Obst- oder Gemüsesorte liest, ist Mist goldrichtig. Salat und Kräuter dagegen kommen damit nicht klar.

viele grüße
geli

Hallo

Fragen kostet nix.

genau, wollte dort nur nicht ganz doof anfangen :wink:

da Mist Platz braucht und stinkt …

ja, das waere ja in meinem Sinne (wenn die froh ueber Abnehmer sind)
(bei uns daheim (Eltern) gabs/gibts keine nennenswerten Pferdebestände, da sah das Nachfrage-Angebot-Verhältnis wohl anders aus…

brichst Du über Entasten/Entborken im Wald in Jubel aus?

nö, ersteres ist normale Arbeit beim Holzfällen, letzteres wird nur im Ausnahmefall im Wald gemacht (z.B. bei Borkenkäfergefahr…)

Nebenbei: was hat die Forstwirtschaft vor Entdeckung des
Rindenmulchs im Garten mit dem Abfall gemacht?

Flagge’ lasse’ !!
Rinde und (Fein-) reisig ist kein Abfall sondern wichtige Nährstoffquelle (verrottet in der Streu)…

Rindenmulch kommt nie aus dem Wald sondern ist ein Abfall im Sägewerk (nur dort isses Abfall), weil die meisten Stämme in Rinde verkauft werden und erst im Werk entrindet werden… -> Verkauf als Rindenmulch schafft Platz und ist ein Zusatzverdienst…

aber das ist ein anderes Thema…

was fällt den so pro Pferd überhaupt für ne Menge an?

http://www.reitverein-karben.de/Pferdemist.htm

hm, ganz schlau wurde ich nicht, aber wenn 30 Pferde bzw. 30-50 cbm/Monat für 5 ha Acker „reichen“, dann reicht eines locker für 1000qm Garten (1/10 Pferd reicht für unseren 100qm-Garten), also hat son ein Reitverein/seine Halle mehr als genug… :wink:

oder anders herum: 100 qm x 0,05m(5cm) x 2(Verrottungsfaktor angenommen)=10cbm im Jahr -> da entspricht aber schon einem ganzen Pferd… - es dürfte aber immer noch genug da sein…

Ich glaube nicht, dass das jemand trennt. Vergiß nicht: Pferde
hinterlassen nicht nur Äpfel, sie pinkeln auch ganz schöne
Mengen Urin in die Einstreu. Muss alles raus aus der Box.

schon klar ich wollte auch nicht trennen sondern hatte angenommen, dass der eine (z.B. tierärztlich) von soundsoviel Mist spricht, aber Kot ohne Streu meint, der andere (angesichts der Arbeit) aber natürlich Mist INCL. Streu meint…, die Daten also evtl. nicht vergleichbar sind…

…Bodenauflockerung?

ja, wäre. Aber man wirft keinen frischen Pferdemist auf Beete.
Die Inhaltsstoffe verbrennen die Pflanzen.

ein Einbringen im Herbst reicht also nicht, dass das im Fruehjahr nimmer passiert?

Wenn der Boden dann immer noch klumpt, empfehle ich Sand einzuarbeiten.

dachte ich auch schon dran, aber jetzt haben wir keinen Sand und es kann nicht in den Zaehnen knirschen, wenn man mal was uebersieht (Salat, Erdbeeren…)

  • welche Mengen braucht man für rd. 100 qm Garten im Jahr

Eine Mistkammer handelsüblicher Größe höchstens. Also 2x2 Meter

das ist 4qm - und wie hoch? -> 5 cbm oder so?

Wenn was übrig bleibt, kannst es im nächsten Jahr auch noch verwenden

bringt man den Mist nur einmal aus oder jährlich?

  • oder ist es besser das Zeugs im Herbst beim Umgraben tiefer
    in den Boden zu bringen?

Genau wie Kompost wird durchgerotteter Pferdemist
oberflächlich aufgebracht und nur leicht eingehackt.

hm, wir haben einen Boden, der in Spatentiefe schon splittrig wirkt, so tonig ist der -> also auch NULL Anreiz für Würmer und Mikroorg. in der Tiefe

Daher hatte ich vor, zumindest einmal das Zeugs nach unten zu bringen (so las ich es auch in einem Buch bezueglich Neuanlage eines Gartens, allerdings haben die Torf und Gartenerde reingetan…).

nach „unten“ komme ich aber nur beim Umgraben, das muss aber (zumindest bei uns) im Herbst passieren; das was ich heuer im Frühjahr umgegraben habe, da liegen jetzt noch die Schollen rum und sind steinhart…

Alle Rosengewächse lieben Pferdemist…
Salat und Kräuter dagegen kommen damit nicht klar.

ok, das versuche ich mir zu merken!

Danke fuer die Tips! *Sternchen bekommen - und verdient! - hast*

cu
kai

Hallo Kai,

Rindenmulch kommt nie aus dem Wald sondern ist ein Abfall im
Sägewerk (nur dort isses Abfall), weil die meisten Stämme in
Rinde verkauft werden und erst im Werk entrindet werden…
-> Verkauf als Rindenmulch schafft Platz und ist ein
Zusatzverdienst…

fein, jetzt weiß ich das auch endlich.

was fällt den so pro Pferd überhaupt für ne Menge an?

http://www.reitverein-karben.de/Pferdemist.htm

hm, ganz schlau wurde ich nicht, aber wenn 30 Pferde bzw.
30-50 cbm/Monat für 5 ha Acker „reichen“, dann reicht eines
locker für 1000qm Garten (1/10 Pferd reicht für unseren
100qm-Garten), also hat son ein Reitverein/seine Halle mehr
als genug… :wink:

Ackerland und Garten kann man hinsichtlich Düngung nicht vergleichen. Ich denke auch, dass Du mit einer Ladung Pferdemist (ein Pkw-Anhänger) mehr als hinkommst.

schon klar ich wollte auch nicht trennen sondern hatte
angenommen, dass der eine (z.B. tierärztlich) von soundsoviel
Mist spricht, aber Kot ohne Streu meint, der andere
(angesichts der Arbeit) aber natürlich Mist INCL. Streu
meint…, die Daten also evtl. nicht vergleichbar sind…

je nun. Wenn Du Pferdeäpfel aus der Nähe betrachtest, findest Du in ihnen jede Menge sichtbare Halme, Körner usw. Kriegst Du das Zeug getrocknet, hast Du nur noch eine Art Spreu.

…Bodenauflockerung?

ja, wäre. Aber man wirft keinen frischen Pferdemist auf Beete.
Die Inhaltsstoffe verbrennen die Pflanzen.

ein Einbringen im Herbst reicht also nicht, dass das im
Fruehjahr nimmer passiert?

Nein. Im Winter ist es größtenteils für Bodenorganismen zu kalt. Die Einen gehen zu Grunde, die anderen in Kältestarre. Allerdings zerlegt Väterchen Frost Pferdeäpfel in eine schön gleichmäßige Schicht. Wenn Du dann im Frühjahr mit einer Grabegabel ein wenig darin herumgrubberst, kommt eine Menge Mikroleben in Kontakt mit erstklassigem Futter. Das bedingt aber, dass die Beete nicht bepflanzt waren.

Wenn der Boden dann immer noch klumpt, empfehle ich Sand einzuarbeiten.

dachte ich auch schon dran, aber jetzt haben wir keinen Sand
und es kann nicht in den Zaehnen knirschen, wenn man mal was
uebersieht (Salat, Erdbeeren…)

so funktioniert das auch nicht mit dem Einarbeiten. Man gräbt den Boden zwei Spaten tief um und wirft immer 1 Spaten Sand dazu, bevor man die Schollen mit Hacke und Rechen wieder ebnet.

  • welche Mengen braucht man für rd. 100 qm Garten im Jahr

Eine Mistkammer handelsüblicher Größe höchstens. Also 2x2 Meter

das ist 4qm - und wie hoch? -> 5 cbm oder so?

meine ist bis ungefähr 1,5m hoch gefüllt.

Wenn was übrig bleibt, kannst es im nächsten Jahr auch noch verwenden

bringt man den Mist nur einmal aus oder jährlich?

1x pro Jahr und natürlich alle Jahre wieder, am besten im Frühjahr. Weil sonst manche Pflanzen zu spät noch einmal neu treiben und die Jungtriebe nicht mehr vor dem ersten Frost im Herbst verholzen. Dieser Effekt ist es, der die meisten Pflanzen im Garten umbringt. Frostschaden an Jungholz.

  • oder ist es besser das Zeugs im Herbst beim Umgraben tiefer
    in den Boden zu bringen?

Genau wie Kompost wird durchgerotteter Pferdemist
oberflächlich aufgebracht und nur leicht eingehackt.

hm, wir haben einen Boden, der in Spatentiefe schon splittrig
wirkt, so tonig ist der -> also auch NULL Anreiz für Würmer
und Mikroorg. in der Tiefe

Daher hatte ich vor, zumindest einmal das Zeugs nach unten zu
bringen (so las ich es auch in einem Buch bezueglich Neuanlage
eines Gartens, allerdings haben die Torf und Gartenerde
reingetan…)

siehst Du. Torf und Gartenerde sind eben kein Pferdemist. Wobei Torf mittlerweile ziemlich aus der Mode ist. Heute nimmt man Kompost (aus Gartenabfällen), Sand, Gartenerde.

nach „unten“ komme ich aber nur beim Umgraben, das muss aber
(zumindest bei uns) im Herbst passieren; das was ich heuer im
Frühjahr umgegraben habe, da liegen jetzt noch die Schollen
rum und sind steinhart…

hm, hm. Kenne ich. Bei uns ist es zwar blauer Lehm. Tonige Erden lassen sich nur unter Zugabe von viiiell Wasser bearbeiten. Versuchs mal, wenn die Erde nach einer Woche Regen naß, bis durchgeweicht ist.

Alle Rosengewächse lieben Pferdemist…
Salat und Kräuter dagegen kommen damit nicht klar.

ok, das versuche ich mir zu merken!

viele Grüße
geli

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Hallo Geli,

Ich denke auch, dass Du mit einer Ladung
Pferdemist (ein Pkw-Anhänger) mehr als hinkommst.

das waere bei meinem Hängerchen 1/2 cbm, naja kann ja auch 2x fahren, waere ja auch nicht weit, wenns von dort ist :wink:)

  • welche Mengen braucht man für rd. 100 qm Garten im Jahr

Eine Mistkammer handelsüblicher Größe höchstens. Also 2x2 Meter

meine ist bis ungefähr 1,5m hoch gefüllt.

-> waeren rund 5-6 cbm Mist
-> oben hatten wir 1 Anhänger (0,5-1cbm)
-> was nu?! (naja: viel hilft viel :wink:)

1x pro Jahr und natürlich alle Jahre wieder, am besten im
Frühjahr. Weil sonst manche Pflanzen zu spät noch einmal neu
treiben und die Jungtriebe nicht mehr vor dem ersten Frost im
Herbst verholzen. Dieser Effekt ist es, der die meisten
Pflanzen im Garten umbringt. Frostschaden an Jungholz.

naja bei Bäumen und Sträcuhern incl. Rosen und so…
aber im Gemüsegarten doch net -> kann mans da doch im Herbst bringen?

und das 2. Wachstum der Verholzten (Johannitriebe und später) -> im September treiben die doch auch nimmer, oder?!

Daher hatte ich vor, zumindest einmal das Zeugs nach unten zu
bringen (so las ich es auch in einem Buch bezueglich Neuanlage
eines Gartens, allerdings haben die Torf und Gartenerde
reingetan…)

siehst Du. Torf und Gartenerde sind eben kein Pferdemist.
Wobei Torf mittlerweile ziemlich aus der Mode ist. Heute nimmt
man Kompost (aus Gartenabfällen), Sand, Gartenerde.

ja Torf will ich ja auch nicht nehmen (Freiheit für dem Moor oder so :wink:)

aber was ist der grosse Schiedunter zw. Gartenerde/Kompott und Pferdemistrotte?! (sagtest ja selber, es ist viel Rohfaser im Mist)

mir ging es eher darum, das organ. Material nicht nur 2 cm im Oberboden hin- und herzuschubsen, sondern durch tiefes Umgraben/Einbringen - aber vorerst nur mal EINEN Spaten(blatt) tief - den Pflanzen/Wurzelraum eben bis dahin zu verbessern, wenn die Umbriciden (oder wie heissen Regenwürmer nochmal auf deutsch?) mitmachen, gehts ja dann auch weiter runter…

naja ich werd es ausprobieren muessen und wenn ich keinen alten Mist bekomme muss ich eh erst mal ein Jahr warten…

hm, hm. Kenne ich. Bei uns ist es zwar blauer Lehm. Tonige
Erden lassen sich nur unter Zugabe von viiiell Wasser
bearbeiten. Versuchs mal, wenn die Erde nach einer Woche Regen
naß, bis durchgeweicht ist.

dann pappt alles derart fest, nach 2 Schritten hat man 5 kg pro Stiefel dranpappen und an der Hacke einen ebensolchen Bollen hängen
-> das macht keinen Spass!

aber es hilft ungemein, erstmal ne Giesskanne oder so aufs Beet zu verteilen und nach ner halben Stunde oder so anfangen zu arbeiten…

cu
kai

und du hättest dieses hier gefunden:

Pferdemist vs. Rindermist? FAQ:1623

Mfg. BelRia

Hallo Geli,

Ich denke auch, dass Du mit einer Ladung
Pferdemist (ein Pkw-Anhänger) mehr als hinkommst.

-> waeren rund 5-6 cbm Mist
-> oben hatten wir 1 Anhänger (0,5-1cbm)
-> was nu?! (naja: viel hilft viel :wink:)

gut, dass Du mich darauf aufmerksam machst. Ich meinte beim Inhalt der Mistkammer den fertigen Kompost. Natürlich ist das spezifische Gewicht höher.

1x pro Jahr und natürlich alle Jahre wieder, am besten im
Frühjahr. Weil sonst manche Pflanzen zu spät noch einmal neu
treiben und die Jungtriebe nicht mehr vor dem ersten Frost im
Herbst verholzen. Dieser Effekt ist es, der die meisten
Pflanzen im Garten umbringt. Frostschaden an Jungholz.

naja bei Bäumen und Sträcuhern incl. Rosen und so…
aber im Gemüsegarten doch net -> kann mans da doch im
Herbst bringen?

können kannst Du freilich. Nur - was willst Du erreichen? Dass Nährstoffe, die im Herbst/Winter keine Pflanze aufnehmen kann, vom Regen in tiefe Bodenschichten gewaschen werden? Du weißt ja, wer alles schreit, wenn die Grundwasserbelastung durch Nitrat zu hoch wird. Übrigens auch ein Argument, warum man tunlichst verrotteten Pferdemist ausbringt. Salat mit Nitrat - nein, danke!

und das 2. Wachstum der Verholzten (Johannitriebe und später)
-> im September treiben die doch auch nimmer, oder?!

grundsätzlich treiben Pflanzen, bis sie erfrieren - wenn sie überreichlich Angebot an Nährstoffen finden. Genau das ist das Problem.

aber was ist der grosse Schiedunter zw. Gartenerde/Kompott und
Pferdemistrotte?! (sagtest ja selber, es ist viel Rohfaser im
Mist)

Das einzige, was Du mit Rohfaser aus Pferdemist in einem Tonboden erreichst, ist, dass ebendiese Rohfaser durch die an ihr anhaftenden Pferdeverdauungsprodukte für Regenwürmer so „scharf“ ist, dass die einen weiten Bogen drum herum machen. Erst durch die Bakterien und die Wärmeentwicklung in einem guten, weil sehr, sehr lockeren Misthaufen wird das Zeug so weit aufgeschlossen = vorverdaut, dass es wiederum Regenwürmer richtig lecker finden. „Locker“ ist Pferdemist in Tonboden alles andere. Das Tonzeug pappt jeden Halm ringsrum schön fest.

mir ging es eher darum, das organ. Material nicht nur 2 cm im
Oberboden hin- und herzuschubsen, sondern durch tiefes
Umgraben/Einbringen - aber vorerst nur mal EINEN Spaten(blatt)
tief - den Pflanzen/Wurzelraum eben bis dahin zu verbessern.

Was Du tun kannst, ist mechanisch Luft einzubringen. Damit der Tonboden nicht sofort wieder dicht macht, muss man ihm lockere Substanz zufüttern. Das ist eben fertige Komposterde und Sand. Letzterer sogar vor allem. Tonerden zeichnen sich durch eine sehr feine Körnung aus. Alles, was sie vergröbert, tut der Durchlüftung gut.

viele grüße
geli