Frage an Erbeerpflanzenexperten

Hallo,

ich liebäugle dieses Jahr und die folgenden Jahre mit der Erdbeersorte Florika, weil die schön lange stehen bleiben kann.
Meine Fragen dazu an die Experten und Wissenden unter euch:
Sind bei dieser Sorte auch irgendwelche „Nachteile“ zu erwarten?
Kann ich sie auch einpflanzen an eine Stelle, wo die letzten 2 Jahre Erdbeerpflanzen drin waren?
Wenn die Florika eher eine Wiese bildet - ist dann nicht die Gefahr größer, dass sich Krankheiten einschleichen, z.B. wenn die Pflanzen nicht so ideal abtrocknen können oder ist die Sorte relativ resistent?
Und weiß vielleicht auch jemand, ob Dehner die im Angebot hat in den Märkten?
Wäre schön, wenn mir jemand diese Fragen beantworten könnte.

Danke schon mal
daydream

Kann ich sie auch einpflanzen an eine Stelle, wo die letzten 2
Jahre Erdbeerpflanzen drin waren?

Das würde ich auf keinen fall machen. Schon vor Hunderten von Jahren hat man Zweifelderwirtschaft, später Dreifelderwirtschaft betrieben. Und die Menschen waren damals auch schon schlau. Denn jede Pflanze braucht Nährstoffe aus der Erde. Doch die eine braucht von diesem mehr, die andere von jenem mehr. Dadurch wird der Boden einseitig ausgenutzt wenn man mit den Pflanzen nicht abwechselt und irgendwann fehlen die Nährstoffe. Es ist also besser dort Erdbeeren zu pflanzen, wo vorher etwas anderes eingebaut wurde. Du kannst dir das so vorstellen, wie wenn du den ganzen Tag auf einem Fuß herumhüpfen müsstest. Das ist auch einseitige Belastung.
Manche Leute lassen deshalb ein Stück Land brach liegen, d.h. es wird nichts eingebaut. Man könnte meinen, das sich der Boden dann erhohlt und viele Nährstoffe bildet, so dass danach große Erträge zu erwarten sind. Als erfahrener Landwirt kann ich dir aber sagen, das dies nicht so ist. Der Boden hat auch nach Jahrelangem brach liegen keine Nährstoffe mehr.
Du solltest den Boden auf jeden Fall düngen, denn wo man etwas wegnimmt (Früchte) muss man auch wieder etwas hin tun. Hierzu gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Chemie
    Dies ist in manchen Kreisen sehr umstritten. Man muss sich aber klar machen, das ohne den Einsatz Chemisch Pflanzenschutzmittel und Düngemittel in der Landwirtschaft die Bevölkerung nicht zu ernähren währe. Man ist einfach an Grenzen des Ertrags gestosen. Allerdiengs ist zu viel schädlich, das solltest du auch beachten. Ich würde dir aber raten, etwas Kunstdünger zu verwende. Zur Beruhigung: Kein Landwirt wird mehr Chemie einsetzen, als nötig, denn diese Kosten Geld. Damit der Restbestand an Kunstdünger nicht ins Grundwasser gelangt, wird jetzt z.B. Senf auf die Felder gesät, der den Dünger aufnimmt. So wird also auf Deutschem Boden mit Kunstdünger beste Qualität erzeugt, was du auch in deinem Garten so machen kannst.

  2. Biologisch
    Schädlingsbekämpfung ist gut, kann man machen, schadet nicht, hilft aber in den meisten Fällen auch nicht richtig.
    Düngen kann man mit Kompost, was sehr gut ist. Dabei werden Pflanzenreste/Küchenabfälle usw. in einen dafür gebauten Behälter gegeben und verrotten dort. Im Spätjahr kann am die entstandene Erde im Garten verteilen und danach den Garten Umgraben.

Wenn die Florika eher eine Wiese bildet - ist dann nicht die
Gefahr größer, dass sich Krankheiten einschleichen, z.B. wenn
die Pflanzen nicht so ideal abtrocknen können oder ist die
Sorte relativ resistent?

Besser ist es die Pflanzen in Reihen anzulegen, dann ist auch das Pflegen und Ernten besser. Es muss etwas Platz zwischen den Pflanzen sein, da auch die Sonne an die Pflanzen scheinen können muss, damit diese reifen. In einem „Erdbeerwald“ ist das schlecht möglich. Dort können sich auch Schädlinge (Schnecken) gut aufhalten und die Früchte fressen.

Und weiß vielleicht auch jemand, ob Dehner die im Angebot hat
in den Märkten?

Warum Angebote in den Märkten? Es geht auch umsonst. Du kannst jetzt beonacheten, das die Pflanzen sogenannte Ableger haben. Von deinen Pflanzen gehen Schnüre weg, an dessen Enden neue Pflanzen wachsen. An den Schnüren können viele Pflanzen hintereinander sein. Diese kannst du wegmachen und als Setzlinge verwenden. Am besten ist, wann du nur den Ableger verwendest, der der Mutterpflanze am nächsten ist, also ser Erste an der „Schnur“. Die anderen musst du wegmachen und auf den Kompost werfen, das kein „Erdbeerwald“ entsteht. So brauchst du einige Jahre keine Pflanzen zu kaufen.
In der Regel lässt man die Erdbeerpflanzen 2 Jahre stehen, im ersten Jahr macht man immer Ableger davon weg. Man hat also immer Pflanzen die ein Jahr alt sind und Zweijährige Pflanzen. Nach dem 2. Jahr sinkt der Ertrag und die Pflanzen sollten weggemacht werden.

Übrigens: daydream ist ein schönes Wort, ich würde mich aber sehr freuen, wenn ich deinen richtigen Namen erfahren würde.

MFG
D. Richter