Richtig alte Birnensorte(n) gesucht

Hallo,
wir möchten gerne eine Birne in unseren Garten pflanzen. Uns schwebt eine (richtig) alte Sorte vor, die im bereich der Voreifel gedeihen kann und evtl. nicht zu anfällig für Krankheiten ist (Birnengitterrost, Schorf, Monilia…?). Nachdem wir in diversen baumschulen mit unterschiedlicher beratung gewesen sind und wir auch schon gegooglet haben (mit den unpassenden Suchbegriffen?), bleiben wir etwas ratlos.
Wir suchen eigentlich einen (Hobby-)Züchter, der noch alte Sorten züchtet; angeblich gibt es einen im Raum Mainz.

Ist es richtig, dass Birnen im allg. eher schlank in die Höhe wachsen?

Hat jemand Namen von alten Birnensorten, von Züchtern oder sonstige gute Ratschläge?

Danke und Gruss,
K_K

Hallo,

ich würde dir „Gaishirtle“ empfehlen, anspruchslos und lecker. Einziger Nachteil: sie sind nur schlecht lagerfähig.

Gruß

Johannes

Servus K.K.,

es ist richtig: Die alten Birnensorten wachsen riesig, und man kann das kaum mit schwachwüchsigen Unterlagen bremsen.

Ab Ochtendung aufwärts geht das Klima eher in Richtung Mostbirne: Unter anderem die Champagner Bratbirne, die einen moussierenden Most ergibt, dessen sehr wenigen Erzeugern im Württembergischen es kürzlich höchstrichterlich untersagt wurde, auf die verkorkten Flaschen „Champagner Bratbirne“ draufzuschreiben - um die Verwechslung mit der Witwe Klicko auszuschließen.

In diese Kante gehört auch die Sülibirne aus dem Bodenseeraum, eine Holzbirne, die einen hervorragenden Most gibt und die noch lang nicht ausgewachsen sein wird, wenn Du sie nicht mehr anschauen kannst.

Eine für rauhere Lagen gut geeignete Birne aus dem 18. Jahrhundert ist die Petersbirne - ziemlich früh, d.h. auch für schwächelnde Sommer geeignet. Eine leckere Tafelbirne, nicht gut lagerfähig. Die Petersbirne ist in den letzten Jahren wieder sehr populär geworden, es gibt sie leicht zu kaufen.

Das Stuttgarter Geißhirtle wurde schon genannt.

Mit den genannten Namen kommst Du in den Weiten des Web auf viele interessante Fundstellen, auch Angebote von Baumschulen mit teilweise guten Sortenbeschreibungen.

Weitere such ich noch raus, wenn ich mir die Zeit dazu nehme.

Schöne Grüße

MM

Hallo Johannes,
danke für Deinen Hinweis.
woher kennst Du sie?

Lagerfähigkeit brauchen wir eher nicht, da kein geeigneter keller/Platz da ist. Wenn, dann würden wir sie sofort essen, zu Gelee verarbeiten oder zu Kompott. Ginge das?

Gruss,
K_K

Hallo MM,

es ist richtig: Die alten Birnensorten wachsen riesig, und man
kann das kaum mit schwachwüchsigen Unterlagen bremsen.

also doch riesig in die Höhe, bicht riesig in die Breite…?
Ich fürchte, da wird unser Garten schnell zu klein. (am Rand von 200qm soll sie evtl. stehen)

Ab Ochtendung aufwärts

Du meinst: flussaufwärts, das hiesse nach Süden? wir liegen aber noch viel nördlicher als Ochtendung, etwa bei Bonn, aber nicht im Rheintal sondern auf der Höhe vor der Eifel.

geht das Klima eher in Richtung

Mostbirne: Unter anderem die Champagner Bratbirne,
In diese Kante gehört auch die Sülibirne aus dem Bodenseeraum,

Das ist doch alles eher war für Ba-Wü und nicht für südwestl. NRW geeignet?

Eine für rauhere Lagen

Jaa…

gut geeignete Birne aus dem 18.
Jahrhundert ist die Petersbirne - ziemlich früh, d.h. auch für
schwächelnde Sommer geeignet. Eine leckere Tafelbirne, nicht
gut lagerfähig.

Muss nicht.

Mit den genannten Namen kommst Du in den Weiten des Web auf
viele interessante Fundstellen,

Oh ja, allerdings, jetzt habe ich mal einige Begriffe, die zu einem brauchbaren Ergebnis bei google führen.

Vielen Dank.

K_K

Hallo,

woher kennst Du sie?

die gibt es bei uns auf dem Markt, nur von einem Bauer und nur kurze Zeit. Ob wir selber anpflanzen werden ist unklar, wir müssen erst mal alte Bäume fällen und dann den Standort nochmal prüfen was da genau geeignet ist.

Lagerfähigkeit brauchen wir eher nicht, da kein geeigneter
keller/Platz da ist. Wenn, dann würden wir sie sofort essen,
zu Gelee verarbeiten oder zu Kompott. Ginge das?

an den Gaishirtle ist wenig dran, ich esse sie immer mit Kernhaus. Entsaften habe ich noch nicht probiert. Kompott ist sicher möglich, wohl aber mühsam. Die Früchte sind klein, wenn du sie schälst bleibt nicht mehr viel. Und beim Kompott müsste dann auch noch das Kernhaus raus. Das ist dann glaube ich was für geschickte Leute :wink: Bei den Gaishirtle ist es eindeutig der Geschmack der für sie spricht.

Gruß

Johannes

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Servus noch einmal,

hierzu:

Das ist doch alles eher war für Ba-Wü und nicht für südwestl.
NRW geeignet?

die Ergänzung:

Die Vielzahl von gegendtypisch ausgeprägten alten Sorten hängt nicht bloß von den lokalen Boden- und Klimabedingungen ab, sondern auch von dem bis ca. 1860 ziemlich beschwerlichen interregionalen Handel.

So gedeiht z.B. der Trierer Weinapfel im Rheingau vorzüglich, obwohl dort ziemlich andere Bodenverhältnisse sind.

Auch ist der Brettacher ein klassischer alter Bodenseeapfel, obwohl Brettach im Württembergischen liegt und nicht bloß vom Boden her, sondern auch klimatisch anders ist.

Für eine authentische lokale Empfehlung täte ich bloß bedingt die lokale Baumschule kontaktieren (es sei denn, sie wird von einem Fän und Kenner betrieben - es gibt immer mehr davon, unsre Generation reift sozusagen heran…), aber ich denke, dass beim NABU, soweit lokal vertreten, interessante Anregungen zu kriegen sind. Der NABU beschäftigt sich im Vergleich zum BUND mehr mit spezifischem Arten- und Biotopschutz und beheimatet auf diese Weise die entsprechenden Streuobstwiesenfreaks.

Das könnte im Übergangsgebiet Vorgebirge - Eifel ganz wichtig sein, weil dort meines Wissens auch in den bereits rauhen Lagen recht fruchtbare Böden (weit hinauf reichende Lössanwehungen) zu haben sind. Das wäre in der Tat eine ziemlich besondere Ausprägung, weil Braunerden sonst fast immer mit freundlichen Klimaten zusammen auftreten.

Gutes Gelingen wünscht

MM
sich überlegend, ob es eigentlich stillos war, in Mannheimer Auenton mit Oberrheinsonne eine Gewürzluike zu setzen

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Hallo MM,
NABU ist auch eine gute Idee.
Vielen Dank, wir werden noch etwas recherchieren.

Gruss,
K_K

Hallo Johannes,

an den Gaishirtle ist wenig dran,

aha, dann kann ich mir in etwa vorstellenb, wie gross sie ist und wie beschaffen. Nee, also, das lohnt sich dann wohl nicht für Kompott. vielleicht finde ich mal ein Bild im Internet, um meine Vermutung über diese „Knorpelbirne“ zu bestätigen.

Vielen Dank.
Gruss,
K_K

http://www.llh-hessen.de/gartenbau/nichterwerbsgarte…

hmm,
so mager sieht sie gar nicht aus, und die Fruchtbeschreibung klingt auch ganz nett (Vielleicht zu weich für Kompott)…?

Luiken!!
Martin!!

Luiken!!

Die kenne ich noch, weil mein Opa immer welche zu Hause hatte. Und noch vor
Stücker 15 Jahren habe ich auf dem Heidenheimner Wochenmarkt einen Händler
gesehen, der welche verkaufte.

Ich möchte mir ein Bäumchen Gewürzluiken in den Garten stellen (statt eines
jungen Royal Gala, der immer noch nicht trägt). Meinst Du, die Luiken gehen auf
der Alb? Ist sehr steinig und die müssen sich plagen, dass sie die Wurzeln
seitlich vom Pflanzloch ausbreiten können. Und unter Flechten leiden auch alle
Obstbäume dort.
Wenn ja, wo bekomme ich ein Bäumchen her?

Hoffend,
Bolo

Hallo, Kleiner König,

vor längerer zeit habe ich bei einem Brenner auf der Schwä#bischen Alb einen
hervorragenden Birnenbrand gekostet (den habe ich jetzt immer zu Hause :smile:), der
hieß „Palmischbirne“. Das sagte mir überhaupt nix, und da habe ich angefangen zu
googeln und merkte, dass es etliche Gemeinden im Württembergischen gibt, die das
Anpflanzen dieser alten Bäume (werden sehr hoch) fördern. Guck mal nach, das
könnte für Eure Gegend auch taugen. Ich selbst habe ein Bäumlein Gute Luise (alt,
aber Dir vielleicht nicht alt genug) im Garten (ja bei -mäh! :smile:). Da gibt es
dieses Jahr die ersten vier Birnen.

Grüße und viel Erfolg
vom Bolo

Hallo K_K,

hier http://www.biostation-dueren.de/
http://www.biostation-dueren.de/mitarbeiter.html
kriegst Du sowohl Fachberatung als auch Hinweise für Lieferanten.
Meine Apfelbäume hab ich auf Empfehlung von dort gekauft.

Gandalf

Gewürzluike
Servus Bolo,

das wäre wohl einen Versuch wert, denke ich. Ich habe als Stift beim Mostobstlesen (zu dem sie degradiert waren, weil kein Handel sie mehr annahm. Zusammen mit Jakob Fischer, Brettacher, Erdbeerapfel, Rosenapfel, Ontario und all diesen schönen Dingen) pfundweise davon verzehrt. Auf einem frischen, kalkigen, aber wegen Grundmoränen tendenziell staunassen Pseudogley im Tettnanger Raum.

Die Gärtnerei (ohne eigene Baumschule, möglicherweise ist die Quelle der vom Kleinen König vermutete Freak im Rheinhessischen), von der ich sie habe, ist Blauetikett-Bornträger GmbH in Offstein - http://www.blauetikett.de -. Trotz der HP empfehle ich, das Angebot von Blauetikett als Prospekt auf Papier anzufordern, mehr verrate ich nicht, aber ich glaube, es wird Dir ein großes Vergnügen sein, den Prospekt zu sehen.

Neben Berlepsch, Goldparmäne, Oldenburg, Kaiser Wilhelm, Ontario und Winterrambour gibts dort auch die Luike, die beschrieben wird als

„Beliebte und robuste Tafelsorte, langlebig und anspruchslos, (…) guter Pollenspender“. Ich habe vor der Bestellung angefragt, ob die wohl meinen für fast alles Obst gräuslichen Auenton vertragen würde, und nach Rücksprache mit dem Baumschuler (!!) die Auskunft erhalten, das könnte wohl gehen, wenn eine ordentliche Kalkversorgung gewährleistet ist - was bei Dir auf am Deifl saira Hirnschaal das kleinere Problem sein dürfte… Aber der mühselig zu durchwurzelnde dichte Boden - ob von Ton oder von Fels, ist vielleicht nicht so entscheidend - scheint der Luike nicht so große Schwierigkeiten zu bereiten.

Wahrscheinlich erzählt Dir Dr. Doris Väth (ich frage mich, in welcher Fakultät promoviert, aber ich denke, es ist eher eine Naturwissenschaft) von Bornträger gern mehr dazu.

Und jetzt ist genug mit Reklame für heute…

Sey gegrüszt!

MM

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Hallo Bolo,

seitlich vom Pflanzloch ausbreiten können. Und unter Flechten
leiden auch alle
Obstbäume dort.

Leiden sie optisch oder tatsächlich?

Vor einiger Zeit war hier mal ein thread, in dem ging es um die Schädlichkeit von Moosen und Flechten bzw. dass vorallem letztere ein schlechtes Zeichen sind, wenn sie sich irgendwo ansiedeln. ich habe damals kaum oder gar nicht darauf reagiert, aber man kann das eigentlich nicht so stehen lassen, denn jede Flechtenart ist auf eine bestimmte Umwelt bzw. (Mikro)klima spezialisiert. Wenn sich jetzt eine oder mehrere Arten verstärkt irgendwo niederlassen, dann heiosst das nur, das sie sich dort wohlfühlen. Warum, ist eine zweite, evtl. wichtige Frage.
Ich hatte hier eine Doktorandin zu betreuen, die beobachtet hat, wie sich die Flechtenflora in „unbelasteten“ Regionen NRWs und in der Düsseldorfer Altstadt in Bezug auf Stickstoffaufnahme verhalten. Sehr interessant. Manche Arten gab es sehr ausgeprägt in D, andere im stickstoffarmen Wald, usw.

Gruss,
K_K

Hallo MM,

Blauetikett-Bornträger GmbH in Offstein -
http://www.blauetikett.de

die werde ich mir auch mal angucken.
Danke.
K_K

Hallo Kleiner König,

Leiden sie optisch oder tatsächlich?

na, optisch wäre mir egal. Aber an den Blättern kann man sehen, dass es ihnen
nicht gut geht, und der Apfel blüht auch nicht gescheit und fruchtet nicht (was
er langsam müsste, dem Alter nach).

Vor einiger Zeit war hier mal ein thread, in dem ging es um
die Schädlichkeit von Moosen und Flechten bzw. dass vorallem
letztere ein schlechtes Zeichen sind, wenn sie sich irgendwo
ansiedeln. ich habe damals kaum oder gar nicht darauf
reagiert, aber man kann das eigentlich nicht so stehen lassen,
denn jede Flechtenart ist auf eine bestimmte Umwelt bzw.
(Mikro)klima spezialisiert. Wenn sich jetzt eine oder mehrere
Arten verstärkt irgendwo niederlassen, dann heiosst das nur,
das sie sich dort wohlfühlen. Warum, ist eine zweite, evtl.
wichtige Frage.

Mein Gartenbau-Vetter, der von solchen Dingen was versteht, erklärte mir, dass
die Flechten zunächst eigentlich ein gutes Zeichen seien, denn sie zeigten eine
gesunde Umwelt und saubere Luft an. Allerdings sollte man die Flechten bei
feuchtem Wetter (da geht es besonders gut) vom Baum abstreifen. Denn sie
speichern natürlich eine Menge Wasser, was dannbei trockenem Wetter verdunstet
und Verdunstungskälte erzeugt, was dem Baum nicht gefällt. Diese Erklärung
leuchtet mir ein.

Gruß
Bolo

Hallo Martin.

vielen Dank! Das guck ich mir mal an …

Ciao
Bolo