Schlehenried

Mein Familienname Schlereth geht auf den Ortsnamen Schleerieth zurück. Schleerieth wird von den Forschern von Schlehenried hergeleitet. Wie muß ich mir ein Schlehenried vorstellen?

Als Schlehe bezeichnet man heute die schwarzblaue, herb (zusammenziehend) schmeckende, vitaminreiche und stark bereifte Steinfrucht des Schlehdorns (prunus spinosa), der früher auch als Dornschlehe bezeichnet wurde. Im Mittelalter war der Begriff etwas weiter gefasst, so dass auch einige Pflaumenarten dazu gezählt werden konnte. Der Schlehdorn wurde ja auch als die Urform der Pflaume angesehen.

Natürliche Verbreitungsgebiete des Schlehdorns ist auf nährstoffreichen, oft kalkhaltigen, auch flachgründigen, trockenen Böden in voller Sonne; Waldränder, Hecken, Felshänge

Der größte Teil der fragliche Gemarkung (Schleerieth) ist von Löß (also kalkhaltig) überdeckt und wird von ein paar Bachläufen durchzogen.

Ried bezeichnet wohl eine Landschaft mit Schilfsumpf, Röhricht oder Moor. All das bringe ich mit einer Menge Wasser in Verbindung.

Daher meine Frage: Ist der Schlehdorn in einem Ried (sumpfigen Gelände) vorstellbar? Wo, wenn nicht hier, könnte ich fachkundige Antwort auf diese Frage bekommen?

Servus,

Prunus spinosa ist typisch für trocken/warme Standorte, also das ziemliche Gegenteil von Salix und Konsorten, die von sich aus gern im Ried wachsen.

Es könnte eine mittelalterliche „Zusammenfassung“ der Schlehe mit der Traubenkirsche prunus padus vorliegen, die zu Auwäldern gehört und im Zweifelsfall auch im Ried zurechtkommt.

Möglich ist auch eine Geländeform, wo Ried und trocken/warme Hügelflanken direkt nebeneinander liegen - ähnlich wie im voralpinen Moränenland, wo zwischen vielen kleinen Endmoränelein aus dem schrittweisen Rückzug der Würmvereisung viele kleine Riede eingebettet liegen. Das wird aber zu der großräumigen Landschaft um Schleerieth nicht gut passen.

Schlehen im eigentlichen Sinn darf man als Riedbewohner ausschließen. Es ist ihnen da zu feucht, zu sauer und zu kühl.

Schöne Grüße

MM

Hallo Schlereth,
du solltest es einmal im Brett „deutsche Sprache“ versuchen. Riede steht auch für Nutzfläche in Weinbergen. Im Gegensatz zum Ried ist es dort trockener.
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

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Herzlichen Dank Martin May und Ulf,

euere Beiträge haben mir Ansatzpunkte für neue Überlegungen und Recherchen gegeben. Ich bin mittlerweile einen großen Schritt weiter, muss meine Überlegungen allerdings noch besser ausformuliert zu Papier bringen.

MfG Norbert

Hallo Ulf,

dieses

Riede steht auch für Nutzfläche in Weinbergen. Im Gegensatz
zum Ried ist es dort trockener.

ist ziemlich interessant, weil es in der angesprochenen Gegend in der letzten mittelalterlichen Warmzeit durchaus Weinbau gegeben haben kann. Der Begriff „Riede“ ist mir aber gänzlich unbekannt, abgesehen von einem zufällig mal aufgeschnappten Ortsnamen (BS-Kralenriede, wo ich mir schon überlegt habe, wie es wohl ein Ried ins Niederdeutsche verschlagen haben kann).

Handelt es sich dabei um einen genuin niederdeutschen Begriff? Im fränkischen Sprachraum, von dem die Rede ist, kann ich ihn mir nicht recht vorstellen.

Aber Du hast recht, wir müssten ins Sprachbrett umziehen.

Schöne Grüße

MM

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Riede steht auch für Nutzfläche in Weinbergen. Im Gegensatz
zum Ried ist es dort trockener.

ist ziemlich interessant, weil es in der angesprochenen Gegend
in der letzten mittelalterlichen Warmzeit durchaus Weinbau
gegeben haben kann. Der Begriff „Riede“ ist mir aber gänzlich
unbekannt, abgesehen von einem zufällig mal aufgeschnappten
Ortsnamen (BS-Kralenriede, wo ich mir schon überlegt habe, wie
es wohl ein Ried ins Niederdeutsche verschlagen haben kann).
Handelt es sich dabei um einen genuin niederdeutschen Begriff?
Im fränkischen Sprachraum, von dem die Rede ist, kann ich ihn
mir nicht recht vorstellen.

Hallo Martin,
laut Duden kommt Riede aus dem Österreichischen.
Mit freundlichen Grüßen
Ulf