Problem mit Tomatenpflanzen

Hallo,

über Nacht sind meine Tomaten-Stöcke braun und welk geworden. Gestern habe ich in einer Not-Aktion alle reifen Früchte gekocht und eingefroren, die Pflanzen sind wohl hinüber. Ein Teil der Früchte hat braune Flecken. In den Nachbargärten habe ich Ähnliches beobachtet. Weiß jemand was die Ursache ist?

Danke für eure Mühe.

Gruß

Johannes

Hallo Johannes,

das dürfte die Kraut- und Braunfäule sein, hervorgerufen durch Phytophthora infestans.
Guck dich hier mal um: http://www.lfl.bayern.de/ips/gartenbau/06916/

Viele Grüße
Eva

Hallo,

die beste Möglichkeit das zu verhindern ist, die Tomaten zu überdachen. ZB mit einer Plastikplane (UV-beständiges Material verwenden) über einem Holzgerüst. Oder gleich ein Foliengewächshaus bauen.
Phytophtora breitet sich aus, wenn die Pflanzen längere Zeit feuchte Blätter hatten. Deswegen sollte man Tomaten auch nicht über die Blätter gießen und entgegen landläufiger Meinung auch nicht jedes Jahr am gleichen Platz anbauen. Und außerdem die Nähe von Kartoffeln möglichst meiden.

Gruß, Niels

die beste Möglichkeit das zu verhindern ist, die Tomaten zu
überdachen. ZB mit einer Plastikplane (UV-beständiges Material
verwenden) über einem Holzgerüst. Oder gleich ein
Foliengewächshaus bauen.

richtig

Phytophtora wird durch Regenwasser als Träger der Sporen
verbreitet.

feuchte Blätter hatten. Deswegen sollte man Tomaten auch nicht
über die Blätter gießen und entgegen landläufiger

richtig

nicht jedes Jahr am gleichen Platz anbauen.

warum nicht ?

Und außerdem die
Nähe von Kartoffeln möglichst meiden.

falsch, die Sporen werden kilometerweit getragen.

Die Pilzkrankheit kann nur an lebenden Pflanzenteilen überwintern. (Kartoffelknollen)

Aus diesem Grund müssen alle „Durchwuchskartoffeln“ beim Auswachsen im Frühjahr sofort entsorgt werden.

nur zugekauftes Kartoffelsaatgut verwenden, eigene
Kartoffeln könnten infisziert sein.

Gruss
Fritz
a.d.Uw.

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Oder gleich ein Foliengewächshaus bauen.

… funktionierte bei mir nicht, braunfäule kam auch dort hinein …

Phytophtora wird durch Regenwasser als Träger der Sporen
verbreitet.

Hallo, Fritz,
danke schön,
dann brauche ich es nicht mehr zu schreiben. Wir haben dieses Jahr alle Freiland-Tomaten an den Pilz verloren. Die im Gewächshaus aber haben aber dafür umso mehr getragen. http://www.die-postlers.de/eckard/html/00/tomaten.htm
Link nur zeitlich begrenzt gültig.
Grüße
Eckard

Hallo,

dieses Jahr haben wir uns ein Tomatendach gekauft. Und bis jetzt sind unsere Pflanzen noch alle gesund und tragen fleissig Früchte.

Giesse immer nur direkt an den Fuss der Pflanzen damit kein Spritzwasser an die Blätter kommt.

Die Investition hat sich gelohnt.

Darf man die denn noch essen?
Wenn die Pflanze befallen ist, (sieht bei uns nämlich auch so aus)und die Tomaten aber noch nicht alle befallen sind, darf mann die denn dann noch essen? Oder fängt man sich dann irgendwas ein?
Gruß
Stefan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

nicht jedes Jahr am gleichen Platz anbauen.

warum nicht ?

das ist kein phytophtora-spezifisches Problem. Es gibt andere Pflanzenkrankheiten (Nematoden, Alternaria etc.), die im Boden überdauern können und durch einen Fruchtwechsel gemildert werden.

Und außerdem die
Nähe von Kartoffeln möglichst meiden.

falsch, die Sporen werden kilometerweit getragen.

doch richtig. Die Sporenkonzentration und damit der Infektionsdruck sind am höchsten neben der Sporenquelle (zB infizierten Kartoffeln). Man lagert schließlich auch keine Lebensmittel neben verschimmeltem Brot nur weil die Schimmelsporen sowieso überall in der Luft sind.

Gruß, Niels

Hallo Niels,
Deine erste Antwort habe ich mit einem Stern belohnt.
aber…

das ist kein phytophtora-spezifisches Problem. Es gibt andere
Pflanzenkrankheiten (Nematoden, Alternaria etc.), die im Boden
überdauern können und durch einen Fruchtwechsel gemildert
werden.

aber nicht im festgebauten Foliengewächshaus, da trocknet die Erde im Winter aus,…
oder willst Du das Haus alle Jahre versetzen ?

doch richtig. Die Sporenkonzentration und damit der
Infektionsdruck sind am höchsten neben der Sporenquelle (zB
infizierten Kartoffeln)

Zugekauftes Saatgut sollte frei sein von Krankheiten, da die Saatgutproduzenten verpflichtet sind wöchentlich zu kontrollieren.
Daher auch die grosse Preisdifferenz zu Gebrauchskartoffeln.

Wenn nach einem Regen, wie kürzlich in unserem Schrebergartenareal geschehen, zur gleichen Zeit bei allen Kartoffeln und Tomaten die ersten Infektiomsherde festgestellt werden, nützt auch eine Trennung der K.und T. nicht viel, da eben die Sporen kilometerweit vom Regen herangetragen werden.

Man lagert schließlich auch keine
Lebensmittel neben verschimmeltem Brot nur weil die
Schimmelsporen sowieso überall in der Luft sind.

seltsame Logik :smile:

Gruss
Fritz

a.d.Uw.

Hallo Stefan,
Kraut- und Knollenfäule ist eine PFLANZENKrankheit; wenn die Tomatenfrüchte nocht schön sind, kannst Du sie natürlich essen.

Gruss,
K_K

Hallo,

Deine erste Antwort habe ich mit einem Stern belohnt.
aber…

wie großzügig, Meister!

das ist kein phytophtora-spezifisches Problem. Es gibt andere
Pflanzenkrankheiten (Nematoden, Alternaria etc.), die im Boden
überdauern können und durch einen Fruchtwechsel gemildert
werden.

aber nicht im festgebauten Foliengewächshaus, da trocknet die
Erde im Winter aus,…
oder willst Du das Haus alle Jahre versetzen ?

nicht jeder hat ein festgebautes Gewächshaus. Also bitte keine Spezialfälle. Abgesehen davon sind Pilzsporen ziemlich dauerhaft und auch Nematoden machen sich nichts aus der Trockenheit. Manche Entwicklungsstadien sind sehr dauerhaft (zB können Nematodenlarven jahrelang in Bohnensamen überdauern).
Abgesehen davon gibt es Gärtner wie mich, die ihr Folienhaus auch im Winter nutzen (zB für Feldsalat). Deshalb (und durch aufsteigendes Grundwasser) trocknet ein Folienhaus auch im Winter nicht soweit aus, dass zB kein Unkraut mehr darin wachsen könnte.

doch richtig. Die Sporenkonzentration und damit der
Infektionsdruck sind am höchsten neben der Sporenquelle (zB
infizierten Kartoffeln)

Zugekauftes Saatgut sollte frei sein von Krankheiten, da die
Saatgutproduzenten verpflichtet sind wöchentlich zu
kontrollieren.
Daher auch die grosse Preisdifferenz zu Gebrauchskartoffeln.

Leider weiß ich aber nicht, was der Nachbar für Saatgut verwendet.

Wenn nach einem Regen, wie kürzlich in unserem
Schrebergartenareal geschehen, zur gleichen Zeit bei allen
Kartoffeln und Tomaten die ersten Infektiomsherde festgestellt
werden, nützt auch eine Trennung der K.und T. nicht viel, da
eben die Sporen kilometerweit vom Regen herangetragen werden.

Da Kartoffeln aber iA früher da sind als Tomaten, sind sie auch früher den Sporen ausgesetzt und damit eher infiziert. Des weiteren ist es eben üblich die Tomaten im Gegensatz zu den Kartoffeln durch eine leichte Überdachung zu schützen, womit der Regen eben zunächst nur die Kartoffeln infizieren kann und durch die Feuchtigkeit der Kartoffeln die Fäule auch einen guten Nährboden vorfindet. Das ist der Grund, weshalb die Infektion fast immer von den Kartoffeln ausgeht.

Man lagert schließlich auch keine
Lebensmittel neben verschimmeltem Brot nur weil die
Schimmelsporen sowieso überall in der Luft sind.

seltsame Logik :smile:

ja, das ist ja auch ein recht komplizierter Vorgang, der natürlich schwer zu verstehen ist.

Gruß, Niels