Mehltau & Co

Hi!

Ein Busch hat Mehltau, andere Pflanzen im Garten haben immer mal wieder irgendwelche Parasiten, die die Blätter anfressen.

Gibt es eine universelle Möglichkeit, das zu beheben…?

Danke und Grüße,

Mathias

Hi Mathias,

universelle Möglichkeit? Wie wärs mit teeren oder betonieren und grün anstreichen?

Ok, Scherz beiseite. So ist das nunmal bei den Pflanzen, die haben eben genauso ihre Wehwehchen wie wir auch. Man kann ein wenig vorbeugen indem man

  • die Standortansprüche der Pflanzen berücksichtigt
  • dafür sorgt, daß sich Nützlinge im Garten wohlfühlen
  • Sorten auswählt, die robust sind und gute Resistenzeigenschaften haben.
    Ganz ausschliessen kann man es aber auch dann nicht, daß mal Mehltau oder Blattläuse oder sonstige Krankheiten auftauchen.

Gute Beratung und entsprechend ausgewählte Pflanzen hierfür gibts meist nicht in der Gartenabteilung des Baumarkts sondern beim Gärtner oder in der Baumschule. Die Pflanzen kosten dort vielleicht etwas mehr, aber der Aufwand (auch finanziell) lohnt sich.

Ich habe z.B. vor einigen Jahren ein paar Lavendelstauden beim Gärtner für 12 DM gekauft. Diese gedeihen wunderbar, überstehen auch den Winter gut. Dagegen sind die 3 DM-Pflanzen aus dem Baumarkt im ersten Winter erfroren. Die stammten eben aus Schnellaufzuchten, vermutlich aus Südfrankreich. Das dortige Material ist halt nicht an unsere Winter angepaßt und wird einfach hochgepuscht. Die teureren Pflanzen stammten aus eigener Aufzucht der Baumschule und waren extra für unser Klima ausgesucht. Mit anderen Pflanzen und Resistenzen gegen Krankheiten ists ähnlich.

Viele Grüße und nur nicht aufgeben
Eva

Hallo Mathias,

ergänzend zu Evas ziemlich erschöpfender Antwort:

Parasiten an Zierpflanzen sind in sehr vielen Fällen eine Bereicherung für das System, weil sie eine Nahrungsquelle für ihre Fraßfeinde sind. Ein übriges kann man tun, indem man ein vogel- und raubinsektenfreundliches Chaos wenigstens in Teilen des Gartens entstehen lässt (das geht mehr oder weniger von selber durch Bleibenlassen); auch das Offenlassen eines kleinen Flugloches in einem nicht zu aufgeräumten Geräteschuppen ist für viele Raubinsekten schon eine gute Überwinterungshilfe. Nachbars Teich, egal wie steril er ist, kann Libellen aufhelfen - es ist eine Lust, einer Riesenlibelle bei der Jagd zuzuschauen.

Mehltau ist so eine Sache. In den zurückliegenden Wochen war für allerlei Pilzinfektionen, darunter echten und auch den sonst eher früher im Jahr auftretenden falschen Mehltau ein ziemlich hoher Infektionsdruck. Auf echten Mehltau an sehr vielen Zierpflanzen wirken Schwefelpräparate (Netzschwefel) ganz ordentlich, wenn sie früh angewendet werden.

Andere Pflanzen machen sich nicht viel draus, z.B. junge Eichen werden fast überall (auch in freier Wildbahn) stark befallen und treiben dann durch.

Wieder andere kann man an ungünstigen Standorten bloß durch Sortenwahl angehen, bei Rosen etwa hängt die Anfälligkeit stark von der Sorte ab. Schade, wenn man deswegen auf die Schwarze Baccara verzichten muss, aber es gibt viele andere schöne. Bei einem Rosengärtner, der mir über die Anfälligkeiten der Sorten nichts sagen will oder kann, kaufe ich nichts.

Welche Pflanzen auf welchem Standort machen Dir besondere Sorgen?

Schöne Grüße

MM