Kann Zwetschge radikal beschnitten werden?

Hallo,

ich habe in meinem Kleingarten eine ca. 6 m hohe Zwetschge. Die gefällt mir ganz gut, aber viel zu groß in meinem kleinen Garten; viel zu viel Frucht - das schaffe ich gar nicht alles!

Ich würde sie gerne radikal auf 3 m kürzen. Überlebt der Baum das?
Wann wäre die richtige Zeit zum Schneiden?

Liebe Grüße
Jonas

Hallo,

ich habe in meinem Kleingarten eine ca. 6 m hohe Zwetschge.
Die gefällt mir ganz gut, aber viel zu groß in meinem kleinen
Garten; viel zu viel Frucht - das schaffe ich gar nicht alles!

Ich würde sie gerne radikal auf 3 m kürzen. Überlebt der Baum
das?

Ich denke schon ,allerdings kann es sein das der Baum in der folgenden Fruchtperiode nur sehr mageren ertrag bringt

Wann wäre die richtige Zeit zum Schneiden?
Januar - März
Liebe Grüße
Jonas

Servus Jonas,

„das kommt drauf an“.

Was jetzt kommt, kommt nicht aus eigener Erfahrung - vielleicht erzählt Fritz a.d.Uw. noch richtig Erprobtes - er hat kleine paar Jährlein Zeit gehabt, viel zu erproben, und auch den nötigen Wunderfitz dazu.

Generell ist Steinobst auf diese Art von Verjüngungsschnitten sehr empfindlich. Bei Sauerkirschen und Pfirsichen gehts gar nicht, bei Süßkirschen relativ gut, Zwetschen dürften sich dazwischen bewegen. Die Risiken sind (1) besenartiges Verwachsen des Baumes und (2) Gummifluss.

Wenn der Baum im Kern eine schön in die Waagerechte erzogene Krone zeigt, und bloß darüber hinaus gewuchert ist, kann das innert etwa drei-vier Jahren in Etappen gehen.

Ich täte versuchen, zuerst den Baum ziemlich hell zu schneiden, ohne ihm Leitäste wegzunehmen. Im nächsten Jahr die nach oben hinausgetriebenen Leitäste bis auf die ursprüngliche Krone abzuwerfen. In den folgenden Jahren den dann heftig frisch austreibenden Baum zu beruhigen mit neuer Formierung von Leit- und Fruchtholz mit Sommerschnitt im August (gibt einen ruhigeren Baum).

Die beschriebenen ersten schwereren Einschnitte sollten gegen Ende der Winterruhe, je nach Klima vielleicht Ende Februar, Anfang März, stattfinden.

Wenn der Baum eine „zwetschgengemäße“ in die Senkrechte weisende, wenig formierte Krone zeigt, täte ich ihm schrittweise alle Leitäste außer der Stammverlängerung um höchstens einen Drittel pro Winterschnitt zurücknehmen. Dabei, falls nötig, auf drei Leitäste pro Ebene in zwei, höchstens drei Ebenen begrenzen, alles andere weg. Sonst ist zu wenig Licht in der Krone und das Ganze verwächst zu einem Besen. Die dann schnell auftretenden Seitentriebe als neue Leittriebe stehen lassen. Zuletzt, wenn die sich bereits etwas kräftiger und dominierender zeigen, die Stammverlängerung abwerfen, auch hier nicht mehr als einen Drittel auf einmal, lieber weniger als mehr. In dieser Verjüngungsphase immer drauf achten, dass sehr viel Licht in der Krone ist (wirkt bremsend auf Wasserschosse).

Das ist jetzt alles blanke Theorie und ein bissel subjektives Empfinden, wie sich der Baum verhalten könnte. Praktische Vorbilder siehst Du überall dort, wo Süßkirschen im großen Maßstab auf Hochstämmen gezogen werden: Da werden die Kronen häufig auf die Hälfte von dem beschränkt, was sie von sich aus täten. Charakteristisch sind die seltsam abstrakt gewinkelt in die Waagerechte abknickenden Leitäste: Die sind allesamt so entstanden, dass man einen zuerst in spitzem Winkel angesetzten Leitast einkürzt, und dann einen Seitentrieb des Folgejahres zum neuen Leitast auswählt.

Schöne Grüße

MM

HAllo, in unserem Garten haben wir vor ca. 3 JAhren den oberen Teil der Krone einer sehr alten Z. „geworfen“, komplett abgeschnitten, da man die Z. gar nicht mehr ernten konnte in der Höhe. Der Baum trug in den Jahren danach wie zuvor - regelmäßig und gut, mit dem Vorteil, dass man an die Früchte auch ran kam.

Im vorigen Winter wurde der BAum, der inwzischen voller Wassertriebe war, dann „fachmännisch“ beschnitten, von einem erfahrenen Gärtnermeister. Diesen Sommer ist keine einzige Z. dran.

Womit ich nicht dem Gärtner die Schuld geben will. In unserer Region gibt es fast gar keine Z. dies Jahr. Mag an irgendwelchen Witterungsumständen liegen…

dalga

Hi dalga,

Womit ich nicht dem Gärtner die Schuld geben will. In unserer
Region gibt es fast gar keine Z. dies Jahr. Mag an
irgendwelchen Witterungsumständen liegen…

das kann ich bestätigen, wir hatten dieses Jahr auf drei Bäumen nicht eine einzige Pflaume; ohne Schnitt vorher.

Gandalf

da Martin mich so aufschreckt…

mein Grossvater hat nie an Zw. bäumen „herumgeschnippelt“

Zw.lieben das gar nicht, man kann nicht formatieren wie bei Apfel und Birnen.

Jonas, Dein Baum darfst du ohne weiteres gleich bodeneben behandeln.„grins“

Lass Dich in der Baumschule beraten, kauf eine schwachwüchsige Sorte (ev.Bühler) auf Niederstamm.

Jetzt allgemein zum Zw.-Schnitt:

Nie auf „Stumpen“ anschneiden, einjährige Triebe ganz stehen lassen oder ganz wegschneiden.

Jeweils ein Ständer auf Scheitelbogen stehen lassen, die Seitentriebe daran nach innen wegschneiden.
Diese Ständer biegen sich durch Belastung nach unten.

Die abgetragenen Bogen können im dritten Jahr unterseitig in einer Verzweigung entfernt werden.Diese abwärtsgerichteten Schnittstellen können gut vernarben, da Regenwasser nicht eingeschlossen wird.

Schaut mal in die Runde, wie so Zwetschgenbäume fachgerecht nach Literatur zu Tode geschnippelt werden.
Die auf Zapfen zurückgeschnitten Leitäste treiben 30cm tiefer gewaltig aus, der Zapfen verdorrt.

Bei einem gut gepflegten Zwetschgenbaum sieht man nie alte Schnittstellen.

Auch nie Wundverschluss anbringen, …ausser Pilzzucht sei erwünscht.

Vorteihaft an jungen Bäumen ist Sommerbehandlung der Neuaustriebe(Riss und Pinzieren), ersetzt Winterbehandlung.

Wünsche allen einen fröhlichen Herbst.

Gruss

Fritz
a.d.Uw

Die Frühsorten hatten gut befruchtet(Ersinger), die Späteren hatten auch bei uns ausgesetzt.

Gruss
F.