Hallo und Guten Tag,
bei unserer Kartoffelernte, wir haben es diesmal mit alten Sorten wie Bamberger Hörnchen und Vitelotte versucht, hatten wir einige angefressene und „Matschkartoffeln“, bei denen wir die folgenden Tierchen in der Nähe der Kartoffeln fanden. Sind die nun Ursache, haben also selbst die Kartoffeln angenagt, oder sind die im Boden durch Pilze oder ähnliches angegammelt und die lieben Tierchen haben sich quasi nur der Reste angenommen?
Um was handelt es sich…und kann mans auch bekämpfen falls es die Urheber sind?
http://img92.imageshack.us/my.php?image=raupe2rt84gu…
Originallänge etwa 40 mm
http://img92.imageshack.us/my.php?image=raupe1rt80zk…
Originallänge etwa 15mm
Servus Roger,
schön, dass wenigstens ein bissel was gediehen ist!
http://img92.imageshack.us/my.php?image=raupe2rt84gu…
Originallänge etwa 40 mm
Dieses scheint mir ein junger Hundertfüssler (lithobius) zu sein. Hundertfüssler leben räuberisch, eine Bekämpfung ist nicht notwendig.
http://img92.imageshack.us/my.php?image=raupe1rt80zk…
Originallänge etwa 15mm
Dieses scheint mir ein Drahtwurm (Larve des Schnellkäfers agriotes) zu sein. Man kann hier mit systemischen Insektiziden arbeiten, ob es noch welche gibt, die im Haus- und Kleingarten angewendet werden dürfen, weiß ich nicht; allemal sind Insektizide generell die Pflanzenschutzmittel, die am ehesten riskant hinsichtlich Rückständen sind.
Drahtwürmer sind häufig auf frischem Grünlandumbruch und bei hohen Stallmistgaben (auch verrottetem). Wenn ihre Nahrungsgrundlage - frisch abgestorbenes und leider auch junges, lebendiges Wurzelwerk wegfällt, pendelt sich der Bestand ein.
Matschige und nicht besonders heimelig riechende Kartoffeln sind aber nicht Folge von Insektenfrass (auch Drahtwürmer machen keine dramatischen Löcher, die schaden eher frisch auflaufender Saat), sondern in der Regel Folge der Kraut- und Knollenfäule Phytophtora Infestans. Die kann man mit Kupferkalk (eine bis maximal zwei Anwendungen bei feuchtwarmem Wetter Mitte/Ende Juni, spätestens bei ersten Befallsanzeichen - vergilbende, welke, etwas gekräuselte Blätter) relativ gut in den Griff kriegen. Kupferkalk sollte aber nicht flächig angewendet werden, weil er allerlei Bodenlebewesen - vor allem Regenwürmer - umbringt, und weil er sich über die Jahre weg im Boden ansammelt. In einzelnen Reihen, die jährlich wandern, tut er aber nicht weh - als sturer „ohne-Folie“ Tomatenanbauer hab ich betreffend Regenwürmer noch keine Schäden festgestellt.
Ein paar andere Wirkstoffe und ein Kapitelchen zur Phytophtora gibts hier:
http://www.fiedlers-gartenwelt.de/pics/medien/1_1090…
Schöne Grüße
MM