Wein anbauen, als Wandbegrünung

Hi Experten,

meine Frau möchte an die Wand eines unserer Ställe Wein pflanzen, allerdings keinen wilden, sondern solchen, der auch Trauben trägt.

Es soll bzw. muß keine Hochleistungsvariante sein, aber schmecken sollte es einigermaßen.

Es handelt sich um eine Südwand, Höhe ca. 4 m und in etwa genauso breit.
Erde ist vorhanden, bzw. kann weiter eingebraucht werden. Für alle die jetzt anmerken, man müsse bei Pflanzen an Wänden aufpassen, die Erde kommt in ein ehemaliges Sickerbassin eines Misthaufens.

Welche Sorten gibt es, meine Frau würde weiße Trauben bevorzugen.
Wie sollte die Rankhilfe aussehen.

Noch mal die Rahmendaten:
Südseite im Rheinland, Innenhof, einigermaßen geschützt.

Gandalf

Hallo Gandalf,

meine Frau möchte an die Wand eines unserer Ställe Wein
pflanzen, allerdings keinen wilden, sondern solchen, der auch
Trauben trägt.

Es soll bzw. muß keine Hochleistungsvariante sein, aber
schmecken sollte es einigermaßen.

Ihr möchtet also eher essen als pressen.
Im Gartencenter kriegt man meist (zumindest so von mir in meiner Gegend gesehen) sowieso eher Eß- als Weintrauben. Wenn auf dem Etikett steht großfruchtig, süß, passt es auf jeden Fall.

Es handelt sich um eine Südwand, Höhe ca. 4 m und in etwa
genauso breit.
Erde ist vorhanden, bzw. kann weiter eingebraucht werden. Für
alle die jetzt anmerken, man müsse bei Pflanzen an Wänden
aufpassen, die Erde kommt in ein ehemaliges Sickerbassin eines
Misthaufens.

Grundsätzlich braucht Wein eher mageren, sogar steinigen Boden, als „gute“ Erde. Zweitens: Wein hat von Natur aus Wurzeln, die sich meterlang in den Boden graben. Deshalb hat man früher gerne Wein an Hausmauern gesetzt, um den darunter liegenden Keller trocken zu halten (weil die Weinwurzeln dort die Feuchtigkeit aus der Erde zogen).
Mein Exemplar 35 Jahre am Standort Südwand vor dem Eßzimmerfenster braucht tatsächlich auch im heißesten Sommer keine Bewässerung. Hat aber andererseits natürlich nichts gegen die eine oder andere Kanne Wasser.

Welche Sorten gibt es, meine Frau würde weiße Trauben
bevorzugen.

Sortennamen kann ich Dir leider keinen nennen.

Wie sollte die Rankhilfe aussehen.

Wir haben an unserer Mauer ein schlichtes Stück Baustahlgitter in passender Größe und Breite. Ich habe es allerdings mit Rostschutzfarbe gestrichen. Braune Laufspuren an der hellen Wand fand ich nicht so prickelnd. Der Wein mags und schafft es jeden Sommer in die Dachrinne.

Noch mal die Rahmendaten:
Südseite im Rheinland, Innenhof, einigermaßen geschützt.

Bei uns in Oberfranken hat es immer mal wieder -25°. Das bringt einen Weinstock aber nicht um. Du solltest also unabhängig von der Suche nach der Sorte keinerlei Probleme zu erwarten haben.

viele Grüße
Geli

Servus Gandalf,

Welche Sorten gibt es, meine Frau würde weiße Trauben
bevorzugen.

seit der Liberalisierung des Tafeltraubenanbaus tut sich da einiges, praktisch alle Versuchsanstalten beschäftigen sich mit dem Thema. An zwei Sorten erinnere ich mich ohne Nachblättern:

Eine Schweizer Züchtung, die wohl für die gängigen Pilzerkrankungen nicht so sehr anfällig ist und auch am Rand von Weinbauklimaten Tafeltrauben bringt, ist „Birstaler Muskat“.

Eine ebenfalls gut pilzfeste, relativ frühreife und großfrüchtige Sorte aus D ist „Palatina“.

Schöne Grüße

MM

Hallo Gandalf,
ich habe an meiner Südwand seit über 10 Jahren 2 Reben. Die Früchte sind zuckersüß und die Erntemengen sind für uns (inkl. Nachbarn) schon fast zu groß !

Welche Sorten gibt es, meine Frau würde weiße Trauben
bevorzugen.

Ich vermute wir haben „Regent“ (rot) und „Phoenix“ (weiß), beide sind super! Ich bin aber bei der Sortenbezeichnung nicht 100%-ig sicher, wir haben die Pflanzen von einer Rebveredlung aus der Gegend, die sie schlicht als „Tafeltraube rot bzw. weiß“ verkauft.

Du brauchst höchstens 2 Pflanzen, da kommt’s nicht drauf an, ob sie bei OBI 50 Cent billiger sind. Ich kann deshalb nur empfehlen die Pflanzen beim Fachmann (Rebveredlung) zu holen, da gibt’s gleich noch Pfanztips dazu!

Jedenfalls rate ich dringend zu eine Hybrid-Sorte wie Regent oder Phoenix. Die sind ziemlich Mehltau-resistent. Wir haben unsere z.B. noch nie (!) gespritzt. Als „Pflanzenschutz“ brauchen wir allerdings ein Netz gegen Vögel, weil uns sonst innerhalb weniger Tage die Amseln die reifen roten Trauben wegfressen würden.

Wie sollte die Rankhilfe aussehen.

Die „richtige“ Rebe braucht im Gegensatz zum wilden Wein ein Spalier (hält sich nicht am Putz fest und macht demzufolge auch nichts kaputt!) Ich habe in ca. 40 cm Abstand von der Wand senkr. Vierkanthölzer (Abstand dazw. kann ruhig 4 m sein) angebracht. Zwischen denen sind Drähte gespannt (2 unterhalb und 2 oberhalb der EG-Fenster). Das hat sich bestens bewährt.

Mit dem ehemaligen Misthaufen wäre ich vorsichtig. Die Rebe wurzelt sehr tief (hab mal was von > 7 m gehört). Sie sollte nicht nach 1-2 m auf Beton stoßen. Der Boden des Misthaufens müsste also raus …

Viel Spaß damit wünscht
Kurt
PS: Leider dauert es ein paar Jahre, bis sie so richtig tragen!

Hi ihr lieben AntworterInnen,

habt Dank für die Ratschläge.

Werd das meiner Frau weitergeben (die mir dann wohl den Arbeitsauftrag für Spalier etc. zurückgeben wird :wink: )

Nochmals Danke

Gandalf

Hallo Geli,

Ihr möchtet also eher essen als pressen.

jepp!

Im Gartencenter kriegt man meist (zumindest so von mir in
meiner Gegend gesehen) sowieso eher Eß- als Weintrauben. Wenn
auf dem Etikett steht großfruchtig, süß, passt es auf jeden
Fall.

Aha. Da werden wir mal schauen.

Grundsätzlich braucht Wein eher mageren, sogar steinigen
Boden, als „gute“ Erde. Zweitens: Wein hat von Natur aus
Wurzeln, die sich meterlang in den Boden graben. Deshalb hat
man früher gerne Wein an Hausmauern gesetzt, um den darunter
liegenden Keller trocken zu halten (weil die Weinwurzeln dort
die Feuchtigkeit aus der Erde zogen).

Das passt soweit. Die ‚Erde‘ besteht momentan aus Bauschutt von unsreem Vorbesitzer, die mit etwas Kompost aufgewertet wurde.

Wir haben an unserer Mauer ein schlichtes Stück Baustahlgitter
in passender Größe und Breite.

So was hab ich auch geplant. Dann paßt es ja.

Bei uns in Oberfranken hat es immer mal wieder -25°. Das
bringt einen Weinstock aber nicht um.

Auch schön.

Dann also los.

Gandalf

Moin Martin,

Eine Schweizer Züchtung, die wohl für die gängigen
Pilzerkrankungen nicht so sehr anfällig ist und auch am Rand
von Weinbauklimaten Tafeltrauben bringt, ist „Birstaler
Muskat“.

Eine ebenfalls gut pilzfeste, relativ frühreife und
großfrüchtige Sorte aus D ist „Palatina“.

Hast Du eine Adresse, wo ich so was kriegen kann?
Hier ist Wein in den Läden nicht so gängig.

Und noch was.
Wann sollte Wein gepflanzt werden?

Gandalf

Hallo Kurt,

ich habe an meiner Südwand seit über 10 Jahren 2 Reben. Die
Früchte sind zuckersüß und die Erntemengen sind für uns (inkl.
Nachbarn) schon fast zu groß !

das klingt ja gut.
Meine Söhne lieben Trauben und werden wohl die größten Konsumenten werden.

Du brauchst höchstens 2 Pflanzen, da kommt’s nicht drauf an,
ob sie bei OBI 50 Cent billiger sind. Ich kann deshalb nur
empfehlen die Pflanzen beim Fachmann (Rebveredlung) zu holen,
da gibt’s gleich noch Pfanztips dazu!

Baumärkte & Co kommen mir für solche Sachen sowieso nicht ins Haus.
Hast Du eine Adresse, wo man Deine Sorten kriegt?

Als „Pflanzenschutz“
brauchen wir allerdings ein Netz gegen Vögel, weil uns sonst
innerhalb weniger Tage die Amseln die reifen roten Trauben
wegfressen würden.

Auch ein wichtiger Rat. Danke.

Die „richtige“ Rebe braucht im Gegensatz zum wilden Wein ein
Spalier

Ich hatte geplant, eine Baustahlmatte auf Vierkante zu schrauben.
Bei Geli hats wohl geklappt. Mal sehen, wie ichs mache.

Mit dem ehemaligen Misthaufen wäre ich vorsichtig. Die Rebe
wurzelt sehr tief (hab mal was von > 7 m gehört). Sie
sollte nicht nach 1-2 m auf Beton stoßen. Der Boden des
Misthaufens müsste also raus …

Das würde ein Problem, weil unter der Wanne eine Sickergrube ist, in der ich Regenwasser sammel (zur Gartenbewässerung).
Aber zwischen Grube und Nachbarwand ist wohl noch etwas Platz, wo die Wurzeln nach unten können.

PS: Leider dauert es ein paar Jahre, bis sie so richtig
tragen!

Das hab ich befürchtet, aber was solls.

Gandalf

Hallo Gandalf !

Hast Du eine Adresse, wo man Deine Sorten kriegt?

Ja, aber das ist hier in Württemberg, wird dir nicht viel helfen:
http://www.gemmrich.com/

Gruß Kurt

Hi Gandalf,

mein Tip ist ganz einfach: Wenn Du einen Winzer Deines Vertrauens hast, bei dem Du z.B. regelmäßig Deine Weine kaufst, dann frage den mal.
Die meisten Winzer haben selbst auch „Eßwein“ am Haus und wissen was geht und was nicht.
Läßt sich schön mit einer kleinen Tour ins bevorzugte Weinbaugebiet (bei mit ist das südlich von Bingen) verbinden *schleck*.
Finger weg von dem Schei** den man z.B. in der Drosselgasse an Touris vertickt - ist meistens der Schrott den kein Winzer mehr kaufen würde.

Oder frage mal in einem guten Fachmarkt für Gartenbau und Landschaftspflege. Kost´ ein paar Euro mehr als vom Grabbeltisch des Billgbaumarkts aber es lohnt sich.

Gruß
Bernd
*der NIE verraten würde, daß er nach Wittlaer fahren würde, guckst Du Link…*
http://www.boehmann-ilbertz.de/mainframe.html

Hi Gandalf,

habe seit ca 10 Jahren einen „Roten“ an der Südseite unserer Pergola ranken - Sorte kann ich Dir leider nicht sagen aber: unser Wein ist ein Ableger vom Stock meines Großvaters. Nachdem er bei diesem auch schon viele viele Jahre „auf dem Buckel hatte“ wußte ich im voraus daß er er

  1. mehltauresistent ist
  2. wie er schmeckt.

Natürlich hat’s ein paar Jahre gedauert bis er ausreichen gewachsen war um reichlich zu tragen aber jetzt - lecker.

Vielleicht findest Du ja in Deiner Umgebung einen Weinbesitzer, der gute Erfahrungen mit seinem Stock gemacht (Krankheitsresistenz, gute Erträge) und Dich mal probieren lässt.

Das mit dem Sickerbassin könnte dann ein Problem werden, wenn es für die tatsächlich sehr tief wachsenden Wurzlen kein „Schlupfloch“ gibt - ansonsten ist’s nicht so tragisch weil Wein auf vielen „professionellen“ Weinbergen auf steinigem Untergrund steht wo auch nicht ausgeschlossen ist, daß in einigen Metern Tiefe größere Felsplatten den Weg versperren.

Gruß
Max

Hallo Kurt,

Ja, aber das ist hier in Württemberg, wird dir nicht viel
helfen:
http://www.gemmrich.com/

hat es aber!
Die Leutchen sind sehr hilfbereit und haben mir eine Liste ihrer Sorten zugefaxt.
Dazu noch ne Anleitung, wann und wie man Wein anpflanzt - Voila.
Da bleiben keine Wünsche offen.

Gandalf

Servus Gandalf,

aus Rheingauer Zeiten erinnere ich mich an die Zeit März bis Mitte Mai für die Neuanlage von Wingerten. Warum nicht Herbst, um die bessere Wasserversorgung im Winterhalbjahr zu nutzen, kann ich bloß mutmaßen: Ich denke, dass die jungen Reben relativ kälteempfindlich sind.

Adelheid hat heute auf dem Markt unseren Freinsheimer Apfelmann - der auch ein paar kleine Wingert hat - nach Rebschuladressen gefragt, bei denen man Birstaler Muskat und Palatina finden könnte. Der empfahl, sich mal bei Wolf in Ungstein (gleich bei Dürkheim) und bei Freytag in Neustadt/Weinstr. zu erkundigen.

Rebschule Freytag hab ich im Web gefunden, die hat offenbar beide.

Wies an Mittelrhein und Mosel aussieht, hab ich nicht rausgebracht - da weiß ich auch nicht mehr als Freund Google.

Schöne Grüße

MM