Kletterrosen zurückschneiden?

Hallo, Ihr mit dem grünen Daumen!
In dem ziemlich verwilderten Garten, den wir mit unserem „neuen“ alten Haus mitgemietet haben, stehen mehrere arg vernachlässigte Kletterrosen. Sie haben mit ziemlicher Sicherheit einen Sternrußtau (und den wohl auch schon mehrere Jahre) und verkahlen von unten her. Die Pflanzen sind ca. 2 m hoch. Wie stark kann/muß ich sie zurückschneiden, damit sie nicht nur auf den oberen 50 cm Blätter und Blüten haben. Und wann muß ich das machen? Vielleicht noch zur Information: Die Rosen sind ca. 6-8 Jahre weder geschnitten noch gespritzt oder gedüngt worden.
Danke für Eure Antworten,
Anja und Rainer

hallo ihr beiden! ob ich einen grünen daumen hab weiss ich nicht, aber eins ist klar: bei euren rosen hilft bei 6-8-jähriger „vernachlässigung“ (über rosenschneiden und -nichtschneiden gibt es die verschiedensten philosophien) nur eine grundsätzliche verjüngung. die rosen sind überaltert, deshalb von unten her kahl. der sternrusstau tut nur noch sein übriges. es mag brutal wirken und nacher aussehen aber die rosen danken es euch nächstes jahr.

so wird verjüngt (so grundsätzlich müsst ihr es nur dieses eine mal machen, weil eben so lange nichts ging):
jetzt gleich: seht euch die rosenstöcke einzeln im unteren bereich an, die triebe sehen unterschiedlich aus. verholzt (braungrau, meist rauh), nicht ganz so verholzte und es müssten optimalerweise noch grüne, glatte, kräftige triebe da sein. am besten ist es, wenn pro stock 3 - 4 von diesen jungtrieben da wären. diese stehenlassen, alles andere wegschneiden. je nach lage frostschutz geben (tannenreisig o.ä.)
im frühjahr (nach letzten schweren frösten): diese triebe auch kürzen auf 4 - 5 augen (das sind so kleine knubbel am trieb). düngen nicht vergessen, bei verjüngung wichtig! aber nicht zu viel, das hilft wieder dem sternrusstau.

die rosen werden dann aus den augen wieder triebe machen und damit auch von unten her grün werden und blühen. rosen sind zäh, also keine bedenken! in den folgejahren immer mal wieder alte triebe von unten her rausschneiden, damit immer wieder junge nachkommen.

gegen sternrusstau hilft dann, wenn er schon so lange im bestand ist realistischerweise leider nur spritzen spritzen spritzen. überwintert an den trieben und im abgefallenen laub am boden, daher kaum zu bekämpfen ohne chemie. und diese leider sehr konsequent nach spritzplan. bin sonst auch kein freund davon, aber in diesem fall geht es nicht anders, wenn ihr auch im august noch blätter an den rosen haben wollt.

wenn ihr noch fragen habt, mail an mich

viel spass noch im garten, claudia

klickt euch mal durch…
http://kordes-rosen.com/dierose/fs_st.html

Hallo, Claudia!
Vielen Dank für die genaue Anleitung und den Link - hab’ schon ein Lesezeichen draufgelegt. Du hast Recht, von alleine hätten wir wahrscheinlich nicht so weit zurückgeschnitten. Nun denn, auf geht’s in den Garten.
Liebe Grüße,
Anja

Noch ein Verfahren

Hallo,

wenn Ihr zurückgeschnitten habt, wie Claudia es beschreibt, könnt
Ihr im Frühjahr die vorhandenen Triebe statt zurückzuschneiden
auch im Bogen zu Boden biegen und mit Draht festhalten. Das hat
zur Folge, dass beim Aufsteigen des Saftes an der Biegung viel
Druck entsteht und hier viele neue Triebe durchbrechen – es gibt
also relativ schnell relativ viel neue Triebe, die dann bald
reich blühen.
Gruß und viel Erfolg!
R.B.

genau! gute idee!
danke rudolf, dass du mich wieder dran erinnert hast… :smile:
schönes wochenende! claudia
ps: je flacher ihr biegt umso mehr triebe, je steiler umso weniger, dafür stärker und länger…

Ab sind sie!
Schönen Dank für die hilfreichen Tipps - die Rosen sind ab. (Lieber Himmel, was sieht das jetzt kahl aus…)
Im Frühjahr werden wir also die Triebe biegen. Wir sind schon ganz gespannt, wie die Rosen dann aussehen - jetzt war es ja eher ein Trauerspiel. Kurze Frage noch zum Thema Frostschutz: Die eine Rose wächst aus einem Beet mit Cotoneaster, der den Wurzelstock ziemlich gut abdeckt, die andere teilt sich den Wurzelstock mit einem ziemlich großen Rododenron - ist da noch zusätzlicher Schutz nötig?
Danke.
Anja und Rainer

hi rainer, wo wohnt ihr denn? (wegen dem frostschutz an den „rosenfüssen“). kann sein, dass die pflanzen drumrum reichen, kann aber auch nicht reichen… wenn du gut an die „rosenfüsse“ kommst, dann verteil doch ein häuflein herbstlaub drumrum mit gut tannenreisig drüber (dass das laub nicht so feucht wird wegen den pilzen, mit denen ihr ja eh schon probleme habt). schadet nie. hab wenig erfahrung mit frostschutz, da ich im weinbauklima lebe.

grundsätzlich gilt: prob ist nicht nur die kälte selbst für die pflanze sondern die tatsache, dass das wasser im boden gefroren ist. alles was grün ist (also u.u. auch die an der pflanze verbliebenen jungtriebe) beginnt bei sonnenschein mit photosynthese, dazu brauchts wasser und wenn keines nachkommt von unten, vertrocknen die triebe (sog. frosttrocknis). daher werden bei kletterrosen in sonniger lage bei frostwetter oftmals tannenreiser drangelehnt (weniger licht = weniger photosynthese). dies gilt übrigens noch viel mehr für den rhododendron, von dem du schreibst. deswegen muss man auch ab und zu im winter giessen, so komisch einem das vorkommt (bei starker sonneneinstrahlung und trockenem boden)

ansonsten: ich kann mir gut vorstellen, wie schockierend das aussieht jetzt nach dem schneiden. nicht verzagen… wird schon, sonst donnermail an mich so etwa nächsten april/mai *g*

wenn du noch an mich speziell fragen hast dann beeilen: bin ab mittwoch in urlaub :smile:) und nur unregelmässig im netz