Alle Tomaten krank!

Hallo liebe Pflanzenfreunde,

habe ein Problem mit meinen Tomaten, das mich sehr bedrückt weil ich sehr viel Mühe und Liebe in sie gesteckt
habe. Folgendes: bin im Frühjahr umgezogen und habe einen großen, verwilderten Garten vorgefunden. An 5
verschiedenen Stellen habe ich insgesamt 40 Tomatenpflanzen heran gezogen, teils in Töpfen, teils im Boden.

Die Pflanzen sehen prima aus, alle Blätter sind grün und unreife Tomaten hängen zuhauf daran. Doch nun reifen
die Früchte heran und alle sind unten faulig-schwarz.

Woran kann das liegen?

Danke für eure Tipps

Jörg Allner, Hannover

Hallo Jörg,

wenn die Blätter insgesamt gesund sind und die Fäule mit dunkelbraunen, klar abgegrenzten Flecken genau dort angefangen hat, wo die Blüten gesessen haben, ist das Blütenendfäule - die Infektion entsteht bei Kalziummangel bei Trockenheit. Im fortgeschrittenen Zustand kann man nichts mehr dran tun; wenn noch jüngere Fruchtansätze da sind, nach Entfernen der angefaulten mit einem Mittel mit leicht wasserlöslichem Kalk spritzen.

Im Herbst für kommendes Jahr mit CaCO3 aufkalken.

Die schrumpelnd faulenden Früchte können aber auch von Phytophtora infestans kommen; in diesem Fall kann man für dieses Jahr nichts mehr machen.

Zur genaueren Beschreibung und mit Bildern zum Vergleichen:

http://www.lfl.bayern.de/ips/gartenbau/06916/?contex…

Gegen Phytophtora hilft die Auswahl von relativ gut toleranten Sorten (z.B. De Berao und Große Paprikaförmige, auch San Marzano ist ziemlich tolerant, und fast alle kleinfrüchtigen, der Wildform nahestehenden Sorten) und zwei Anwendungen Kupferkalk Anfang/Mitte Juli. Wenn die Früchte bereits befallen sind, ist nichts mehr zu machen - die Infektion kommt von einem mit bloßem Auge nicht sichtbaren Pilzrasen, der die Pflanze überzieht, und nur bekämpfbar ist, solange noch keine deutlichen Symptome sichtbar sind.

Für 2007 schon in diesem Herbst vorbereiten: Tiefgründig lockeren, humosen Boden mit guter Wasserversorgung schaffen, bei Tomaten, Paprika und Auberginen unbedingt Staunässe vermeiden - dann werden die Pflanzen weniger pilzanfällig und künftige Enttäuschungen seltener und leichter…

Schöne Grüße, auf ein Neues!

MM

Hallo,

das ist „Blütenendfäule“. Das kommt wie Martin schon schrieb durch Kalziummangel. Allerdings handelt es sich nicht um eine Infektion sondern tatsächlich um eine reine Mangelkrankheit. Du kannst versuchen, den Mangel durch gießen und Spritzen einer Kalziumchloridlösungzu beseitigen. Ansonsten regelmäßig nach Vorschrift (auf den Packungen) Kalken.

Bei Phytophtora ist normalerweise die gesamte Pflanze betroffen, was bei dir ja nicht der Fall ist. Die Blätter vergammeln dann bei feuchter Witterung binnen weniger Tage. Vorbeugend hilft das Überdachen der Tomaten, damit sie bei Dauerregen nicht ständig nass sind. Das vorbeugende Spritzen mit Kupferkalk würde ich nicht empfehlen. Auf Dauer reichert sich Kupfer im Boden an und schädigt die Bodenorganismen. Außerdem solltest du Tomaten und Kartoffeln nicht direkt nacheinander und auch möglichst nicht nebeneinander anbauen (es sei denn, du willst die Kartoffeln ebenfalls überdachen).

Gruß, Niels

Ja ja, die lieben Tomaten, immer haben sie was. Hast Du Deine Exemplare unten von Blättern und von Seitentrieben befreit? Vor Nässe von oben geschützt? Die Endfäule ist tatsächlich eine Mangelkrankheit, kannst froh sein, wenn sie noch keine Braunfäule haben… Sie brauchen es von oben trocken und von der Seite frisch, d.h. keine stickige Luft wie in geschlossenen Gewächshäusern.

Hallo, MArtin!

wenn die Blätter insgesamt gesund sind und die Fäule mit
dunkelbraunen, klar abgegrenzten Flecken genau dort angefangen
hat, wo die Blüten gesessen haben, ist das Blütenendfäule -
die Infektion entsteht bei Kalziummangel bei Trockenheit. Im
fortgeschrittenen Zustand kann man nichts mehr dran tun; wenn
noch jüngere Fruchtansätze da sind, nach Entfernen der
angefaulten mit einem Mittel mit leicht wasserlöslichem Kalk
spritzen.

Endlich kann ich meinen Tomaten helfen!
Ich dachte immer, es sei Braunfäule, obwohl ich NUR von unten gieße und der Sommer ja nicht wirklich feucht ist.

Da ich meine Tomaten (schneckenbedingt) in großen Kübeln halte, liegt Ca-Mangel nahe.

Dank und Stern
Regina