Vor- und Nachteile wurzelnackter Neuanpflanzungen

Hallo,

ich habe vor ein paar Wochen wurzelnackte Beerensträucher (Josta, Heidelbeere, Stachelbeere, Johannisbeere) aus dem Baumschule gekauft und eingepflanzt.

Warum verkauft die Baumschule die wurzelnackt? Ist das wirklich gut? Qualitätszeichen oder eher Faulheit der Baumschule diese in Töpfen zu ziehen? Wachsen diese dann genauso gut an? Hat dies Vor- und Nachteile?

Besten Dank!
Jonas

Servus Jonas,

beide Formen haben unabhängig vom Preisunterschied Vor- und Nachteile:

Wurzelnackte Sträucher brauchen zu Beginn eine sorgfältigere Bewässerung, daher werden sie sinnvoll jetzt, zur Pflanzzeit (Ausnahme: Himbeeren) gesetzt. Wenn man an den Wurzeln einen leichten Pflanzschnitt anbringen will, kann man auch gleich alle Wurzeln entfernen, die bei Einschlagen, Lagerung, Transport vertrocknet oder verletzt sind, und hat so von vornherein einen gesünderen Standort.

Getopfte „Container“-Sträucher sind unmittelbar nach dem Pflanzen weniger sensibel - daher ganzjährig zu pflanzen -, aber es dauert sehr lange, bis sie normal eingewurzelt sind - d.h. man muss etwa ein Jahr lang dauernd mit dem Wasserschlauch dahinter her sein, weil ihr kompakter Wurzelballen weder zur Wasser- noch zur Nährstoffaufnahme besonders gut taugt.

Für einen Nitrophoska-orientierten Garten mit guten Bewässerungsmöglichkeiten würde ich getopfte Sträucher vorziehen, sonst wurzelnackte.

Schöne Grüße

MM

Für einen Nitrophoska-orientierten Garten

Hallo!
Was ist denn ein nitrophoskaorienterter Garten??
G.

Servus,

Was ist denn ein nitrophoskaorienterter Garten??

das ist ein Garten, in dem der Boden vorwiegend als Substrat zum Festhalten der Pflanzen dient, damit sie nicht davon fliegen, und alles übrige kriegen sie sozusagen intravenös: Blaukorn machts! Ich habe einen solchen Garten vor sechs Jahren übernommen, und mit dem Aufbau einer normalen Humuswirtschaft gehts immer noch eher träge voran.

200 Meter von hier stehen Bäume auf dem Betondeckel einer Tiefgarage. Ihre Wurzelballen dürften sich, seit sie als Containerware installiert worden sind, nicht wesentlich verändert haben. Brauchen sie aber auch nicht, weil NPK über Schlauchsysteme mit dem Gießwasser reingedrückt wird.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin

finde ich interessant: Ich habe auch einen solchen Garten übernommen - vor zwei Jahren. Ich muss sagen, die Humusentwicklung schreitet voran und mein Kompost auch :smile:, bin gespannt wie sich das in nächsten Jahr zeigt. Viel Erfolg wünsche ich dir (und mir :wink:

Gisela

hallo Jonas,

Wenn Du nicht gerade einen Bonsaj formatieren willst, bei Obst nie Containerpflanzen kaufen, besonders nicht in Warenhäusern.

In der Regel werden Ladenhüter noch so abgesetzt um nicht im Frühjahr so oder so verschreddert werden zu müssen.

Schon in kurzer Zeit verkrüppeln die Wurzeln spiralförmig im Topf.
Die Pflanzen brauchen dann immer eine Stützhilfe, …nach Möglichkeit kein Holzpfahl, sonst liegt der Baum nach einem Gewittersturm mit abgefaultem Pfahl am Boden.

Mit Himbeeren und Heidelbeeren habe ich als Topfpflanzen gute Erfahrungen gemacht, aber auch da immer aus der Baumschule.

Gruss

K.O.