Hallo
Ich habe im Garten mehrere Apfelbäume.Kann ich den Obstbaumschnitt
noch jetzt vor dem Frost vornehmen, oder muß ich bis zum Frühjahr
warten?Danke für eine kurze Antwort.
Hermann
Hallo
Ich habe im Garten mehrere Apfelbäume.Kann ich den Obstbaumschnitt
noch jetzt vor dem Frost vornehmen, oder muß ich bis zum Frühjahr
warten?Danke für eine kurze Antwort.
Hermann
Servus Hermann,
gewünscht kurz: Wenn es arbeitstechnisch geht, möglichst nicht vor Ende Februar. In vieler Hinsicht günstiger ist ein Sommerschnitt - kommt drauf an, was man erreichen will.
Schöne Grüße
MM
Hi, Hermann,
habe mal gelernt, dass man wenn die Nachttemperatur nicht unter sechs Grad ist und sich die Pflanzen zur Zeit nicht in der Austriebsphase befinden, problemlos geschnitten werden kann.
Evtl. gibts hier die „richtigen“ Infos
http://www.kleingarten-hh.de/index.php?id=93
Gruss
Kermit
P.S.
habe letzte Woche den Haselnussbaum in Form geschnitten
Servus Kermit,
habe mal gelernt, dass man wenn die Nachttemperatur nicht
unter sechs Grad ist und sich die Pflanzen zur Zeit nicht in
der Austriebsphase befinden, problemlos geschnitten werden
kann.
unsere Lehrzeiten sind wahrscheinlich ungefähr gleich lang her; meine vielleicht paar Jahre eher, aber nicht viel. Ein wesentlicher Unterschied ist die klimatische Umgebung, ich habe in Tettnang (Bodenseeklima, aber rund 550 m ü NN) die Berufsschule besucht.
Dort habe ich unter anderem eine größere Pflanzung des damals schon aus der Mode kommenden Golden Delicious gesehen, die in die Jahre gekommen einen Verjüngungsschnitt erhalten sollte. Aus arbeitswirtschaftlichen Erwägungen hatte der gute Mann vor dem strengen Winter, bereits um Weihnachten herum, damit angefangen. Der Februarfrost hatte sämtliche Bäume, mit offen liegenden und in der Saftruhe kaum vernarbenden Wunden, regelrecht in Späne zerlegt - Brennholz hätt es billiger gegeben.
Später, Anfang der 1980er Jahre, hab ich dann bei Franz Fehrenbach, einem wundervollen Schwarzwälder Bauern, später im Obstbauring Ravensburg zu einem Namen gekommen, ein bissle geholfen. Der Mann war in einigen (wichtigen) Dingen erzkonservativ, aber in Anbautechnik, Schnittechnik etc. immer Neuem aufgeschlossen. Er hat mir schon damals - inzwischen ist das Allgemeingut geworden - erklärt, dass man einen Apfel eigentlich bloß im Winter schneidet, weil im Sommer im klassischen Mischbetrieb wegen der Heubet keine Zeit dafür ist. Er führte Winterschnitt bloß noch durch, wenn starker Austrieb gewünscht war (Erziehung, Verjüngung). Aber seine einmal erzogenen schlanken Spindeln wurden bloß noch per Sommerriss bearbeitet - das sieht, wenn man reißt, katastrophal aus, und wenn mans nicht gewöhnt ist, könnte man glauben, der Hagel sei durch die Anlage gegangen. Es sind aber einige wichtigen Vorteile dran: (1) Schneller Wundverschluss, heute in Zeiten des Feuerbrandes um so wichtiger. Daher auch Winterschnitt ganz am Ende der Winterruhe, nicht irgendwann vor Februar, wenn grad Zeit ist. (2) Ein ruhiger Baum: Wir wollen Äpfel haben, nicht Ruten und Wassertriebe (3) Bei Sommerriss (oder - schnitt, sieht im Liebhabergarten schöner aus, und auf die Zeit kommts nicht so an) können auf Zapfen gerissene oder geschnittene einjährige Triebe bei geeigneter Stellung in Fruchtholz umgebaut werden - bei Winterschnitt geht das nicht: Wenn die leitende Knospe gekappt ist, wird nichts mit Fruchtholz.
Meine Empfehlung, grad bis kurz vor dem Austrieb mit dem Winterschnitt zu warten, hat also schon ihre Gründe. Abgesehen davon, dass mir dieser Zeitpunkt von Fritz a.d.Uw. bestätigt worden ist, dem einzigen wirklichen Pomologen hier im Forum, auf dessen inzwischen fast siebzig Jahre Erfahrung ich nichts kommen lasse…
Dieses:
habe letzte Woche den Haselnussbaum in Form geschnitten
ist eine ganz andere Baustelle. Haselnüsse waren mit die ersten, die am Ende der letzten Eiszeit sozusagen direkt vor den abschmelzenden Gletschern gewachsen sind. Wenn Du sie anschaust, siehst Du, dass sie über Winter in aller Ruhe ihre sehr frühen Blüten entwickeln und allenfalls im Spätherbst unmittelbar nach dem Laubfall und sonst bloß bei richtig sattem Frost ruhen. Bei Haselnüssen bin ich mit einem frühen Schnitt im Winter ganz einverstanden.
Aber ich würde auch Walnüsse, Sauerkirschen, Pfirsiche nicht gleich behandeln wie Äpfel, bloß weil das alles Bäume sind, von denen man Früchte ernten kann.
Dieses jetzt nicht, um eine Kontroverse loszubrechen - da kann man sich auf Papier streiten wie man will, die Bömm draußen schmunzeln allenfalls drüber - sondern eher, um meine Empfehlung ein wenig zu unterfüttern.
Gehen geht natürlich viel, zumal in so einem Winter wie 06/07, von dem wir noch nicht wissen, ob er überhaupt noch kommt (meine Regenwürmer glauben nicht mehr daran). Aber besser ists schon, wenn man beim Bömmschniden ein paar Eventualitäten berücksichtigt.
Schöne Grüße
MM
Hallo Martin,
oje, oje, da muss ich Dir aber ganz schön „auf die Füße getreten“ haben.
Die zitierten Personen kenne ich nicht - stört mich auch nicht - bin schließlich kein Gärtner oder ähnliches. Darum setzte ich einen Link in mein Posting, der evtl. helfen kann.
Mußt mich ja nicht gleich so dermaßen fertig machen, anrunzen, runter putzen, zur Sau machen usw.!
…und Ende der Diskussion…
Kermit
Mußt mich ja nicht gleich so dermaßen fertig machen, anrunzen,
runter putzen, zur Sau machen usw.!
Hallo Kermit,
ich frage mich, ob du auf den falschen Artikel geantwortet hast. Ich empfand Martins Beitrag im Sinne des Fragestellers Ergänzend und Korrigierend, so wie es bei w-w-w erwartet wird. Auch dir gegenüber war Martin sachlich. Falls bei dir nach dem unterschiedlichen „Ausbildungsplatz“ ein Frosch im Hals steckt, dann möchte ich anmerken, dass auch das sehr sachlich war, da bei unterschiedlichen naturräumlichen Gegebenheiten (z.B. Klima) unterschiedliche Erfahrungen und Ratschläge sinnvoll sein können.
Grüße
Ulf
Servus Kermit,
oje, oje, da muss ich Dir aber ganz schön „auf die Füße
getreten“ haben.
Nein, keineswegs. Ich unterhalte mich immer gern mit Interessierten und Kundigen übers Gärteln. Dass es dabei hie und da verschiedene Meinungen gibt, ist normal. Dass ich relativ ausführlich geantwortet habe, hängt auch damit zusammen, dass ich Dir keineswegs auf die Füße treten möchte, sondern verschiedene Aspekte der Frage zeigen will. Zu denen natürlich auch gehört, dass Deine Empfehlung nicht falsch ist, sondern je nach Umständen genau so gegeben werden kann wie meine. Wenn jemand z.B. ein paar Hektar Äpfel und wenig sachkundige Hilfe hat, ist es allemal besser, bereits um den 20.12. anzufangen, als mit dem Schnitt in den Austrieb reinzukommen. Noch besser allerdings, den wesentlichen Teil des Schnittes in den Sommer zu legen. Das ist ein relativ moderne Entwicklung, und wegen persönlicher lieber Erinnerungen folge ich dieser auch bloß sehr zögerlich - wenn ich einen klaren kalten Endfebruartag erwische, genieße ich es so sehr, meine paar Bäume zu versorgen, dass ich halt doch wieder beim Winterschnitt lande.
Aber im Sinn des Fragestellers ist es sicherlich, wenn man ihm möglichst viele Aspekte zeigt - selbst wenn er ausdrücklich betont, dass er eine kurze Antwort haben will…
A propos: Hör Dir einmal an, wenn ausgesprochene Rosenfäns über das Schneiden von Rosen diskutieren - da fliegen unter Freunden richtig die Fetzen - und das belegt bloß, dass einer den anderen ernst nimmt - sonst hätte es gar keinen Zweck, mit ihm überhaupt zu diskutieren…
Schöne Grüße, nich böse sein!
MM
na das iss ja mal ein Lichtblick und *