Lehmboden / Nutzgarten

Liebe Wissenden,

ich habe einen kleinen Garten, den ich gerne als Gemüsegarten nutzen möchte. Wie die Überschrift zeigt. handelt es sich beim Boden um Lehmboden. In unmittelbarer Nähe des Gartens fließt ein Bach…

Frage:
Wie bzw. mit welchen Gemüsesorten kann ich die Fläche nutzen? Was kann ich aussäen, was gedeiht auf solch einem Boden. Sonne ist übrigens ab mittags vorhanden, allerdings etwas eingeschränkt, da Bäume Schatten werfen.

Ansonsten ist der Garten windgeschützt.

Vielen Dank für Eure Ratschläge

Marlene

Hallo Marlene,

bist Du sicher: Lehm?

Ich frage deswegen zurück, weil ausgesprochene Lehmböden außerhalb der Börden und der Lössanwehungen an Mittelgebirgsrändern ausgesprochen selten sind, und mit „Lehm“ meistens Ton gemeint ist. Das ist dann aber was ganz anderes, weil auf Lehmböden fast alles und ausgesprochen prächtig gedeiht, während man auf Ton ziemlich experimentieren muss.

Falls Ton (was ich vermute), wäre es noch gut zu wissen: Staunass oder über Flusschotter? Eher sauer (Buntsandstein) oder eher kalkig (Muschelkalk, Jura) oder eher humos (Auenton)?

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

nein, nach Deiner Antwort bin ich mir überhaupt nicht mehr sicher:wink:

Nun, ich bin wirklich Laie auf dem Gebiet, und auf mich macht der Boden einen sehr lehmhaltigen Eindruck - vor allem bei Nässe… Ich wohne im Hunsrücker/Mosel-Raum… vielleicht sagt Dir das etwas von der Bodenbeschaffenheit… ich glaube schon, es ist Lehm, auch wenn hier sehr viel Schiefer vorhanden ist… aber nicht in meinem Garten:wink:

Wie und wo kann ich es besser in Erfahrung bringen, welche Bodenbeschaffenheit mein Garten hat? An wen wende ich mich da, zwecks genauer Bodenbestimmung?

Herzlichen Dank für Deine Antwort und viele Grüße
Marlene

Hallo Marlene,

nein, nach Deiner Antwort bin ich mir überhaupt nicht mehr
sicher:wink:

Nun, ich bin wirklich Laie auf dem Gebiet, und auf mich macht
der Boden einen sehr lehmhaltigen Eindruck - vor allem bei
Nässe…

einfachster Test von allen:
nimm eine Handvoll feuchte Erde und presse sie in der Hand zusammen. Kannst Du eine Wurst formen, hast Du einen hohen „Lehm“-Anteil.
Gelingt das nicht, ist mehr „Sandiges“ dabei.
Humus im Boden sieht man an der Farbe der obersten Bodenschicht. Je dunkler, desto besser.

Wie und wo kann ich es besser in Erfahrung bringen, welche
Bodenbeschaffenheit mein Garten hat?

hat es denn gar keinen Gartenbauverein bei Dir in der Nähe? Oder Nachbarn, die schon länger dort leben?
Alteingesessene wissen meist Bescheid.

An wen wende ich mich da,
zwecks genauer Bodenbestimmung?

in jedem Gartenbaumarkt gibt es relativ billig Testsets für diverse Fragestellungen.
Das wäre mal fürs Grobe und reicht im Allgemeinen für den Normalgärtner aus.
Wobei ich über schweren Boden gar nicht unglücklich wäre. „Lehmboden“ hat viele Vorteile. Unter Anderem, dass Du viel weniger gießen musste, als Gartenbesitzer mit leichteren Böden.

Wer bei Dir in der Nähe gegen Unkosten für Privatleute ganz exakte Bodenbestimmungen macht, erfragst Du beim Bürgerdienst Deiner Stadtverwaltung (Deines Landratsamts)

viele Grüße
geli

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Hallo,

Bodenanalysen kann man bei verschiedenen Instituten machen lassen. Einfach mal in den Gelben Seiten schauen.

Bei schweren (tonigen) alkalischen Böden können sehr gut Kohlgewächse gepflanzt werden. Im Laufe der Zeit und bei Verwendung von Kompost werden die negativen Eigenschaften von tonigen Böden abgemildert. Für Tomaten, Kartoffeln etc sind die Bedingungen nicht optimal (solche Böden sind meist nasskalt), aber es geht normalerweise noch. Gurken dürften echte Probleme bekommen.
Zwiebeln und Lauchgewächse kommen auch ganz gut zurecht und verbessern duch ihr Wurzelwerk den Boden.

Ganz gut ist eine Gründüngung. Für schwere Böden eignet sich Gelbsenf oder Ölrettich. Allerdings sind beide in Kombination mit dem späteren Anbau von Kohlgewächsen nicht zu empfehlen. Alternativ wären Ackerbohnen oder Ringelblumen zu empfehlen. Letztere hast du dann aber auf Dauer im Garten (ich find’s schön), weil sie sich selber aussäen.

Hier ist eine Tabelle:
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/infoschrifte…

Falls du Kohl oder Rettiche Pflanzen willst, musst du auf Gründünger aus der Familie der Kreuzblüter verzichten (Krankheitsübertragung).

Viele Grüße,
Niels

Hallo Marlene,

such Dir eine aus:

http://www.agrar.de/branchenbuch/unterrubrikzeigen.p…

– wobei eine Bodenuntersuchung von A-Z wohl nicht notwendig sein sollte, eher eine Spielerei ist.

Aber zu der Frage Lehm - Ton - Sand nochmal:

Die Unterscheidung trifft man nach Korngrößenstruktur. Die kleinsten Korngrößen findet man bei Tonböden, mittlere bei Lehm, die größten bei Sand.

Tongehalt erkennt man - wie von Geli für Gänsefüßchen-„Lehm“, der in Wirklichkeit Ton ist, beschrieben - an der Formbarkeit des in die Hand genommenen Bodens und an speckig glänzenden Schollen beim Graben, außerdem an der Bildung von Rissen bei Trockenheit. Die Unterscheidung „leichte“ und „schwere“ Böden reicht nicht aus, weil damit die sehr guten Lehmböden und die sehr ungüngstigen Tonböden unter „schwer“ zusammengefasst werden.

Auf Schieferverwitterung in Eifel und Hunsrück dürften kalkarme, leicht saure Tonböden anstehen. Die krümeln von sich aus schlecht und haben einen ungünstigen Wasser- und Lufthaushalt. Wenn man sie per Garten nutzen will, sollte man schauen, dass man sie zum Ausgleich ihrer schlechten Korngrößenstruktur möglichst humos kriegt; es ist nicht verkehrt, ein wenig aufzukalken (falls nicht auffallend viel Weißklee da ist - dann hat das ein Vorgänger schon reichlich getan…).

Es gibt also eine Einschränkung für Starkzehrer, die bessere Böden mögen, wie alle Arten von Kohl, Mais; auch, was tiefe Wurzeln macht, kann problematisch sein (Schwarzwurzeln, Lagermöhren). Was gute Wasserversorgung braucht - Paprika, Tomaten, Zucchini - kann auf Ton stehen, der Standort sollte aber gut mit organischer Substanz versorgt sein und ausreichend gewässert werden können.

Bei Tonböden ist es wichtig, dass sie möglichst ständig durchwurzelt und nach Möglichkeit über Winter bedeckt bleiben.

Schöne Grüße

MM

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Hallo Niels,

nicht um Krümelchen zu picken, sondern damit die scheinbar widersprüchlichen Antworten für Marlene verständlich werden:

Kohl hat mit schweren Böden generell keine Probleme, aber wenn auf einem tonigen Boden nicht schon eine Weile Garten (nicht: Rasen) war, ist der für die meisten Kohlarten einfach zu schlecht: Sie würden wurzeltechnisch klar kommen, aber kümmern wegen der schlechten Nährstoffversorgung und des schlechten Luft- und Wasserhaushalts auf Ton.

Schöne Grüße

MM

Tach…

nun auch noch meine 2 cent dazu: Ich denke, der Tip mit den Kreuzblütlern bezieht sich auf die Rsistenz und die Verbreitung von Hernie - könnte das sein?

Wenn Kohl Hernie hat, dann heißt es solle man 7 Jahre an der Stelle keinen Kohl mehr anbauen, und auch auf alle Zwischenfrüchte aus dieser Familie verzichten, da diese Wirtspflanzen für die Schädlinge darstellen.

Grüße

Midir

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Tach nochmals,

Tippgeb: wende Dich doch an den örtlichen Obst-und Gartenbauverein :wink:
Ja klar, es ist ein Verein - mit allen Nachteilen :wink:)))
Aber eben auch mit Riesen-Vorteilen!!

  • Die sind aus der Gegend
  • Die kennen den Boden
  • Die wissen, wie, was wann man in Deiner speziellen Gegend wie anbaut
  • die haben/machen Bodenanalysen
  • Die kommen sogar zu Dir in den Garten, und beraten Dich umfassend
  • bei denen kannst Du Maschinen ausleihen, die Du selten brauchst, und deren Anschaffung zu teuer wäre
  • usw.

Manchmal ist ein verein nicht schlecht :wink:

Und die Beiträge sind erträglich

Grüße

Midir

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Herzlichen Dank für die tollen Ratschläge und Informationen!

Es scheint wohl in der Tat Lehmboden mit Schieferanteil zu sein - da lag ich Laie gar nicht so verkehrt:wink:.

Jetzt kann ich mir über die Nutzung Gedanken machen. Da der Boden lange brach lag, dürfte es kaum Probleme geben.

Viele Grüße
Marlene

*demnächst Gärtnerin*