Hallo Jonas,
Ballerinas = Säulenobst?
Ja. Ich bin nicht sicher, ob der Name „Ballerinas“ nur für relativ niedrige Säulen bis etwa zwei Meter benutzt wird - er hat sich wohl insgesamt für die extreme „Schlanke Spindel“ eingebürgert, die gar keine Seitentriebe mehr hat, sondern das Fruchtholz direkt an der Stammverlängerung trägt.
Was sind die „Unterlagen“? (der Boden, der nicht-veredelte
untere Teil?)
Der Teil unterhalb der Veredlungsstelle. Vielleicht hast Du schon Halbstämme oder Buschbäume von Äpfeln gesehen, die unmittelbar über dem Boden, bevor der Stamm losgeht, einen dicken runden Knubbel machen: Da passt die Unterlage nicht zum Edelreis. Von der Unterlage ist vor allem abhängig, wie groß und hoch der fertige Baum wächst, aber sie hat auch Einfluss auf Vitalität, Widerstandsfähigkeit etc. Toleranz auf Pilzerkrankungen und ungünstige Bodenverhältnisse wird sehr von der Unterlage beeinflusst - Edelreiser der gleichen Sorte können auf verschiedenen Unterlagen verschiedene Eigenschaften entwickeln.
Für Säulenäpfel geeignete Unterlagen sind M27 und M105 aus East Malling, P22 aus Skierniewice und Supporter 1 und 3 aus Pillnitz. Alle sind nicht besonders standfest und brauchen eine Stütze; außerdem sind alle mehr oder weniger anfällig auf Wühlmäuse.
Könnte man Säulenobst von Kiepenkerl durchweg als
Qualitätsware bezeichnen?
Kiepenkerl ist in den gebrauchten Bundesländern sowas wie Chrestensen in Erfurt: Einer der letzten Saatgutbetriebe in D, der sich noch eigentlicher Zucht auch für den Liebhaberanbau widmet, ziemlich bedeutender Name für Gemüse- und Blumensämereien. In Baumschulerei weiß ich gar nichts von ihm, was aber nichts heißen will. Von den Baumschulen, die auch im Versand tätig sind, ist die Baumschule Brenninger eine Adresse, an die man sich gut wenden kann:
http://www.brenninger.de/
(dort außer ein paar Ballerinas übrigens auch viele etwas weniger radikale, aber auch für kleine Räume geeignete Spindelbüsche und, selten, für Spaliererziehung vorbereitete Äpfel)
Schöne Grüße
MM