Schädlinge an Orchidee

Hallo,

habe vor kurzem an einer meiner Orchideen ein ziemlich ekelhaftes Viechzeugs entdeckt: hellgrau, hat Fühler, ist irgendwie „haarig“. Die befallenen Stellen sehen außerdem aus wie Watte.
Was ist das? Wie krieg ich das wieder los? „Springen“ die Viecher auch auf gesunde Orchideen über?

Für Hilfe dankbar
Anke

Hallo,

habe vor kurzem an einer meiner Orchideen ein ziemlich
ekelhaftes Viechzeugs entdeckt: hellgrau, hat Fühler, ist
irgendwie „haarig“. Die befallenen Stellen sehen außerdem aus
wie Watte.

Klingt sehr nach Wollläusen
http://www.orchideenforum.de/woll.htm

Was ist das? Wie krieg ich das wieder los? „Springen“ die
Viecher auch auf gesunde Orchideen über?

Ja, obgleich „springen“ nicht ganz das richtige Wort ist :smile: Stell’ die befallene Orchidee erst einmal weg von den anderen (falls möglich) und such’ die anderen sicherheitshalber von Zeit zu Zeit ab.

Bei Orchideen und Kakteen ist Öl zur Bekämpfung von einzelnen Wollläusen am nützlichsten. Dazu 20 ml (ein Schnapsglas) Rapsöl und einen kleine Löffel Schmierseife in 500 ml Wasser geben gut schütteln und die Läuse damit wiederholt betupfen (Pinsel, Wattestäbchen). Verdünnt (ein Teil auf drei Teile Wasser) kann damit auch gesprüht werden. Anstelle von Rapsöl kann auch ein anderes Pflanzenöl, statt der Schierseife notfalls auch Geschirrspülmittel eingesetzt werden. Noch wirksamer als Pflanzenöle ist Paraffinöl, allerdings ist hier auch das Risiko grösser, dass die Pflanzen Schaden nimmt. Alternitiv kann auch mit verdünntem Alkohol (Brennspiritus - Wasser 1:1) betupfs werden.

Natürlich gibt es auch käufliche Lösungen: „Promanal Neu Schild- und Wolllausfrei“ enthält Paraffinöl und Emulagatoren, ist also praktisch das gleiche wie dassoben beschrieben Rezept. Pyrethrum und Niem-Präperate wirken bei Wollläusen schlecht, systematische Präperate helfen auch, wobei hier Imidacloprid (z. B. Provado 5 WG) Mittel der Wahl ist. Von veralteten „Bulldozern“ wie Dimethoat (Bi 58, Rogor etc.) halte ich wenig. Aber auch Imidacloprid ist fisch- und bienengiftig - nur für den Fall, dass die Orchidee im Freien steht.

Gruss an die Orchis,
Bernd

Hallo ihr zwei.

Klingt sehr nach Wollläusen

Jawoll!

http://www.orchideenforum.de/woll.htm

Was ist das? Wie krieg ich das wieder los? „Springen“ die
Viecher auch auf gesunde Orchideen über?

Springen nicht- aber auch Wollläuse haben ein geflügeltes Stadium. können sich also u.U. sehr schnell verbreiten!

Bei Orchideen und Kakteen ist Öl zur Bekämpfung von einzelnen
Wollläusen am nützlichsten.Dazu 20 ml (ein Schnapsglas)
Rapsöl und einen kleine Löffel Schmierseife in 500 ml Wasser
geben gut schütteln und die Läuse damit wiederholt betupfen
(Pinsel, Wattestäbchen).

Achtung: Bei Orchideen ist auf derartige Hausmittelchen möglichst zu verzichten. Orchideen sind von Haus aus megazickig, wenn es darum geht, daß man ihnen was aufs Laub schmiert. Dann kann die erste Behandlung schnell die Letzte gewesen sein.
Wenn du versuchen solltest, die Viecher mit einem Wattestäbchen zu betupfen…
Nur zu! :smile:))
Dann hast du eine Beschäftigung bis in die Rente. Denn du musst JEDE EINZELNE LAUS ringsrum erwischen, um die Atemöffnungen zu verschmieren. Und davon hat eine Laus reichlich. Erwischst du nicht alle Öffnungen, oder lässt du ein paar wenige Jungtiere aus, kannst du direkt wieder von vorne anfangen.

Natürlich gibt es auch käufliche Lösungen: „Promanal Neu
Schild- und Wolllausfrei“ enthält Paraffinöl und Emulagatoren,
ist also praktisch das gleiche wie dassoben beschrieben
Rezept.

Nicht wirklich!
Wenn das so wäre, könnte jeder zuhause eine Pflanzenschutzmittelfirma aufmachen. :wink:

systematische Präperate helfen auch, wobei hier

Imidacloprid (z. B. Provado 5 WG) Mittel der Wahl ist.

Richtig!
Besorg dir in einer Gärtnerei Confidor!
Das hat einen relativ hohen Anteil. Ist ungiftig (kommt aus dem Hopfen- und Salatanbau) und sehr einfach zu handhaben (Trotzdem wie bei allen Pflanzenschutzmitteln IMMER Vorsicht walten lassen!). Ausserdem wird es von Orchideen in der Regel gut vertragen.
Halte dich unbedingt an die Anweisung und halte die Spritzabstände pingelig ein. Sonst sind die Wollläuse schnell wieder da.
LG Anja

Hallo,

Achtung: Bei Orchideen ist auf derartige Hausmittelchen
möglichst zu verzichten. Orchideen sind von Haus aus
megazickig, wenn es darum geht, daß man ihnen was aufs Laub
schmiert. Dann kann die erste Behandlung schnell die Letzte
gewesen sein.

Okay, das glaube ich dir. Bei mir haben sie es immer (gut) überstanden, allerdings habe ich auch nur die unzickigste Type von allen. Eigentlich bin ich mit meinen Kakteen - die Öl sehr gut vertragen, allerdings gibt es vom Stoffwechsel hier doch gravierende Unterschiede zu Orchis :smile: - vollauf ausgelastet, aber die Phalaenopsis Hybride habe ich 'mal geschenkt bekommen.

Außerdem waren meine Wollläuse immer Einzelgänger; wenn sie sich vermehren und zu hunderten aufträten, sähe ich auch ein Problem mit dem Betupfen.

Natürlich gibt es auch käufliche Lösungen: „Promanal Neu
Schild- und Wolllausfrei“ enthält Paraffinöl und Emulagatoren,
ist also praktisch das gleiche wie dassoben beschrieben
Rezept.

Nicht wirklich!

Ach so? Wenn du mich sehen könntest, sähest du mich ehrlich überrascht. IMHO gibt es in diesem Fall wirklich keinen Unterschied.

Wenn das so wäre, könnte jeder zuhause eine
Pflanzenschutzmittelfirma aufmachen. :wink:

Ich sehe in diesem Zusammenhang kein Problem; ich mische meine Fungizide zum Beispiel wirklich manchmal selbst.

Besorg dir in einer Gärtnerei Confidor!
Das hat einen relativ hohen Anteil.

Ist Confidor an Privatpersonen verkäuflich? Allerdings sehe ich keinen Unterschied, eine 0,01% Spritzbrühe aus 70%igem Imidacloprid (Confidor) or 5%igem Imidacloprid (Provado) herzustellen, solange keine zusätzlichen Substanzen (Dünger!) enthalten sind. Ist aber auch ein Streit um des Kaisers Bart… :smile:

Ich mag keine systemischen Insektizide, aber mit Imidacloprid habe ich auch gute Erfahrungen, auch toxikologisch ist es vergleichsweise unproblematisch - obgleich ich bezweifle, dass eine Substanz aus dem Hopfenanbau zwangsläufig harmlos ist.

Beachte aber bitte, dass es hier um einzelne Liebhaberpflanzen geht und nicht um eine Erwerbskultur. Gerade weil Imidacloprid ein systemisches Insektizid ist und Wollläuse in allen Stadien (außer möglicherweise im Eistadium) bekämpft, sind Wiederholungsbehandlungen wahrscheinlich sogar unnötig, da man an Zierpflanzen ja nicht präventiv behandeln muß.

Grüsse,
Bernd

Ich sehe in diesem Zusammenhang kein Problem; ich mische meine
Fungizide zum Beispiel wirklich manchmal selbst.

FUNGIZIDE?
Da hätte ich aber mal gerne ein Rezept von.

Besorg dir in einer Gärtnerei Confidor!
Das hat einen relativ hohen Anteil.

Ist Confidor an Privatpersonen verkäuflich?

Gutes Argument.
Aber viele Gärtner geben von ihren Profimitteln (abhängig vom Wirkstoff) gerne auch mal was an ihre Kunden ab. Daß man da kein Temik, E605forte, Lannate etc. bekommt ist klar.
Aber als gelernter schmunzelt man doch manchmal, wenn man hört, mit was die Kunden alles schon rumprobiert haben, um einfache Läuse wegzukriegen…
Da packt einen das Mitleid, wenn er dann mit einer befallenen Pflanze und Tränen in den Augen vor dir steht!

Allerdings sehe

ich keinen Unterschied, eine 0,01% Spritzbrühe aus 70%igem
Imidacloprid (Confidor) or 5%igem Imidacloprid (Provado)
herzustellen

Genau da hängt der Hase im Pfeffer. Die Dosierung und evtl. Zuschlagstoffe. Nicht jeder ist in der Lage die Dosierung umzurechnen. Das war teilweise schon bei den Lehrlingen, die ich ausgebildet habe ein mächtiges Problem.
Bei vielen Profimitteln gibt es nämlich die Option, das Mittel bei Erstanwendung (als Feuerwehr) um so oder so viele % überzudosieren.
Den Hinweis wirst du in Hobbymitteln nicht finden, auch wenn du den selben Wirkstoff hast.
Deshalb empfehle ich immer den Gärtner (nicht Gartencenter-Mitarbeiter!) zu fragen. Der kennt sich da nämlich aus.
Aber du hast schon recht, wenn du sagst, daß man darüber (auch rechtlich) eine Grundsatzdiskussion führen kann.
Gruß Anja

FUNGIZIDE?
Da hätte ich aber mal gerne ein Rezept von.

Zur Zeit verwende ich nur 8-Hydroxychinolin (Chinosol) zur Saatgutbeizung und Kupferoctanoat und Aatiram zur Vorbeugung von Infektionen. Sonst habe ich bislang nur noch Fenhexamid (Teldor) und Zineb (Hortosan) verwenden müssen; wobei ich letzteres einmal als Synthese in einem Praktikum ausgeben wollte.

Rezepte? Bei 8-Hydroxychinolin und Aatiram: Dose öffnen, Substanz einwiegen und in Ethanol oder Ethanol/Wasser zur gewünschten Konzentration lösen; bei Aatiram etwas Tween als Emulgator zugeben. Für Kupferoctanoat frisch gefälltes Kupferhydroxid in ethanolischer Caprylsäure lösen, Triton X-100 als Emulgator. Okay, ich habe einen kleinen Vorteil, weil ich nur Aatiram und Caprylsäure kaufen musste, die beide billig sind.

Von Kupferarsenat und Quecksilberverbindungen lasse ich inzwischen die Finger…

Da packt einen das Mitleid, wenn er dann mit einer befallenen
Pflanze und Tränen in den Augen vor dir steht!

Ja, das ging mir genauso. Inzwischen sehe ich manches ja besser, aber vor einigen Jahren habe ich auch fast geweint, als mein Jasmin erkrankte und - nachdem ich alle Fungizide durchprobiert hatte - an Spinnmilben verstarb :cry:

Genau da hängt der Hase im Pfeffer. Die Dosierung und evtl.
Zuschlagstoffe. Nicht jeder ist in der Lage die Dosierung
umzurechnen. Das war teilweise schon bei den Lehrlingen, die
ich ausgebildet habe ein mächtiges Problem.

Kopf hoch, das ist sogar bei Chemie- und Biologiestudentinnen und -studenten ein gravierendes Problem…

Bei vielen Profimitteln gibt es nämlich die Option, das Mittel
bei Erstanwendung (als Feuerwehr) um so oder so viele %
überzudosieren. Den Hinweis wirst du in Hobbymitteln nicht finden, :auch wenn du den selben Wirkstoff hast.

Ja, allerdings würde ich das auch bei Liebhaberpflanzen nicht machen. Das ist aber eine philosophische Frage…

Deshalb empfehle ich immer den Gärtner (nicht
Gartencenter-Mitarbeiter!) zu fragen. Der kennt sich da
nämlich aus.

Hier gebe ich Dir uneingeschränkt Recht!

Schönen Tag noch,
Bernd

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Hallo Bernd.
Da gibt es aber ein winzigkleines Problem:
Aatiram darf im Pflanzenschutz nur noch bis 31.12.06 !!! Verkauft werden und Reste bis 31.12.07 verwendet werden.
Ansonsten herzlichen Dank!
Gruß Anja

@Bernd:Ergänzung
http://www.asta.etat.lu/asta2.data/Composants/New%20…