Hallo Marko,
wir haben vor kurzem gebaut und sind nach wie vor dabei das
Grundstück hübsch zu machen.
Jetzt ist ja wieder Saison für Heckenpflanzen und es ist mein
Job mich darum zu kümmern (Frauchen macht lieber Blumen und
son Kleinkram 
vernünftige Arbeitsteilung.
Als absoluter Gartenneuling habe ich diverse Fragen bezüglich
des Anlegens einer Hecke bei der ihr mir hoffentlich helfen
könnt.
Hinten und an der Seite des Grundstücks haben wir schon einen
125cm hohen Maschendrahtzaun errichtet.
Vorne wollte ich eigentlich keinen Zaun haben, sondern eine
Hecke, die auch im Winter grün ist und die vor allem recht
dicht wachsen soll (Zaunersatz).
Es handelt sich dabei übigens um die Nordseite des
Grundstücks.
Dort wollte ich es mit einer Ligusterhecke probieren.
Liguster bleibt zwar theoretisch im Winter grün, in der Praxis wirft die Hecke später aber durchaus das eine oder andere Blatt.
Bis das richtig blickdicht wird, vergehen 5 Jahre - und bis dahin kann auch der Nachbar quer durch gehen. Wenn ihr solche habt.
Leider findet man im Internet sehr unterschiedliche Angaben
zur Pflanzung. Daher mal komkrete Fragen.
- Welche Größe sollte man bei Kauf bevorzugen? Größere
Pflanzen über einen Meter sind recht teuer und eher
säulenartig gewachsen, ihnen fehlt es etwas an der Breite.
die kommt noch mit der Zeit und regelmäßigem Schnitt
Wir haben mit Stecklingen von Handlänge im Jahr 1999 begonnen. 2000 als 30cm Jungpflanze gesetzt, PFlanzabstand etwa 50 cm.
Jetzt ist die Hecke zwar noch nicht ganz geschlossen, aber höher als ich (ich bin 1,65) und wir müssen sie jedes Jahr stutzen, sonst durchwuchert sie den Zaun (von dem sie gut 50cm entfernt gepflanzt wurde)
- Welcher Pflanzabstand sollte für eine dicht Hecke gewählt
werden, habe etwas von 40 Zentimetern gelesen.
nimm lieber mehr. Stehen die Pflanzen derart dicht, behindern sie sich bald gegenseitig.
- Direkt nach dem Pflanzen soll stark (um 1/3)
zurückgeschnitten werden um das Austreiben zu fördern. Was
muss man dabei beachten und ist das kurz vor dem Winter nicht
eher schädlich für die Pflanze.
ganz klares Nein. Merke: schneiden kann man eine Hecke zu jeder Jahreszeit. Im Herbst bis Winter ist es ökonomisch; im Frühling eher abzuraten, weil was geschnitten ist, noch einmal nachwächst. Du machst Dir mehr Arbeit, als Du musst.
Günstig ist ein Schnitt im Juni/Juli. Als Hecke verwendete Gehölze haben einen Sommeraustrieb, der etwa um diese Zeit abgeschlossen ist. Danach machen sie nicht noch mal Ärger durch Nachtreiben.
- Welche hilfreichen Tipps habt ihr sonst für mich in Sachen
Liguster?
welche Hecke ist immer Geschmackssache.
Hainbuche haben wir auch, ist aber im Winter kahl.
Und grundsätzlich sind für die Natur Monokulturen aus nur einem Gehölz eher subobtimal.
Wenn schon Liguster würde ich ihn übrigens nie vor der Blüte schneiden. Die ist nämlich hübsch in winzig weiß. Schwarze Beeren kriegt ihr auch.
Giftig für Dich, nicht für die Vögel.
An der Ostseite (wir haben ein Eckgrundstück) wollten wir vor
dem Maschendraht als Sicht- und Windschutz Lebensbäume und
Zypressen pflanzen. Auch hier die Fragen.
5. Welche Größe sollte man bei Kauf bevorzugen? Wachsen
kleinere Pflanzen besser an als größere, die Preisunterschiede
sind ja enorm.
klar wachsen kleinere Pflanzen besser ein.
Zudem - fällt Dir eine aus der Reihe über den Winter aus, was schon mal vorkommt, kannst Du viel leichter im Frühjahr nachpflanzen.
Solltet Ihr Containerware kaufen, schaut Euch die Wurzeln an. Wenn die Erde locker davon wegfällt, wurden sie erst vor kurzen getopft.
Das ist eher schlecht.
Seht Ihr nur Wurzelgeflecht, womöglich welches, das sich um sich selbst gewickelt hat - Ware steht schon zu lange. Solche Wurzelballen wachsen schlecht ein.
- Welcher Pflanzabstand sollte gewählt werden. Mein Nachbar
hat vor einigen Jahren 50 Zentimeter Abstand gewählt und
meinte das was viel zu wenig. Er schlägt 100 Zentimeter vor,
was ich recht groß finde. Welchen Abstand sollte zum
Maschendrahtzaun gewählt werden. Die Lebensbäume sollten
diesen später nicht beschädigen, allerdings soll auch keine
Gasse entstehen.
meine Mutter hat vor Jahren Thuja auf 30cm gepflanzt. Bis wir es recht merkten, war der Maschendrahtzaun komplett eingewuchert. Und unsere Hecke hing über den Feldrain hinweg beim Bauern ins Feld.
Pflanze ein winziges Bäumchen, über das Du mit beiden Füßen springen kannst. In zehn Jahren guckt Dir ein freundlicher Baumriese in die Luke im Dachfirst …
- Hier muss wohl nicht zurückgeschnitten werden
Protest! Es muss unbedingt und regelmäßg, ab Jugendstadium. Sonst kriegt ihr nie eine dichte, gleichmäßige Hecke.
allerdings
benötigen die Lebensbäume wohl reichlich Dünger und Wasser,
auch und gerade im Winter.
Wasser nur, wenn es im Winter nicht reichlich regnet. Dünger lieber nicht, oder erst ab dem 2. Standjahr.
Düngst Du sofort, hat kein Heckengehölz Grund, seine Wurzeln tief in den Boden zu schicken.
Warum sollte es - Du lieferst ja an der Oberfläche Nahrung.
Flache Wurzeln bedeuten aber Sturm-Unsicherheit.
Flache Wurzeln bedeuten auch: komm lieber Mensch und gieße fleißig.
- Auch hier bin ich für konkrete Erfahrungen dankbar.
die meine: pflanzen und erst einmal vergessen. In der freien Natur kommt niemand und päppelt ein schwaches Gehölz. Da muss man sich gegen das Wetter behaupten und gegen aggressive Wurzelnachbarn durchsetzen.
Vergiss nicht - Du willst auch mal in den Urlaub und nicht der Sklave Deines Gartens sein.
viel Erfolg
Geli
Wäre schön wenn ihr mir eure Erfahrungen und Tipps mitteilen
würdet. Auch hilfreiche Links nehme ich gerne an.
Schönen Gruß
Marko