Junge Obstbäume nochmal umsetzen

Hallo,

wenn man Obstbäume, wenige Jahre alt, verpflanzen will, kann man, so habe ich gehört, folgendermaßen vorgehen:

Man sticht kreisförmig einen Ring um den Stamm. Dadurch trennt man die Faserwurzeln ab und regt zur Neubildung an. Später kann man diesen Baum gut verpflanzen, da er viele neue Faserwurzeln im Ballenbereich hat und somit keine Versorgungsschwierigkeiten.

Meine Fragen:

  • Wann sticht man den Ring, also wann beginnt die Phase der Wurzelbildung und wie lange dauert sie?
  • Wie groß sollte der Ballen später sein? Transportabel muss er natürlich sein…

Wäre es alternativ ratsam, die Bäume jetzt noch umzupflanzen, bevor die Blüten- / Blattknospen aufbrechen? Es gibt auch die Meinung, dass der Baum, sofern er keine Blätter hat (noch nicht ausgetrieben oder abgerebelt) das Verpflanzen gut verträgt, sorgsames Pflanzen und reichliches Wässern vorausgesetzt.

Ich danke für alle guten Tipps und Ratschläage und Erfahrungsberichte!

dalga

Hallo Dalga,
die von Dir beschriebene Vorgehensweise wäre schon mal nicht falsch.
Der günstigste Zeitpunkt zum Umsetzen wäre nach meinem laienhaften Verständnis jedoch der Herbst, dann dann die Bäume nur die Kraft in das Neueinwurzeln am geänderten Standort investieren müssen.

Ich habe vor 2 Jahren ein sehr waghalsiges Experiment durchführen müssen: Ohne die von Dir beschriebene Prozedur des Abstechens haben wir 6 Obstbäume (teilweise schon 5 - 6 Jahre an ihrem Platz stehend) im Herbst großzügig ausgegraben und umgepflanzt. Bedingt durch die milde Witterung im letzten Winter und auch in diesem Jahr sind alle Bäume an ihrem neuen Standort angewachsen, Pflaume und Süsskirsche haben sogar schon im Sommer nach dem Umsetzen gefruchtet.

Aber jeder Gärtner hätte sich vermutlich aufgrund der unkonventionellen Vorgehensweise die Haare gerauft.

Viel Glück wünscht BM

wenn man Obstbäume, wenige Jahre alt, verpflanzen will, kann
man, so habe ich gehört, folgendermaßen vorgehen:

Man sticht kreisförmig einen Ring um den Stamm. Dadurch trennt
man die Faserwurzeln ab und regt zur Neubildung an. Später
kann man diesen Baum gut verpflanzen, da er viele neue
Faserwurzeln im Ballenbereich hat und somit keine
Versorgungsschwierigkeiten.

Hallo dalga,
wenn ich Bonsais in der freien Natur sammle umsteche ich im Spätherbst
die Bäum(chen) in einem Abstand von ca. 40 cm vom Stamm und zwar unter 60° vom Stamm abgekehrt mit dem Spaten und bilde einen ringförmigen ca. 60 cm tiefen und 10 - 15 cm breiten Graben aus.
Den fülle ich mit ´sehr gutem Mutterboden auf , dann warte ich mind. 1 Jahr, bis sich in dem ringförmigen Graben neue Faser-(Ansaug)wurzeln gebildet haben.
Nun kann ich, d.h. vor Beginn der nächsten Wachstumsperiode, den Baum
endgültig ausgraben und Umpflanzen.
Evtl. muß ich beim Ausgraben die Pfahlwurzel kappen und den so entstandenen Wurzelballen in Sackleinen einhüllen und zum vorgesehenen Standort transportieren und eingraben.
Für die Dauer der Anwuchszeit sollte der Schützling des öfteren mit Wasser eingenebelt werden, sodass die noch nicht völlig vorhandene Tätigkeit der Saugwurzeln unterstützt wird.
Von Vorteil ist auch das Abschatten des Baumes damit die Verdunstung
der Blätter nicht zu stark wird.
Selbstverständlich muß der noch nícht angewurzelte Baum mittels Baumpfahl standfest gemacht werden.
Gruß Jukaido

Hallo Dalga,
wie Du vorgehen willst, ist o.k.
Wenn Du es jetzt noch machen willst, dann Ende Februar - je nach Wohnort ein bisschen später wegen Dauerfrost.
Herbst ist besser !
Wie BM habe ich auch schon Kamikaze-Aktionen vollbracht - ohne Probleme und mit Früchten ohne Ende. Kommt wohl auch auf die Wohngegend an bzw. an den neuerdings warmen Winter
Viel Spaß am Buddeln
Uli