Hallo Frenchie,
erst nachdem ich unserer Hainbuchenhecke gesetzt habe lese ich
jetzt über die Vorteile einer Gründüngung.
Hintergrund: Neubau, Erdmassen aus der Baugrube wurden wohl
vom Bauunternehmer auf der Fläche verteilt, denn wir haben
einen hellen Boden und keinen Mutterboden als erste Schicht.
wenn es denn wirklich so wäre, hätte der Bauunternehmer in der Tat schlampig gearbeitet
normal ist, dass beim Vorbereiten einer Bebauung der Mutterboden zuerst abgeräumt und irgendwo auf einen Berg geschoben wird
dieser Berg wird zuletzt wieder gleichmäßig als Oberfläche verteilt
aaaber: nicht überall und immer ist Mutterboden tiefbraun. Je nach Region kann das durchaus hell aussehen, wenn nämlich ursprünglich leichter, sandiger Boden vorlag
In Spatentiefe kommt dann eine gräuliche Schicht.
einfacher Test:
eine Handvoll nassen Boden aufnehmen, in der Hand kneten.
Bröselt das Ergebnis = viel Sand enthalten
hast Du eine Art Wurst oder Knöllchen in der Hand = es ist Lehm dabei … letzteres wäre eher gut
professioneller geht noch Bodentestset aus dem Baumarkt/Gartencenter. Damit erhältst Du einen Richtwert über den pH-Wert, bei teureren Sets auch Stickstoff usw.
exakt macht das das entsprechende Institut - fragst Du die Stadtverwaltung/landratsamt
wer Geduld hat, wartet bis die ersten Unkräuter erscheinen. Stichwort ZEIGERPFLANZEN - siehe google.
An dem, was freiwillig wächst kann man erkennen, ob der Boden eher kalthaltig oder eher sauer ist.
und bei aller Sorge um die neugepflanzte Hecke: hainbuchen haben buchstäblich Hunderttausende von Jahren in freier Wildbahn hinter sich, ohne von Menschen betütelt worden zu sein.
Normalerweise kommt die Hecke mit allem klar, außer Du setzt sie bei Null Regen in eine Wüste
Jetzt frage ich mich, ob ich vor und hinter der Hecke noch ein
paar Gründüngerpflanzen mit tiefer Durchwurzelung setze, um
den Boden um die Hecke herum zu lockern und dann auch
verbessern, da ja die Wurzelmasse in der Erde bleibt.
langsam. Im augenblicklichen Stadium betreibst Du damit Konkurrenzdruck zu den Einwurzelungsbemühungen der Hecke. Wenn denn schon Gründünger, dann Flachwurzler: Raps, Phacelia.
Die
Blattmasse würde ich dann vor Samenbildung abmähen, mit dem
Rasenmäher kleinschneiden und unter die Hecke als Mulch
ausbringen.
warum nimmst Du nicht einfach das Schnittgut vom Rasenmähen? Das ist die billigste Methode
Damit hätte ich den Boden verbessert und rein organisch
gedüngt. Und das könnte sogar noch ganz nett und natürlich
aussehen.
… solange der Gründünger am Leben ist ja. Kleingehäkselter Gründünger sieht bis zum Winter nach Komposthaufen aus und riecht auch so
Was haltet Ihr prinzipiell von meiner Idee?
naja … grundsätzlich, warum nicht.
Welche Pflanzen nehmen? Im Sommer würde z.Bsp. Sonnenblume
sogar sehr hübsch vor dem hellen Laub der Hainbuche aussehen.
schon mal Sonnenblume mit dem Rasenmäher bearbeitet? Du wirst Probleme kriegen. Sonnenblumenstängel sind sehr stabil. Eine Gartenschere könnte noch zu schwach sein. Die Axt wäre schon sinnvoller und sogar ein Turbo-Häcksler jault (selbst erlebt)
Aber damit die einen Effekt erzielen müsste ich sie wohl sehr
dicht setzten.
das werden die Sonnenblumen nicht danken. Diese Pflanzen brauchen sehr viel Nahrung und Wasser. Gegenseitige Konkurrenz produziert Schwächlinge.
Was mir an der Sonneblume gefällt ist die Wurzeltiefe von bis
2,50 Meter (wow !).
aber nicht nur senkrecht nach unten, sondern rundherum genauso. Damit konkurrieren diese Pflanzen mit der Hecke. Das wird beide Seiten schwächen.
Kannst Du die Sonnenblumen nicht woanders wachsen lassen? Wenn Du sie unbedingt als Gründünger unter die Hecke bringen willst, geht das auch hinterher.
Übrigens verholzen die stolzen Schönen, wenn Du sie blühen lässt. Stichwort häckseln, sagte ich weiter oben schon mal
Leider haben wir den Rasen direkt nach Einzug ausgesäht. Da
kann ich mit Gründüngung nix mehr machen ohne den Rasen zu
zerstören. Dann muss ich hier wohl auf die Regenwürmer setzen.
die kommen schon noch. Ein frisch angelegter Garten braucht 3 bis 5 Jahre, bis er einigermaßen zu einem natürlichen Gleichgewicht gefunden hat.
Wenn nötig, hilft dem Rasen jetzt für den Anfang durchaus eine Portion Dünger. Aber im nächsten Frühjahr, nicht jetzt. Wurzelsysteme müssen arbeiten, damit sie funktionieren. Auch hier - wer päppelt, schafft Abhängigkeiten.
Falls es Dich tröstet - das, was wir heute als Rasen im Garten 14tägig kurz scheren, stammt ursprünglich aus Steppen, wo es im Frühjahr und im Winter heftig und dazwischen gar nicht regnet und wo Humus rar ist. Gras kann Mangel großartig ab. Es wird mit Eurem vermutlich eher sandigem Boden recht zufrieden sein.
viele grüße
geli