Hainbuche - Gründüngung ?

Hallo Gartenfreunde,

erst nachdem ich unserer Hainbuchenhecke gesetzt habe lese ich jetzt über die Vorteile einer Gründüngung.
Hintergrund: Neubau, Erdmassen aus der Baugrube wurden wohl vom Bauunternehmer auf der Fläche verteilt, denn wir haben einen hellen Boden und keinen Mutterboden als erste Schicht.
In Spatentiefe kommt dann eine gräuliche Schicht.

Jetzt frage ich mich, ob ich vor und hinter der Hecke noch ein paar Gründüngerpflanzen mit tiefer Durchwurzelung setze, um den Boden um die Hecke herum zu lockern und dann auch verbessern, da ja die Wurzelmasse in der Erde bleibt. Die Blattmasse würde ich dann vor Samenbildung abmähen, mit dem Rasenmäher kleinschneiden und unter die Hecke als Mulch ausbringen.
Damit hätte ich den Boden verbessert und rein organisch gedüngt. Und das könnte sogar noch ganz nett und natürlich aussehen.

Was haltet Ihr prinzipiell von meiner Idee?
Welche Pflanzen nehmen? Im Sommer würde z.Bsp. Sonnenblume sogar sehr hübsch vor dem hellen Laub der Hainbuche aussehen. Aber damit die einen Effekt erzielen müsste ich sie wohl sehr dicht setzten.
Was mir an der Sonneblume gefällt ist die Wurzeltiefe von bis 2,50 Meter (wow !).

Leider haben wir den Rasen direkt nach Einzug ausgesäht. Da kann ich mit Gründüngung nix mehr machen ohne den Rasen zu zerstören. Dann muss ich hier wohl auf die Regenwürmer setzen.

Danke für Feedback,

Dirk

Hallo Frenchie,

erst nachdem ich unserer Hainbuchenhecke gesetzt habe lese ich
jetzt über die Vorteile einer Gründüngung.
Hintergrund: Neubau, Erdmassen aus der Baugrube wurden wohl
vom Bauunternehmer auf der Fläche verteilt, denn wir haben
einen hellen Boden und keinen Mutterboden als erste Schicht.

wenn es denn wirklich so wäre, hätte der Bauunternehmer in der Tat schlampig gearbeitet
normal ist, dass beim Vorbereiten einer Bebauung der Mutterboden zuerst abgeräumt und irgendwo auf einen Berg geschoben wird
dieser Berg wird zuletzt wieder gleichmäßig als Oberfläche verteilt

aaaber: nicht überall und immer ist Mutterboden tiefbraun. Je nach Region kann das durchaus hell aussehen, wenn nämlich ursprünglich leichter, sandiger Boden vorlag

In Spatentiefe kommt dann eine gräuliche Schicht.

einfacher Test:
eine Handvoll nassen Boden aufnehmen, in der Hand kneten.
Bröselt das Ergebnis = viel Sand enthalten
hast Du eine Art Wurst oder Knöllchen in der Hand = es ist Lehm dabei … letzteres wäre eher gut

professioneller geht noch Bodentestset aus dem Baumarkt/Gartencenter. Damit erhältst Du einen Richtwert über den pH-Wert, bei teureren Sets auch Stickstoff usw.

exakt macht das das entsprechende Institut - fragst Du die Stadtverwaltung/landratsamt

wer Geduld hat, wartet bis die ersten Unkräuter erscheinen. Stichwort ZEIGERPFLANZEN - siehe google.
An dem, was freiwillig wächst kann man erkennen, ob der Boden eher kalthaltig oder eher sauer ist.

und bei aller Sorge um die neugepflanzte Hecke: hainbuchen haben buchstäblich Hunderttausende von Jahren in freier Wildbahn hinter sich, ohne von Menschen betütelt worden zu sein.
Normalerweise kommt die Hecke mit allem klar, außer Du setzt sie bei Null Regen in eine Wüste

Jetzt frage ich mich, ob ich vor und hinter der Hecke noch ein
paar Gründüngerpflanzen mit tiefer Durchwurzelung setze, um
den Boden um die Hecke herum zu lockern und dann auch
verbessern, da ja die Wurzelmasse in der Erde bleibt.

langsam. Im augenblicklichen Stadium betreibst Du damit Konkurrenzdruck zu den Einwurzelungsbemühungen der Hecke. Wenn denn schon Gründünger, dann Flachwurzler: Raps, Phacelia.

Die
Blattmasse würde ich dann vor Samenbildung abmähen, mit dem
Rasenmäher kleinschneiden und unter die Hecke als Mulch
ausbringen.

warum nimmst Du nicht einfach das Schnittgut vom Rasenmähen? Das ist die billigste Methode

Damit hätte ich den Boden verbessert und rein organisch
gedüngt. Und das könnte sogar noch ganz nett und natürlich
aussehen.

… solange der Gründünger am Leben ist ja. Kleingehäkselter Gründünger sieht bis zum Winter nach Komposthaufen aus und riecht auch so

Was haltet Ihr prinzipiell von meiner Idee?

naja … grundsätzlich, warum nicht.

Welche Pflanzen nehmen? Im Sommer würde z.Bsp. Sonnenblume
sogar sehr hübsch vor dem hellen Laub der Hainbuche aussehen.

schon mal Sonnenblume mit dem Rasenmäher bearbeitet? Du wirst Probleme kriegen. Sonnenblumenstängel sind sehr stabil. Eine Gartenschere könnte noch zu schwach sein. Die Axt wäre schon sinnvoller und sogar ein Turbo-Häcksler jault (selbst erlebt)

Aber damit die einen Effekt erzielen müsste ich sie wohl sehr
dicht setzten.

das werden die Sonnenblumen nicht danken. Diese Pflanzen brauchen sehr viel Nahrung und Wasser. Gegenseitige Konkurrenz produziert Schwächlinge.

Was mir an der Sonneblume gefällt ist die Wurzeltiefe von bis

2,50 Meter (wow !).

aber nicht nur senkrecht nach unten, sondern rundherum genauso. Damit konkurrieren diese Pflanzen mit der Hecke. Das wird beide Seiten schwächen.

Kannst Du die Sonnenblumen nicht woanders wachsen lassen? Wenn Du sie unbedingt als Gründünger unter die Hecke bringen willst, geht das auch hinterher.
Übrigens verholzen die stolzen Schönen, wenn Du sie blühen lässt. Stichwort häckseln, sagte ich weiter oben schon mal

Leider haben wir den Rasen direkt nach Einzug ausgesäht. Da
kann ich mit Gründüngung nix mehr machen ohne den Rasen zu
zerstören. Dann muss ich hier wohl auf die Regenwürmer setzen.

die kommen schon noch. Ein frisch angelegter Garten braucht 3 bis 5 Jahre, bis er einigermaßen zu einem natürlichen Gleichgewicht gefunden hat.

Wenn nötig, hilft dem Rasen jetzt für den Anfang durchaus eine Portion Dünger. Aber im nächsten Frühjahr, nicht jetzt. Wurzelsysteme müssen arbeiten, damit sie funktionieren. Auch hier - wer päppelt, schafft Abhängigkeiten.

Falls es Dich tröstet - das, was wir heute als Rasen im Garten 14tägig kurz scheren, stammt ursprünglich aus Steppen, wo es im Frühjahr und im Winter heftig und dazwischen gar nicht regnet und wo Humus rar ist. Gras kann Mangel großartig ab. Es wird mit Eurem vermutlich eher sandigem Boden recht zufrieden sein.

viele grüße
geli

Hi Geli,

danke für die super Hinweise.

Ein paar Kommentare:

Laut baugeologischem Gutachten haben wir einen Sandigen Lehm mit hohem Schluffanteil. Weierhin wurde bemerkt, dass jahreszeiten- und wetterabhängig Wasseradern auf/unter unserem Grundstück in anarchischer Form zu erwarten sind. Stichwort: Staunässe. Ich plane gerade eine Abfangdrainage am oberen Grundstückende, um Hangschichtquellen von oberhalb abzupuffern.

Ich bemerke bei Regen, dass die ersten ~10-15cm Boden sehr matschig werden während die graue Schicht feucht, aber nicht „quidderig“ ist.
Vermutung: Die Lehmanteile quellen stark auf und bilden eine wasserundurchlässige Schicht.

Ok, mit dem Konkurrenzdruck hast Du natürlich recht. Ich denke im ersten Jahr lasse ich die lieben Hainbuchen erst einmal in Ruhe Fuss fassen. Wobei sie ruhig flott wachsen dürfen, denn meine Frau hat mir ne schöne Heckenschere geschenkt. Bei ca 100m Hecke wohl angebracht :smile:

Den Rasenschnitt wollte ich eigentlich auf dem Rasen belassen. Habe mir extra einen Mulchmäher gekauft. Aber ich kann auch wahlweise auffangen und jede zweite Fuhre unter die Hecken schmeissen.

Schöne Grüsse & Frohe Ostern

Dirk

Hallo Dirk,

danke für die super Hinweise.

gern geschehen

Ein paar Kommentare:

Laut baugeologischem Gutachten haben wir einen Sandigen Lehm
mit hohem Schluffanteil. Weierhin wurde bemerkt, dass
jahreszeiten- und wetterabhängig Wasseradern auf/unter unserem
Grundstück in anarchischer Form zu erwarten sind. Stichwort:
Staunässe. Ich plane gerade eine Abfangdrainage am oberen
Grundstückende, um Hangschichtquellen von oberhalb
abzupuffern.

je nach Situation kann eine Drainage tatsächlich eine gute Lösung darstellen
was Lehmboden angeht, mit einem solchen sind auch wir gesegnet.
Jetzt, nach dem Wintereinbruch, kannst Du davon ausgehen, dass das Tauwasser bis an die Graswurzeln quatscht. Im Sommer nach langer Trockenheit wird unser Boden hart wie Beton.
Dafür haben wir den Vorteil, dass wir außer unsere zahlreichen Kübelpflanzen nichts gießen müssen. Ich habe es mit in den letzten Jahren sogar auf der Terrasse verkniffen. Dort sehen Sonnenhut & Co zwar bei großer Hitze manchmal etwas abgeschlappt aus, sie erholen sich aber regelmäßig allein durch Morgentau.

Mulchen und regelmäßige Kompostgaben tun den Rest

Ich bemerke bei Regen, dass die ersten ~10-15cm Boden sehr
matschig werden während die graue Schicht feucht, aber nicht
„quidderig“ ist.
Vermutung: Die Lehmanteile quellen stark auf und bilden eine
wasserundurchlässige Schicht.

richtig wasserundurchlässig würdest Du sehen. Wenn Du nämlich einen See, statt Wiese hast. Selbst das ist noch okay, wenn es denn nicht länger als 1-2 Tage dauert. Mit den Jahren dürfte sich das aber durch die Arbeit von Bodenmkiroorganismen und Regenwürmern zum guten wenden. Wir haben bei uns vor 8 Jahren bei der Neuanlage einer Hecke zum Nachbarn einen Streifen reinen blauen Lehms entdeckt. Unmöglich zum Graben, gepflanzt haben wir trotzdem, Hasel, Buche, Heckenrose, Liguster und weils noch im Topf herumstand, Weigelie. Einen überzähligen Buchsbaum gab es auch.
Im 2. Jahr setzte ich weil auch überflüssig, ein paar Lupinen davor in den Hang und belegte großzügig mit Rindenmulch.
Mittlerweile findest Du dort von Lehm keine Spur mehr.

viele Grüße
geli

Ok, mit dem Konkurrenzdruck hast Du natürlich recht. Ich denke
im ersten Jahr lasse ich die lieben Hainbuchen erst einmal in
Ruhe Fuss fassen. Wobei sie ruhig flott wachsen dürfen, denn
meine Frau hat mir ne schöne Heckenschere geschenkt. Bei ca
100m Hecke wohl angebracht :smile:

Den Rasenschnitt wollte ich eigentlich auf dem Rasen belassen.
Habe mir extra einen Mulchmäher gekauft. Aber ich kann auch
wahlweise auffangen und jede zweite Fuhre unter die Hecken
schmeissen.

Schöne Grüsse & Frohe Ostern

Dirk