Hallo
In unserem Haus, in dem zwei Mietparteien wohnen, ist ein heißer Streit entbrannt, ob alte Bäume, die wir auf einem (inklusive Haus) 1000qm Grundstück stehen haben, gefällt werden müssen oder nicht.
Das Haus ist aus den Sechzigern und etwa so alt sind die meisten Bäume. Zwei alte Kiefern wurden bereits gefällt, da sie das Haus gefährdeten. Die anderen Bäume sind nicht akut gefährdet, sie haben auch die letzten Stürme gut überstanden.
Darunter Birken, dicke Eiben und Fichten.
Mehrere Gärtner (Unternehmen) haben gemeint, dass das ja eigentlich Bäume seien, die in den Wald gehörten, und nicht in einen Privatgarten.
Wir finden die Bäume gut, unsere Nachbarn finden, dort sollte lieber eine Terasse hin.
Gibt es weitere SACH-Argumente, die wir einbringen könnten, damit die Bäume stehenbleiben?
Was meint ihr?
Danke und Grüße
Laralinda
Hallo Laralinda,
falls deine Gemeinde eine Baumschutzsatzung hat, würde ich mich zurücklehnen.
Da müssen schon wirklich gute Gründe kommen, damit es eine Fällgenehmigung gibt.
Allerdings ist die Birke ein Pioniergehölz und wird nicht sehr alt. Wenn die wirklich aus den Sechzigern sind, kommt nun langsam die Zeit, dass sie oft bruchgefährdet sind. Aber das kann man nicht aus der Ferne einschätzen.
Fichten sind in vielen Regionen tatsächlich nicht standortgerecht. Das hat aber auch etwas mit dem Landschaftsbild zu tun, wo sich die Geschmäcker scheiden. Falls sie aber unter die Baumschutzsatzung fallen, ist das egal.
Grüße
Ulf
Hallo,
Grundsätzlich gibt es in jedem Bundesland eine Bauschutzverordnung, die klar regelt welche Bäume entfernt werden dürfen oder nicht. Ein Abholzen von rund 50 Jahre alten Bäumen geht in der Regel nicht ohne Ausgleichsmaßnahmen von Statten.
siehe auch:
/t/geschuetzte-eiche-faellen/1284054
Also erst die Gemeinde fragen und um Erlaubnis fragen!
S.
Grundsätzlich gibt es in jedem Bundesland eine
Bauschutzverordnung,
Hallo S,
das ist falsch.
Grüße
Ulf
falls deine Gemeinde eine Baumschutzsatzung hat, würde ich
mich zurücklehnen.
Da müssen schon wirklich gute Gründe kommen, damit es eine
Fällgenehmigung gibt.
Es gibt dafür hier so Bestimmungen, wir durften die beiden Kiefern nur fällen, wenn wir dafür Ersatzbäume pflanzen. Allerdings kommt es hier wohl auf die Baumsorte und auf die Stammdicke an…
Es gibt dafür hier so Bestimmungen, wir durften die beiden
Kiefern nur fällen, wenn wir dafür Ersatzbäume pflanzen.
Allerdings kommt es hier wohl auf die Baumsorte und auf die
Stammdicke an…
Hallo,
dann steht das in der kommunalen Baumschutzsatzung (Gehölzschutzsatzung o.ä.).
Schau mal, ob du die von deiner Gemeinde/deiner Stadt im Internet findest. Da steht am Anfang auch drin, warum die Gemeinde die Bäume schützen will (sind dann auch deine Argumente). Weiterhin findest du, wann einem Fällantrag stattgegeben oder abgelehnt wird. Die Ersatzpflanzung allein reicht nicht, dass ein Antrag genehmigt wird. Der Antragsteller muss darlegen, dass es im Einzelfall, im Gegensatz zu den Erhaltungszielen der Kommune, sinnvoll oder notwendig ist, die Bäume umzulegen.
Grüße
Ulf
Hallo
auch auf unserem 1000 qm großen Grundstück stehen Birken, Tannen, Eiben, Kirschbaum - alle rund 32 Jahre alt.
Freiwillig würden wir diese nicht fällen - warum auch?
Bäume bedeuten Sauerstoff, Schutz vor Wind und Wetter, bieten Schatten, dienen dem Nestbau von Vögeln und liefern Nahrung.
Hallo,
hinlänglich angeführt wurden bereits die Gründe, die für den Verbleib von Bäumen sprechen.
Jedoch nicht vergessen sollte man : Grundsätzlich gilt, je länger man das Kappen der Bäume (gerade in unmittelbarer Nähe von Gebäuden) herauszögert, desto schwieriger und kostenaufwändiger wirds. Irgendwann muss man da sowieso heran.
Das sollte man in die Abwägung einbeziehen.
Gruß
Karl
Hallo Karl,
ob dein Vorschlag so das Gelbe vom Ei ist, wage ich mal zu bezweifeln. Was soll mit dem „Kappen“ denn bewirkt werden?
In der Ausgangsfrage war von Birken, Fichten und Eiben die Rede. Die Fichte zu kappen ist problematisch. Viel besser wäre es, sofern noch nicht geschehen, die unteren Äste abzunehmen. Das verringert die Windangriffsfläche und stärkt die Krone. Wenn der Baum dann alle paar Jahre auf Krankheiten untersucht wird, kann nicht viel passieren. Die Eiben stellen aufgrund ihrer Höhe sowieso kein Problem dar.
Nur bei den Birken muss man, wie bereits erwähnt, die Lebensdauer bedenken. Aber wenn der Baum noch gesund aussieht, ist die Gefahr auch nicht besonders groß. Ein Kappen bei Birken sieht m. E. grauenvoll aus.
In unseren Wohngebieten gibt es schon viel zu viele baumfreie Flächen. Dabei gilt ein alter Baumbestand als attraktivitätssteigernd, vgl. zum Beispiel Hamburg-Othmarschen.
Viele Grüße
Ultra
Hallo Ultra,
ob dein Vorschlag so das Gelbe vom Ei ist, wage ich mal zu
bezweifeln. Was soll mit dem „Kappen“ denn bewirkt werden?
Mit „Kappen“ meinte ich : Ratzekahl über der Wurzel absägen, ggfls ganz raus.
Siehe auch mein Posting /t/wann-muss-ein-baum-gefaellt-werden/4412337/8
In unseren Wohngebieten gibt es schon viel zu viele baumfreie
Flächen. Dabei gilt ein alter Baumbestand als
attraktivitätssteigernd, vgl. zum Beispiel
Hamburg-Othmarschen.
Klar, das muss man alles gegeneinander wichten.
Gruß
Karl
Hallo,
ich bin der gleichen Meinung wie Karl. Die großen Bäume weg und Neue, Nutzpflanzen, setzen. Apfel, Birne, Haselnuss oder…Es gibt so viele, auch Ziersträucher, oder Hecken. Auch Wildobst(günstig für Vögel oder Insekten).So große Bäume gehören nicht in einen so kleinen Garten.
Gruß Bernd
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Außerdem: Nadelbäume meist ausgenommen
Moin!
Mein Senf dazu: Nicht ohne Grund sind gerade Nadelbäume von den Baumschutzsatzungen häufig ausgenommen.
Ich selbst finde Koniferen im Garten eher fehl am Platze: Sie machen ganzjährig Schatten (also auch im Winter, wenn man die Sonne eigentlich gern mal sehen würde), sind meist von unten bis oben benadelt (man kann sich nicht drunter setzen, wie das bei einem HOchstamm - Obstbaum etwa der Fall ist), verändern noch dazu die Bodenbedingungen.
Der Nutzen für die Tierwelt ist häufig auch eher gering, da wäre ein dorniges, blühendes, Fruchttragendes Gehölz wertvoller, mal so aus ökologischer Sicht betrachtet. Solche „Koniferengärten“ sind häufig eher artenarm. Außerdem ist das monotone Bild im Wechsel der Jahreszeiten eher langweilig.
In einem parkähnlichen Garten können sie wunderschön sein, aber in einem Hausgarten sehe ich das eher nicht. Dazu muss man noch sehen, zu welchem Zweck diese Gehölze in den 60er Jahren gepflanzt wurden. Bestimmt nicht, um einen Wald im Garten anzulegen, eher als Hintergrund zu Staudenbeeten oder als Sichtschutz (Dafür reichen ja Höhen von bis zu 2m).
Was ich tun würde: Mit den Nachbarn verhandeln, ebenso mit der Gemeinde, falls eine bestehende Baumschutzsatzung die Fällung behindert. In der Folge würde ich den Nachbarn gegenüber darauf bestehen, schöne, grosse Hochstammobstbäume oder Wildgehölze zu pflanzen, Nistkästen aufzuhängen, zusätzlich den Garten anderweitig ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig den Nutzwert für die menschlichen Bewohner zu erhöhen. Vielleicht ja auf dem neugewonnenen Platz noch Raum für ein kleines Feuchtbiotop, eine Trockenmauer oder ähnliches.
Die Birken würde ich stehenlassen, auf keinen Fall köpfen, sieht fürchterlich aus und macht die Bäume auf Dauer instabiler.
Grüsse
kernig
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Hallo kernig,
du rennst bei mir offene Türen ein. 
Grüße
Ulf
Ich war zu faul das Posting auf zuteilen…
Hallo kernig,
du rennst bei mir offene Türen ein. 
Grüße
Ulf
Hi Ulf,
das war mir schon klar 
Ich wollte nur noch die Geschichte mit der Ausnahme aus den Baumschutzsatzungen ergänzen und gleichzeitig meine Meinung äußern, ohne 2mal posten zu müssen.
Grüsse
kernig