Servus,
um feststellen zu können, ob es sich um Gift im Sinn der Nomenklatur bis 31.07.2005 handelt, wäre es gut zu wissen, was für eine Kultur da behandelt wird.
Insektizide und Akarizide spielen bei aktuellem Stand der Technik und Marktlage im Ackerbau fast bloß noch in Zuckerrüben eine (auch dort vernachlässigbare) Rolle.
Wenn in der zweiten Junihälfte gespritzt wird, handelt es sich wahrscheinlich (je nach Kultur, wäre gut zu wissen) um eine Fungizid- oder in Weizen Kopfdüngeranwendung.
Fungizide aus Giftklasse 1 oder 2 fallen mir aus der hohlen Hand keine ein, aber recherchieren mag ich bei der knappen Informationslage auch nicht.
Und kriege ich irgendwie den Namen
des Landwirts raus?
Ich empfehle: Rede mit ihm bzw. dem Treckerfahrer - wenn Du Zeit hast, zu belauern, wie nah er an Deine Himbeeren rankommt, und zu beobachten, ob und welche Abdrift dabei stattfindet, kannst Du auch abpassen, wann er vom Acker kommt. - Je kritischer der angewendete Stoff ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Jefe selber rausfährt. Bei dieser Gelegenheit kannst Du auch erfragen, welche Wartezeiten für das angewendete Präparat eingehalten werden müssen, und auch feststellen, ob und was Deine Himbeeren überhaupt abkriegen. Das Thema Spritze und Abdrift ist seit einigen Jahren groß in Mode bei den vielen vielen Inspektoren, Inspektorenanwärtern, Amtsräten, Oberamtsräten etc., die den Bauern auf dem Rücken sitzen - es täte mich ein bissel wundern, wenn da irgendwelche Unregelmäßigkeiten tatsächlich feststellbar (und nicht bloß fühlbar) wären. Die können einen Landwirt nämlich ruckzuck seine Existenz kosten.
Ich empfehle allerdings, den Begriff „Gift“ nicht beim allerersten Kontakt zu verwenden. Vor dem 01.08.2005 wurden Präparate der Giftklassen 1 und 2, die z.B. bei unmittelbarem Augenkontakt eine Reizung verursachen können (die mit dem schräg liegenden X) noch nicht als Gift bezeichnet. Insofern ist der Begriff ein Reizwort, das jeden vernünftigen Dialog von vornherein konterkariert.
Ergänzend: Der Geruch des ausgebrachten Präparates lässt keinerlei, in Worten keinerlei Rückschluss auf dessen Giftklasse zu. Beispiel: Der heftig stechend riechende Ammoniak, der hie und da in der Kopfdüngung an Weizen eingesetzt wird, ist vollkommen harmlos.
Schöne Grüße
MM