guten tag, ich habe im garten ein paat tomatenpflanzen. es hängen schon viele früchte daran. ich habe immer ausgegeizt wie ich es hier mal gelesen hab. ausserdem habe ich die untersten blätter abgeschnitten damit der regen nicht dagegen spritzt. nun kam eine nachbarin und meinte ich solle sehr sehr viele blätter von dem ganzen strauch abmachen, sonst ginge die kraft in die blätter anstatt in die früchte. ich habe übrigens auch einen strauch cocktailtomaten, den habe ich nicht ausgegeizt, ist das alles richtig so. wieviel blätter müssen an den sträuchern bleiben, bzw. wieviel soll ich entfernen?
Auch Guten Tag,
niemals schneidet man das Laub von Tomatenpflanzen ab - das hat etwas mit der Photsynthese und den für die Pflanze wichtigen Stoffen zu tun, welche sie daraus gewinnt. Dies kommt den Früchten immer zugute.
Ausgeizen ist gut. Wenn, dann kann man die oberen Blütenstände wegknipsen, dann entwickeln sich die anderen Früchte besser bzw. die nicht befruchteten Blüten wegnehmen.
Ansonsten viel Wasser von unten; vielleicht gibts du mal eine Magnesiumtablette in ca. 5 Liter Gießwasser - so alle 8 - 10 Tage.
Gute Ernte! Iso.Osi
hallo iso.osi, erstmal vielen dank für deine rasche antwort. das laub bleibt also jetzt dran. wie sieht es denn aus mit den unetren blättern, hab schon öfter gelesen die soll man abmachen wegen regenwasser das vom boden dagegen spritz. und mit magnesiumtablette ist da eine ganz normale brausetablette die ich mir immer im drogeriemarkt kauf gemeint?
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Ausgeizen ist gut.
Alles eine Frage des Glaubens…
Hab zZ den direkten Vergleich in zwei Treibhäusern, und im zu erwartenden Ertrag gewinnt vermutlich das nie beschnittene… Sind btw. „italienische Pizzatomaten“, keine Ahnung wie die heißen, so längliche halt mit zarter Haut.
Bei eher solitären Pflanzen im Hausgarten kann geringes Ausgeizen mal Sinn machen, vor allem wenn die Pflanze kränkelt und vermutlich nicht alle Früchte zur Reife bringt oder wegen des Gewichts droht abzuknicken.
Gesunde Blätter wegnehmen ist aber Blödsinn, da gebe ich dir recht.
:Nun kam eine nachbarin und meinte ich solle sehr
sehr viele blätter von dem ganzen strauch abmachen, sonst
ginge die kraft in die blätter anstatt in die früchte.
Man kann einige Blätter abmachen, die die Früchte so einhüllen, dass sie wegen Feuchtigkeit leichter von Pilzen befallen werden. Ansonsten erfolgt ja die gesamte Wachstumsaktivität über die Photosynthese des Blattgrüns. Der Boden liefert nur Salze und Wasser.
Udo Becker
dankeschön udo, da bin ich aber froh, dass ich erst auf die antworten hier gewartet habe. war gestern schon drauf und dran die meisten blätter abzumachen ( weil ich gerade mal was zeit hatte). nun werde ich ein paar blätter entfernen, weil die sträucher schon sehr sehr buschig sind. wie sieht es denn mit den cocktailtomaten aus, die hab ich ja bisher nicht ausgegeizt, der strauch ist auch sehr groß und sehr buschig, mit ganz vielen blütenständen. tomaten sind erst ganz wenige dran. soll ich jetzt dort auch mal, zumindest alles was neu an ablegern? ist, also diese dinger die da in den achseln wachsen, ausgeizen, bzw. künftig rausbrechen??
ich freue mich auf antwort und wünsche einen wunderschönen tag
maggie
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Hallo Margret,
dankeschön udo, da bin ich aber froh, dass ich erst auf die
antworten hier gewartet habe. war gestern schon drauf und dran
die meisten blätter abzumachen ( weil ich gerade mal was zeit
hatte). nun werde ich ein paar blätter entfernen, weil die
sträucher schon sehr sehr buschig sind.
mach nur das ab, was der Gieskanne im Weg hängt
wie sieht es denn mit
den cocktailtomaten aus, die hab ich ja bisher nicht
ausgegeizt, der strauch ist auch sehr groß und sehr buschig,
mit ganz vielen blütenständen. tomaten sind erst ganz wenige
dran. soll ich jetzt dort auch mal, zumindest alles was neu an
ablegern?
Cocktailtomaten rührt man besser nicht an
Die Früchte sind eh so klein, die kann ein gut gedüngter Strauch alle ernähren
ist, also diese dinger die da in den achseln
wachsen, ausgeizen, bzw. künftig rausbrechen??
ich habe dieses Jahr das erste Mal gar nichts ausgegeizt, bei keiner Tomatensorte und deutlich mehr Fruchtbehang erzielt
nebenbei - in Italien, auf dem Feld, macht das der Erwerbsgärtner auch nicht. Die wollen schließlich Tonnen von Tomaten in die Supermärkte und Tomatenmarkdosen bringen. Mit Verminderung der Seitentriebe klappt das eher nicht.
viele Grüße
Geli
blattphysiologie
nun kam eine nachbarin und meinte ich solle sehr
sehr viele blätter von dem ganzen strauch abmachen, sonst
ginge die kraft in die blätter anstatt in die früchte.
hallo margret,
deine nachbarin hat - teilweise - recht.
stark vereinfacht dargestellt:
blätter haben die aufgabe, die pflanze durch die photosynthese zu „ernähren“. das können sie aber nicht während ihrer ganzen entwicklung.
ein neu wachsendes blatt braucht zu seiner eigenen entwicklung - ungefähr bis zur drittel grösse - nährstoffe aus der wurzel, welche auf kosten der frucht gehen.
danach versorgt das blatt die pflanze über die photosynthese, bis es ungefähr die zweidrittel-grösse erreicht hat.
im letzten drittel benötigt das blatt wiederum nährstoffe von der wurzel, um sich selbst zu erhalten.
was heisst das für dich?
alte blätter, erkennbar an ihrer derben, ledrigen struktur, können/sollen abgepflückt werden, weil sie kraft von der pflanze erhalten und nichts mehr zum reifen der frucht beitragen.
aber auch die jüngsten blätter, die voraussichtlich das „zweidrittel-stadium“ nicht mehr erreichen, können weggenommen werden (das wird ca. anfang sept der fall sein)
ziel deiner blattpflege am stock sollte daher sein, zum reifezeitpunkt möglichst viele „zweidrittel-blätter“ gezogen zu haben. das gelingt nicht durch ausgeizen, sondern durch rechtzeitiges (nach dem ersten oder zweiten blattknoten) abschneiden des geiztriebes. der geiztrieb wird neue triebe schieben und so steht mehr blattmasse zur photosynthese - zum richtigem zeitpunkt - zur verfügung.
und dann werden deine tomaten viel süsser als die der nachbarin:smile:.
gruss,
millia
hallo, das ist ja wirklich wahnsinn was hier für experten sitzen und so wertvolle tips abgeben können. künftig werde ich doch viel öfter hier reinschauen und meine fragen stellen. hab nämlich ganz viele fragen besonders zum garten da ich noch gar keine ahnung habe. leider habe ich auch keine freunde, bekannten oder verwandten die ich fragen könnte. das es euch hier gibt macht mir echt mut.
vielen vielen dank für eure super tollen auskünfte, dadurch hab ich jetzt wohl was tomaten betrifft voll den durchblick. weiter so !!!
ich wünsche euch allen noch einen tollen tag
maggie
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Hallo,
ein neu wachsendes blatt braucht zu seiner eigenen entwicklung
- ungefähr bis zur drittel grösse - nährstoffe aus der wurzel,
welche auf kosten der frucht gehen.
von welchen Nährstoffen sprichst du?
danach versorgt das blatt die pflanze über die photosynthese,
bis es ungefähr die zweidrittel-grösse erreicht hat.
wieso sollte es nur in diesem Stadium die Pflanze versorgen?
im letzten drittel benötigt das blatt wiederum nährstoffe von
der wurzel, um sich selbst zu erhalten.
warum sollte es Nährstoofe benötigen, obwohl es nicht mehr wächst?
alte blätter, erkennbar an ihrer derben, ledrigen struktur,
können/sollen abgepflückt werden, weil sie kraft von der
pflanze erhalten
was ist „Kraft von der Pflanze“?
und nichts mehr zum reifen der frucht
beitragen.
wieso nicht?
aber auch die jüngsten blätter, die voraussichtlich das
„zweidrittel-stadium“ nicht mehr erreichen, können weggenommen
werden (das wird ca. anfang sept der fall sein)
dem könnte ich sogar zustimmen.
ziel deiner blattpflege am stock sollte daher sein, zum
reifezeitpunkt möglichst viele „zweidrittel-blätter“ gezogen
zu haben. das gelingt nicht durch ausgeizen, sondern durch
rechtzeitiges (nach dem ersten oder zweiten blattknoten)
abschneiden des geiztriebes.
du meinst Ausbrechen
Gruß, Niels
Hallo Millia,
Dein Artikel ist wirklich sehr gut.
Aber eine Frage dazu: Was ist ein Geiztrieb und wo befindet er sich ?
Liebe Grüße
Viktoria
Hallo Meggy,
Mir geht es ähnlich wie dir.
Du kannst mir ja mal Deine Erfahrungen mit Tomatenpflanzen mitteilen.
Ich würde mich freuen.
Liebe Grüße
Viktoria
Mal eine andere Meinung dazu…
Eine einjährige Pflanze hat eine bestimmte Strategie. Und die sieht in der Wachstumsphase vor, einen Großteil der Assimilate in Blätter zu investieren - die ja die Einnahmen vergrößern. Erst bei der Fruchtbildung wird umgesteuert, so daß die Hauptmenge der gewonnen Assimilate in das Wachstum und Reifen der Früchte geht. Alte Blätter werden nur noch bedingt versorgt, bei Mineralmangel (z.B. Magnesium) sterben die ja auch zu erst. Viele einjährige Pflanzen werfen alte Blätter bei Bedarf ab, ziehen aber Nährstoffe und Mineralien vorher ab (z.B. Sonnenblumen, die im unteren Stielbereich immer alte „vertrocknete“ Blätter haben). Ein Abschneiden verhindert diesen Rücktransport, außerdem entstehen Wunden, duch die Schimmelpilze, Bakterien und Viren eindringen können.
Der Hauptgrund, warum alte Blätter eine stark verringerte Photosyntheseleistung haben, ist die Nähe zum Boden und die damit verringerte Lichteinstrahlung. Bei künstlich freistehenden Pflanzen im Garten, die keinem natürlichem Konkurrenzdruck durch Nachbarpflanzen ausgesetzt sind, stimmt das aber oft gar nicht. Außerdem sind alte Blätter wichtig beim konvektiven Gastransport durch Thermoosmose (Venturi-Prinzip).
Es ist zwar richtig, daß die Photosyntheseleistung bei alten Blättern nachläßt, aber das macht sie nicht zwingend zu nutzlosen oder gar die Fruchtreife negativ beeinflußende Anhängsel, die man am besten abschneidet. Das regelt die Pflanze ganz alleine.
Hallo,
Alte Blätter werden nur noch bedingt
versorgt, bei Mineralmangel (z.B. Magnesium) sterben die ja
auch zu erst. Viele einjährige Pflanzen werfen alte Blätter
bei Bedarf ab, ziehen aber Nährstoffe und Mineralien vorher ab
diese Aussage wird z.B. bestätigt durch die Symptome von Magnesiummangel an Tomaten (und auch anderen Pflanzen). Dass das Magnesium aus den älteren Blättern abgezogen wird, sieht man an der Gelbfärbung bei Mg-Mangel. Das Chlorophyll wird abgebaut (um ans Mg zu kommen) was zur Verfärbung führt.
Gruß, Niels