Hi, vielleicht weiß da ja einer von Euch mehr als ich, brauche dringend Kirschbaumhilfe. Mein 12-jähriger Kirschbaum (zweierlei alte Sorten, von der Bio-Baumschule im Bayerischen) hat nun das 3. Jahr keine Früchte getragen. Es fing damit an, dass er die typischen Anzeichen für Fruchtfäule und Spitzendürre (Monilia) entwickelte, letztes Jahr bin ich dann laut Beipackzettel mit Teldor dagegen vorgegangen. Nach der Blüte sah der Baum wirklich super aus, tolle Blätter usw., dann kam Regen und es fing wieder an mit den Symptomen der Monilia. Ich wollte diesen Winter die Astenden alle einkürzen, weil dies ja angeblich in dem Fall getan werden sollte, meine Familie ließ mich aber nicht. Im Herbst/Winter habe ich dann nur Löcher rund um den Baum gemacht und mit Blaukorn gedüngt. Dies hat mir der Gartenbauverein empfohlen, da unsere Erde hier nicht kirschbaumfähig ist, angeblich. Diese Saison sah alles ein bißchen anders aus. Die Spitzendürre an den Astenden kam nicht, war weg, aber die Fruchtansätze faulten weiterhin ab. Ist also im Moment wohl nur noch die Fruchtfäule da. Was soll ich im Herbst oder Winter tun, kann mir da einer helfen. Nochmals Blaukorn? Wie bringe ich die Fruchtfäule weg? Danke und Gruß, Rune
Hi Rune,
vielleicht weiß da ja einer von Euch mehr als ich, brauche
dringend Kirschbaumhilfe. Mein 12-jähriger Kirschbaum
(zweierlei alte Sorten, von der Bio-Baumschule im Bayerischen)
hat nun das 3. Jahr keine Früchte getragen.
wie war denn die Temperatur während der Blüte?
Regnete es zufällig viel?
warum ich frage: bei feuchtkaltem Wetter fliegen keine oder nur wenige Bienen
zudem haben wir seit ungefähr 3 Jahren ein mindestens deutschlandweites Bienensterben
keine Bienen - keine Kirschen
nicht umsonst parken Erwerbsanbauer Bienenvölker für die Blüte direkt im Obstgarten …
Es fing damit an,
dass er die typischen Anzeichen für Fruchtfäule und
Spitzendürre (Monilia) entwickelte, letztes Jahr bin ich dann
laut Beipackzettel mit Teldor dagegen vorgegangen.
den gesamten Baum? Wie hoch und breit ist der denn?
Dir ist hoffentlich klar, dass Chemie nur wirkt, wenn Du wirklich jedes Ästchen einnebelst?
Nach der
Blüte sah der Baum wirklich super aus, tolle Blätter usw.,
dann kam Regen und es fing wieder an mit den Symptomen der
Monilia.
so ist das eben. Totgespritzte Monilia fliegt mit dem Wind erneut ein
Ich wollte diesen Winter die Astenden alle einkürzen,
weil dies ja angeblich in dem Fall getan werden sollte, meine
Familie ließ mich aber nicht.
Süßkirschen schneiden ist eine zweischneidige Sache
Nur wenn der Baum das von Jugend auf gewöhnt ist, verkraftet er das. Ein alter Baum holt sich dabei gerne Gummifluss, weil Pilze (andere als Monilia) in die Schnittflächen eindringen können
Im Herbst/Winter habe ich dann
nur Löcher rund um den Baum gemacht und mit Blaukorn gedüngt.
Dies hat mir der Gartenbauverein empfohlen, da unsere Erde
hier nicht kirschbaumfähig ist, angeblich.
… die Kirschbaumbauern im milden Klima der Fränkischen Schweiz lachen alle über die Baumschulkunden, die sich junge Kirschbäume 50km weiter nördlich, z.B. nach Bayreuth holen.
Sie wissen nämlich, dass bereits das um eine Kleinigkeit rauere Klima Kirschbäume unter Stress setzt. Was zu deutlich geringerer Lebenszeit, deutlich ausgeprägterem Krankheitsbefall und geringerem Ertrag führt.
So ist das eben. Du kannst nicht jeden Baum an jedem Ort mit gleichem Erfolg haben.
Diese Saison sah
alles ein bißchen anders aus. Die Spitzendürre an den Astenden
kam nicht, war weg, aber die Fruchtansätze faulten weiterhin
ab. Ist also im Moment wohl nur noch die Fruchtfäule da. Was
soll ich im Herbst oder Winter tun, kann mir da einer helfen.
wahrscheinlich besseres Wetter im nächsten Frühjahr.
Nochmals Blaukorn?
Blaukorn bringt sozusagen eine „Düngerspitze“ in den Boden. Nachhaltiger ist organischer Dünger.
Erwerbsgärtner breiten eine dicke Schicht Rinder- oder Pferdedung unter den Baum. Zum Teil lassen sie ihn direkt dort rotten. Das wirst Du nicht wollen, weil es stinkt. Machbar im Hausgarten ist reichlich verrotteter Kompost, Hornspäne, Urgesteinsmehl.
Das im März und Du hilfst dem Baum für den Fruchtansatz nach der Blüte.
Monilia dagegen - da hilft nur gutes Wetter.
Man kann natürlich die betroffenen Astenden im Sommer entfernen. Das habe ich jahrelang versucht.
Mittlerweile tue ich schlicht überhaupt nichts mehr dagegen. In trockeneren Jahren ist es halbwegs weg, in nassen wird es schlimmer.
btw müssten sämtliche Nachbarn, die vielleicht eine Zierkirsche ihr eigen nennen, bei der Spritzaktion mitziehen.
Wie bringe ich die Fruchtfäule weg?
mit gutem Wetter.
Unser Kirschbaum hat uns dieses Jahr gerade genug Kirschen zum Naschen geliefert; das ist im ganzen Landstrich bei mir so. Die erwähnten 50km weiter südlich wurdest Du im Juni mit „Kauft-Kirschen - Billig!“-Schildern förmlich zugeschmissen.
Ort und Klima müssen für Kirschen einfach stimmen.
Als Faustregel kann gelten: wo Pfirsichen wollen, mögen Kirschen auf alle Fälle.
Wo nicht, da eben nicht.
Bei Äpfeln ist die Sortenauswahl auch für raue Gegenden deutlich größer
viele grüße
Geli
Es passt halt einfach dieses Jahr nicht.
Servus und Danke, Geli, für Deine interessanten Ausführungen. Die Baumschule ist etwa 30 km von hier weg, kein großer geografischer Unterschied.
Der Baum ist etwa insges. 5 m breit und so hoch wie unser EFH, etwa 9, 10 m. Mit der Chemie kam ich wirklich überall hin, habe mir Zeit gelassen, bin die Leiter rauf… Natürlich regnete es mal während der Blüte, das macht es jedes Jahr in Obb., war auch mal sicher kalt in den Nächten im Frühjahr. Dieser Baum nervt mich so, dass ich ihn am liebsten weghacken würde, darf nicht. Düngen im März, denke ich, das ist zu spät. Bis das drin ist, das dauert. Ich versuche es einige Wochen früher diesmal. Mein letzter Versuch. Dann habe ich noch eine gleich alte „Mirabelle von Nancy“. Dieser Baum hatte vor 2 Jahren eine Unmenge Früchte, letztes Jahr ein paar und heuer so gut wie nix. Der nervt mich auch. Einzig und allein meine 2 Apfelbäume mit insges. 4 Sorten Renetten, mit denen bin ich zufrieden. Die tragen relativ regelmäßig. Vor allem letztes Jahr kamen 150 l Saft raus.
Einen schönen Abend noch wünscht Rune
hi rune,
alos mit genügend blaukorn kannst du den baum auch umbringen:frowning:. eine handvoll blaukorn im bereich der baumkrone ist völlig ausreichend. im herbst ausgebracht, ist es zudem wirkungsvoller als im frühjahr.
sonst kann man nur die üblichen empfehlungen abgeben: fruchtmumien restlos entfernen (auch den boden danach absuchen!), spitzendürre bis ins gesunde holz abschneiden, und 2 x spritzen, einmal vor, einmal nach der blüte.
millia
Dieser Baum hatte vor 2
Jahren eine Unmenge Früchte, letztes Jahr ein paar und heuer
so gut wie nix. Der nervt mich auch.
Die meisten Bäume haben von Jahr zu Jahr unterschiedliche Ertragsmengen (Alternanz, http://de.wikipedia.org/wiki/Alternanz_(Gartenbau)), außerdem ist das Wetter, der Insektenflug während der Blüte und der Baumschnitt entscheidend. Ein guter Schnitt kann für einen einigermaßen ausgeglichenen Ertrag helfen, aber gegen das Wetter gibt’s halt nix.
Hi, millia, mein Problem ist seit diesem Jahr, dass die Spitzendürre weg ist und die Fruchtansätze im Frühstadium austrocknen und abfallen. Die sind so winzig, dass man von Fruchtmumien nicht reden kann, höchstens von Babyfruchtmumien. Kein Mensch kann die unter dem Baum finden.
Gruß Rune
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Hi, millia, mein Problem ist seit diesem Jahr, dass die
Spitzendürre weg ist
da wäre ich mir nicht so sicher. du hast dem baum mit blaukorn eine „nähstoffinfusion“ verpasst und so schafft er es, trotz der im holz vorhandenen verpilzung, seine blätter zu versorgen. aber der pilz verschwindet nicht und wird das holz weiter schädigen, bis der komplette ast-querschnitt lahmgelegt ist.
und die Fruchtansätze im Frühstadium
austrocknen und abfallen. Die sind so winzig, dass man von
Fruchtmumien nicht reden kann, höchstens von Babyfruchtmumien.
hmmm. bist du dir sicher, dass es sich jetzt um die frucht-monillia handelt? deiner beschreibung nach spricht das eher für nicht befruchtete blüten. dabei entstehen auch fruchtansätze, die aber klein bleiben und vorzeitig abgestossen werden. schlechtes wetter zur blütezeit würde auch dafür sprechen. hast du an den abgeworfenen früchten die typischen monillia-ringe erkennen können?
wie auch immer. du musst (!) die äste bis ins gesunde holz zurückschneiden (schere, hände, handschuhe immer sterilisieren, wenn du verpilztes material berührst: am einfachsten mit 80%igem alkohol, 2 min lang), und auf jeden fall mindestens zwei mal spritzen (vor/nach-blüte). das erwähnte teldor ist ok.
wenn der baum allerdings auf einem standort steht, wo er nicht hinpasst, wird das ewig ein krampf bleiben und blaukorn auch nicht auf dauer helfen.
da fällt mir noch eine möglichkeit ein: sind die blätter schön grün, oder gibt es da auch mangelerscheinungen? sichtbare blattadern, gelbliche aufhellungen etc. steht der baum vielleicht auf dem aushub eines hauses?
millia
Hi, millia, mein Problem ist seit diesem Jahr, dass die
Spitzendürre weg ist und die Fruchtansätze im Frühstadium
austrocknen und abfallen. Die sind so winzig, dass man von
Fruchtmumien nicht reden kann, höchstens von Babyfruchtmumien.
Kein Mensch kann die unter dem Baum finden.
Dann sind die vermutlich nicht befruchtet worden. Die Kirschblüte war dieses Jahr bei uns auch etwas unglücklich, die Frühkirschen hatten fast nichts, die mittleren etwas und die Herzkirschen waren praktisch leer.