ich bin nicht gerade mit einem „grünes Händchen“ gesegnet, pflege und hege dennoch ein paar Pflanzen in der Wohnung.
3 meiner Pflanzen habe ich umgetopft, mit neuer Erde versehen und minmal gedüngt. Alle dieser 3 Pflanzen haben einen weiße Fleckenteppich auf der Erde, der aussieht wie Schimmel. Wenn ich diese „Flecken“ entferne, bilden sich innerhalb von ein paar Tagen neu.
Was ist das? Schimmel?
Was heißt das? Sind meine Pflanzen „krank“?
Wie kann ich das vermeiden? Was habe ich falsch gemacht?
Zumindest mal ein Pilz. Welcher Teil von welchem, kann man so nicht beantworten. Generell gilt aber: Pilze fühlen sich nur dann wohl, wenn es sehr feucht ist und sie genug Nahrung haben. Die meisten dieser „Schimmelpilze“ verdauen organisches Abfallmaterial, also Humus, was den Pflanzen nichts tut, sogar im Gegenteil ja Nährstoffe für die Pflanzen aufschließt. ABER: Ein Schimmelrasen in Töpfen ist fast immer ein Zeichen für viel zu viel Wasser. Da die wenigsten Pflanzen das vetragen, gehen sie kaputt und „verschimmeln“. Daran ist dann zwar nicht der Schimmelpilz schuld, aber wird halt gerne darauf geschoben.
Ich würde umtopfen und dann anfangen, die Töpfe von unten mit Wasser zu versorgen, die Oberfläche also nicht direkt zu gießen.
3 meiner Pflanzen habe ich umgetopft, mit neuer Erde versehen
und minmal gedüngt.
das ist ein bisschen zuviel des guten. alle blumenerden sind aufgedüngt, da ist für die nächsten 6 wochen kein weiterer dünger notwendig.
Alle dieser 3 Pflanzen haben einen weiße
Fleckenteppich auf der Erde,
möglicherweise hast du dir den pilz mit der erde ins haus geholt, er kann aber auch von den alten blumentöpfen oder alten erdresten her kommen. zuvieles giessen und warme temperaturen sind idealer nährboden für schimmelpilze.
wie unten schon gesagt, weniger giessen, ist eine option. fast alle anfänger giessen zuviel. wenn eine pflanze die blätter hängen lässt, siehst du, dass sie wasser braucht. wenn du zuviel giesst, verfaulen die wurzeln, und wenn dann die pflanzen den kopf hängen lassen, ist es zu spät.
Was ist das? Schimmel?
Was heißt das? Sind meine Pflanzen „krank“?
noch nicht. aber der schimmel kann auch die pflanzen angreifen und deshalb musst du ihn auf jeden fall los werden. vermutlich wird neuerliches umtopfen das problem nicht lösen. ganz bestimmt aber hilft, die erde mit „chinosol-tabletten“ (apotheke) zu sterilisieren. 1 tablette in 2 liter wasser auflösen und damit die erde 2 - 3 mal innerhalb einiger tage satt einsprühen. (nicht in metallgefässen auflösen und aufbewahren!)
noch nicht. aber der schimmel kann auch die pflanzen angreifen
und deshalb musst du ihn auf jeden fall los werden.
Ein Saprobiont befällt keine gesunden Pflanzen!
Hallo, Hermann,
das hat Millia auch nirgends behauptet. Sie schreibt von der Möglichkeit, die durchaus gegeben ist, wenn die Pflanze (durch andere Einflüsse geschwächt ist.
Ganz abgesehen davon ist Schimmel nicht unbedingt das, was man gern im Zimmer hat. Der Tipp mit dem Chinosol ist insofern durchaus hilfreich.
das hat Millia auch nirgends behauptet. Sie schreibt von der
Möglichkeit, die durchaus gegeben ist, wenn
die Pflanze (durch andere Einflüsse geschwächt ist.
Unter „angreifen“ verstehe ich eine aktive Tätigkeit, und das machen Saprobionten nicht. Sie sondern Enzyme in ihre Umwelt ab, um organisches Material zu zersetzen und dann zu verdauen. Eine lebende Pflanze wird dadurch aber nicht gestört. Wenn, dann kommen parasitäre Pilze _hinzu_, aber die Sporen davon bekommt man nicht mit einem Mittel gegen Pilze weg, die sind überall in der Luft. Das IMHO einzig richtige ist gute Durchlüftung (z.B. durch umtopfen) und weniger Wasser. Es muss nicht immer gleich die chemische Keule sein, denn die stört das normale Bodengleichgewicht.
das problem der militanten umweltschützer ist immer gleich:
irgendwo übersehen sie ein fetzerl des realen lebens.
Wozu Chemie, wenn ein wenig Luft und weniger Wasser auch helfen? Das hat mit „militantem Umweltschutz“ wenig zu tun.
zum andern sind schimmelpilze lungengängig, so arg sogar,
dass transplantierte überhaupt keine erde in der wohnung haben
dürfen.
Ach ne, echt jetzt? Und deshalb müssen nu alle Schimmelpilze in den Bluemtöpfen bekämpft werden?
Sorry, das mögliche allergische Potential saprobiontischer Pilzsporen ist zwar bekannt, aber hier übertreibst du etwas arg.
und chinosol eine derart üble chemiekeule ist, dass ich es
dir sogar zum gurgeln empfehlen kann. deine dritten kannst
übrigens auch darin baden.
8-Chinolinolsulfat-Kaliumsulfat (Chinosol) hat ein sehr hohes Allergiepotential und gilt als erbgutschädigend. Viel Spaß beim baden…
8-Chinolinolsulfat-Kaliumsulfat (Chinosol) hat ein sehr hohes
Allergiepotential und gilt als erbgutschädigend. Viel Spaß
beim baden…
Hallo, Hermann,
nun mach mal halblang. Einzig Ökotest stellt die von Dir zitierte (übrigens ohne es als Zitat zu kennzeichnen) Wirkung fest.
In der Praxis geht es hier darum, aufgetretenen Schimmelbefall bei Zimmerpflanzen zu behandeln. Dafür ist das Mittel seit Jahrzehnten bewährt und wird erfolgreich eingesetzt.
nun mach mal halblang. Einzig Ökotest stellt die von Dir
zitierte (übrigens ohne es als Zitat zu kennzeichnen) Wirkung
fest.
Es war kein Zitat, aber interessant, daß Ökotest das auch drin hat, wenn auch schon 2004.
Schau dir mal http://msds.chem.ox.ac.uk/HY/8-hydroxyquinoline.html
an. Ich zitiere mal:
„Toxicology
Harmful by ingestion, inhalation and through skin contact. CNS stimulant. There is evidence that this material can cause cancer in laboratory animals. May act as a mutagen in humans. May act as an irritant.“
Mir bekannte Studien sind diesbezüglich aber sehr variabel, mal bindet es nur and DNS, mal ist es gentoxisch, mal nicht. Das Sulfat hat aber noch eine Zulassung für die Verwendung in Kosmetika. Nun denn, man muss ja nicht alles kaufen…
Generell gilt halt: Chinosol ist ein _Medikament_ und hat in diesem Bereich sicher auch seine Berechtigung. Unsachgemäßer Umgang mit Medikamenten ist etwas, was ein medizinischer Laie besser lassen sollte, denn alle Wirkstoffe haben auch Nebenwirkungen. Aus medizinischer Sicht sind die zwar oft zu tolerieren, da der Nutzen des Wirkstoffes überwiegt, aber unnötiger Einsatz solcher Wirkstoffe ist selten eine gute Idee. R20 R21 R22 R40 R46 und S36 reichen mir eh, um von dem Stoff im Haushalt Abstand zu nehmen.
Literatur:
A gene expression biomarker provides early prediction and mechanistic assessment of hepatic tumor induction by nongenotoxic chemicals.
Fielden MR, Brennan R, Gollub J.
Toxicol Sci. 2007 Sep;99(1):90-100. Epub 2007 Jun 8
Aber die chemische Keule wird hier ja gerne verteidigt, daß dann Zeitschriften wie Ökotest nicht ernst genommen werden, wundert mich nicht wirklich. Daß ein Wundheilmittel von Ökotest als verdächtig bezeichnet wird, und die Hersteller nicht juristisch dagegen vorgehen, wundert scheinbar niemand… ^^
Ich werde es mal mit weniger Wasser und ein paar Wochen düngerfrei versuchen. Irgendwie schaffe ich es nie die „goldene Mitte“ zu treffen was Pflanzenpflege betrifft
Aber die chemische Keule wird hier ja gerne verteidigt
freut mich jetzt richtig zu lesen. Demnach sind wir „hier“ offenbar doch viel „ausgewogener“ (so wenig wohlschmeckend ich dieses Wort finde) als befürchtet.
So daß wenigstens noch im Kraut- und Rüben-Brett eine vielleicht kontroverse, aber allemal noch fruchtbare Diskussion möglich sein könnte.
Schöne Grüße
MM
Sowohl Verteidiger als auch erbitterter Gegner der chemischen Keule, je nachdem, wo, wie und wofür
R20 R21 R22 R40 R46 und S36 reichen mir eh, um von dem
Stoff im Haushalt Abstand zu nehmen.
Bei allem Respekt vor den Damen und Herren in Oxford, aber die auf der zitierten Seite publizierten R- und S-Sätze sind (heute) für mich nicht nachvollziehbar. Heute ist es als R 22 eingestuft - und nur als R 22 (Gesundheitsschädlich beim Verschlucken). Das ist wesentlich „sparsamer“ als so manches andere Pflanzenschutzmittel. Der verantwortungsvolle Umgang mit Chemikalien ist wichtig, aber wenn der Einsatz sinnvoll ist, sollte man ihn auch nicht grundlos verteufeln.
Aber die chemische Keule wird hier ja gerne verteidigt, daß
dann Zeitschriften wie Ökotest nicht ernst genommen werden,
wundert mich nicht wirklich. Daß ein Wundheilmittel von
Ökotest als verdächtig bezeichnet wird, und die Hersteller
nicht juristisch dagegen vorgehen, wundert scheinbar niemand.
Vor 15-20 Jahren (vielleicht auch weniger) waren Quecksilberverbindungen als Desinfektionsmittel im Einsatz und niemand hat sich darüber wirklich aufgeregt, sondern jeder hat Merfen Orange oder ähnliche Mittel auf seine Wunden geträufelt - und damit vielleicht schlimmeres verhindert. Ich kann jetzt nicht über Ökotest reden, aber wenn man alles, was solchen Verbrauchermagazinen verdächtig erscheint, verbieten würde, hätten wir ein Problem…