vermooster Rasen, was tun

Von: , Frage gestellt am Di, 16. Jan 2001

Hallo Gartenfreunde,

ich bin soeben Hauseigentümer geworden und kann leider Erdbeeren nicht von Efeu unterscheiden. Trotzdem ist mir aufgefallen, daß der gesamte Rasen um das Haus herum mit einer dicken Mooschicht übersäht ist, die auch schon im Sommer die Grashalme überwiegte. Ich meine, je schattiger es (durch einen Baum) wurde, desto weniger Gras war zu sehen. Frage: Was muß ich tun, damit ich das Moos loswerde und einen Rasen bekomme? Wann muß ich es tun? Welche Werkzeuge muß ich mir anschaffen? Herzlichen Dank für meine erste Botanik-Nachhilfe, Norbert

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Re: vermooster Rasen, was tun

    Hallo Norbert,

    das "Moos im Rasen-Thema" ist hier ein Dauerbrenner. Klick mal links auf "Suche und Archiv" und gib Moos ein - dann kommen ca. 20 brauchbare Artikel.

    Um es kurz zusammenzufassen:
    Die einfachste Methode ist, sogenannten Moosvernichter im Gartencenter zu kaufen und ihn mittels Wasser/Gießkanne auf den Rasen zu bringen. Das Moos wird schnell braun und geht ein, während das Gras die Oberhand gewinnt.

    Nährstoffmangel begünstigt Moosbildung. Man kann im Frühjahr Rasendünger (evt. kombiniert mit Moosvernichter) ausbringen.

    Vertikutieren:
    per Handgerät - ersetzt jeden Hometrainer oder Rudertrainer :-). Beim großen Rasen braucht man eine wahnsinnige Kondition, und das Moos wird trotzdem stärker sein... tut dem Rasen dennoch gut, weil zu starke Verdichtungen gelockert werden. Bei zu starkem Moosbefall kommt man trotzdem nicht am Moosvernichter vorbei.

    Elektro-Vertikutierer im Gartencenter ausleihen ist sehr effektiv. War der Rasen sehr stark vermoost, wirkt er anschließend zwar wie umgegraben und braucht Wochen um zu regenerieren. Mit dieser Methode müssen leider auch einige Grasbüschel und Gänseblümchen dran glauben.

    Aber auch dann ist der Effekt nicht von Dauer, wenn der Rasen von hohen Hecken und Bäumen umgeben ist, die viel Schatten und auch Windschatten bringen. Der Rasen braucht LUFT von allen Seiten, um gesund zu bleiben.

    Gruß, Renate [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
      Re^2: vermooster Rasen, was tun

      Hallo Norbert, Hallo Renate,
      kleine Anmerkung: Der Rasen braucht nicht nur Luft, sondern auch Licht. Wenn auf den rasen partout kein Licht fällt, weil zuviele Bäume herumstehen, dann wird unter den Bäumen kaum Rasen wachsen. Bäume (radikal) schneiden oder teilweise ganz entfernen (wenn erlaubt, da Bäume ab einem bestimmten Stammumfang in bestimmten Gemeinden nicht umgesägt werden dürfen, aus ökologischen Gründen..

      Handelt es sich um eine Rasenfläche, die genau im Schatten eines Hauses liegt (genau N-S-Ausrichtung des Hauses, etwa zwei Stockwerke hoch und etwa 100m2 Grundfläche), dann hast Du - wie bei uns :-((((( - zumindest im Winter einen Bereich, der immer vermoost, wo auch Schattenrasen (den gibt es auch) irgendwie nicht in die Gänge kommt bzw. Unkraut die Oberhand gewinnt. Im Sommer nimmt die immer-im-Schatten-liegende Rasenfläche ab, da die Sonne übers Haus steigt.

      Jetzt im Winter kann ma, glaube ich, wnig machen, warte bis zum Frühjahr.

      Man kann statt Moosvernichter auch Kalk streuen, der den pH-Wert so verändert, dass es dem Moos zu alkalisch wird und es deswegen eingeht. Lass Dich beraten.

      Alles Gute, viel Spass mit Haus und Garten,
      Deborah

  2. Antwort von nach 9 Stunden 4 hilfreich
    Re: vermooster Rasen, was tun

    Hallo Norbert!

    Ich habe bisher auch alle möglichen Pülverchen empfohlen.
    Dann haben wir uns überlegt, daß die Moosplage eigentlich eine Sache der "Neuzeit" ist und der wenigen Pflege.
    Mit Chemikalien geht Moos kurzzeitig weg, ist auch schnell wieder da.

    Und jetzt unsere Überlegung : Rasen wurde früher gemäht und dann mit einem Rechen das Gras zusammengeharkt. Wer macht das heut noch??? Niemand, höchstens der 80jährige Opa aus der Nachbarschaft. Der, mit dem wunderbaren Rasen ohne Moos!
    Also, die Ursache ist wahrscheinlich der Fangkorb am Rasenmäher. Das Gras fliegt da rein und wird weggebracht. Der Rasen sieht nach dem Mähen sehr gut aus und man klopft sich auf die Schulter.
    Daß auf dem Rasen noch karrenweise abgemähtes Gras herumliegt sieht man nicht. Und dieses Gras erstickt langsam den Rasen.
    Die beste Methode, den Rasen moosfrei zu halten: Nach dem Mähen mit Fangkorb noch einmal komplett mit dem Rechen abharken, damit befreit man den Rasen von Restgras und außerdem von wachsendem Moos.
    Wir machen das jetzt seit dem letzten Frühjahr und unser Moosrasen verändert sich langsam zum Grasrasen.
    Gruß Werner

  3. Antwort von nach 4 Tagen 5 hilfreich
    Re: vermooster Rasen

    ich bin soeben Hauseigentümer geworden und kann leider
    Erdbeeren nicht von Efeu unterscheiden. Trotzdem ist mir
    aufgefallen, daß der gesamte Rasen um das Haus herum mit einer
    dicken Mooschicht übersäht ist, die auch schon im Sommer die
    Grashalme überwiegte. Ich meine, je schattiger es (durch
    einen Baum) wurde, desto weniger Gras war zu sehen. Frage: Was
    muß ich tun, damit ich das Moos loswerde und einen Rasen
    bekomme?
    Du kannst Dich über das Moos ärgern, Geld ausgeben, die chemische Keule (Moosvernichter) einsetzen, Schatten beseitigen, also Bäume fällen, wieder Geld ausgeben, Grassaat kaufen, Dünger kaufen und dann ärgerst Du Dich nach viel Arbeit über den feinen, aber verbrannten Rasen im nächsten Sommer. Sodann könntest Du in das Klagen über belastetes Grundwasser und die Verarmung der heimischen Vogelwelt einstimmen.
    Gemeinsam mit anderen Leuten stellst Du die Gartenabfälle im grünen, gelben, jedenfalls ordentlich im Plastiksack verpackt an die Straße zur Kompostierung durch die Gemeinde. Gartenabfälle sind genau das, was von alleine wächst (volkstümlich "Unkraut").
    Weil Du ohnehin schon guter Kunde im Gartenmarkt bist, besorgst Du Dir jetzt Sichtschutzwände (die Sträucher und Bäume, die das vorher besorgten, hattest Du ja entsorgt). Weil Du so zum guten deutschen Kleingärtner mutiert bist, hast Du auch Ruhe verdient. Du kannst Dich jetzt auf Deinen mühsam gepflegten Rasen legen, kein Wurm wird Dich stören, keine Wespe, keine Biene und wie sonst dieses unnütze Insektenzeug heißen mag, wird Dich je belästigen. Wenn Du Natur erleben willst, buchst Du Abenteuerurlaub.

    Das war die erste Möglichkeit. Weil es die Mehrheit so macht, wird es schon richtig sein (daß die Mehrheit auch Karies hat, hat nichts mit dem Garten zu tun).

    Jetzt kommt der falsche Weg: Du übst Dich im Vergessen. Du vergißt nämlich das Bild des langweiligen Rasens auf der 4farbig bedruckten Verpackung der Rasensaat und beschließt, Moos schön und hübsch zu finden. Du freust Dich daran, was darin alles blüht und krabbelt, läßt die Schatten spendenden Bäume stehen und den Chemiefabrikanten darben. Natürlich siehst Du nach, ob irgendwo die Regenrinne undicht oder verstopft ist. Kreisrund um das defekte Fallrohr wachsendes Moos ist Dein Indikator.
    Auch der Gartenmarkt will leben. Du kaufst aber keine feinste Rasensaat, sondern eine Saatmischung bunter Wildkräuter und Gräser. Und zuerst legst Du einen Komposthaufen an und ignorierst standhaft die angebotene öffentliche Entsorgung von "Gartenabfällen". Und nun wartest Du. Es kann etwas dauern, aber dann hast Du so widerwärtige Gesellen wie Hirschkäfer in Deinem Garten, im Winter akzeptierst Du einen Igel als Untermieter in aufgeschichteten Ästen direkt am Komposthaufen und im Sommer erträgst Du den lästigen Lärm aller möglichen Vögel auf Deinem Grundstück.

    Ich weiß, das ist in mancher Siedlung (wo nur ordentliche Leute leben) die pure Anarchie.

    Gruß
    Wolfgang

    • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
      Re^2: vermooster Rasen

      Lieber Wolfgang,
      leider kann ich nicht mehr als einen Stern für dieses grandiose Plädoyer vergeben, aber sei versichert, es ist ein ganz besonders dicker.
      Leider wird immer wieder vergessen, dass ein Garten Natur ist. Und in der Natur hat eben alles das, was wir so gemeinhin als "Unkraut" und "Ungeziefer" abtun seinen Platz.
      Das heißt nicht, dass man nicht ordnend in seinem Garten tätig sein soll, aber alles eben mit ein wenig mehr Augenmaß.
      Gruß
      Eckard

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