Kräutererden selbstgemischt

Hallo,
Die Metasuchmaschine meiner Wahl war leider wenig erfolgreich. Vielleicht weiß ja hier jemand einen hilfreichen Link oder die Lösung: Ich möchte auf meinem Balkon in verschiedenen Kästen Kräuter mit unterschiedlichen Ansprüchen an die Bodenzusammensetzung glücklich machen, leider finde ich keine Rezepte. Als Zutaten stehen zur Verfügung: Kokossubstrat, Kompost, Sand, Bentonit, Kalk, Blähton.

Wie sähen die Anteile einer „Grundmischung“ aus und wieviel muß man zugeben/weglassen um besonders nährstoffreiche/-arme, kalkhaltige, sandige/ lehmige Böden zu mischen?

Liebe Grüße
®aina

Hallo rai-na,

Die Metasuchmaschine meiner Wahl war leider wenig erfolgreich.
Vielleicht weiß ja hier jemand einen hilfreichen Link oder die
Lösung: Ich möchte auf meinem Balkon in verschiedenen Kästen
Kräuter mit unterschiedlichen Ansprüchen an die
Bodenzusammensetzung glücklich machen, leider finde ich keine
Rezepte.

… weil das im Zweifelsfall pro Kraut anders aussieht
Merke: wer verschiedene Kräuter in einen Kasten setzt, muss zwangsläufig Kompromisse eingehen

btw sind Kräuter aus dem Handel derart mit Dünger und unter Umständen Wachstums- und Blühhormonen gedopt, dass Du keine Sorgen zu haben brachst, dass sie etwa einen Balkonsommer nicht überstehen.

Als Zutaten stehen zur Verfügung: Kokossubstrat,
Kompost, Sand, Bentonit, Kalk, Blähton.

streng genommen müsstest Du pro Kastenbesatzung ermitteln, was die Kräuter denn nun an pH-Bodenwert mögen. Kokosfasern werden in der Regel zur Lockerung empfohlen. Ich war aber in meinem Versuchen (allerdings für Kübelpflanzen) nicht sehr glücklich damit.

Wie sähen die Anteile einer „Grundmischung“ aus

Blähton unten in den Balkonkasten als Dränschicht
besser nicht in die Erdmischung
Kompost und Sand zuerst 1:1 mischen, dann 1 Handvoll Bentonit zu dem Ganzen und vom Volumen her ungefähr 1/3 Kokossubstrat der Menge Kompost/Sand.
Kalk?
Es heißt immer, dass viele Kräuter auf kalkhaltigen Böden wachsen. Mag aber sein, dass bereits das Trinkwasser aus Deiner Leitung genügend Kalk enthält.

und wieviel
muß man zugeben/weglassen um besonders nährstoffreiche/-arme,
kalkhaltige, sandige/ lehmige Böden zu mischen?

in einem Balkonkasten haben 2 oder 3 Kräutersetzlinge zusammen Ende des Sommers alle verfügbare Erde „aufgegessen“. Das Substrat wird von sich aus nährstoffarm. Wenn Du fleißig Kräuter erntest, die Pflanzen also Blätter nachbilden müssen, hast Du nie die Gefahr, dass sie an zuviel Nährstoffen eingehen.

Du kannst natürlich die Grundmischung verwenden und für Spezialfälle noch einmal jeweils 1/4 Sand, bzw. 1/5 Bentonit zugeben. Nur bedenke, dass stark lehmhaltige Erde im Kasten gerne verschlämmt. Einmal in einem heißen Sommer durchgetrocknet und Du hast eine Art Beton im Kasten.
Den wieder wässern, damit die Kräuter nicht verdursten, oder im Gegenteil absaufen, das wird schwierig.

viel Sapß
Geli

Hi,
einige Anmerkungen…

… weil das im Zweifelsfall pro Kraut anders aussieht
Merke: wer verschiedene Kräuter in einen Kasten setzt, muss
zwangsläufig Kompromisse eingehen

Ich wollte schon jeweils Pflanzen mit gleichen Ansprüchen in einen Kasten zusammentun.

btw sind Kräuter aus dem Handel derart mit Dünger und unter
Umständen Wachstums- und Blühhormonen gedopt, dass Du keine
Sorgen zu haben brachst, dass sie etwa einen Balkonsommer
nicht überstehen.

Einen Großteil wollte ich aussäen.

streng genommen müsstest Du pro Kastenbesatzung ermitteln, was
die Kräuter denn nun an pH-Bodenwert mögen.

Oft werden keine Werte sondern nur Umschreibungen angeboten. Z.B.:
http://www.pfaf.org/database/plants.php?Lavandula+an… :
„Prefers a sunny position in a neutral to alkaline soil“ … „the fragrance being especially pronounced in a chalky soil“
Laut Wikipedia hat ein kalkhaltiger Boden bis zu 40% Kalkanteil, heißt das jetzt also 1%, 4% oder 40% Kalk, um einen kalkhaltigen Boden zu mixen?

Kokosfasern werden
in der Regel zur Lockerung empfohlen. Ich war aber in meinem
Versuchen (allerdings für Kübelpflanzen) nicht sehr glücklich
damit.

Sind Kokosfasern nicht eher Torfersatz?

Wie sähen die Anteile einer „Grundmischung“ aus

Blähton unten in den Balkonkasten als Dränschicht
besser nicht in die Erdmischung

Ich hab Balkonkästen mit Wasserspeicher. Damit erübrigt sich eine Drainage. Ich las nur von besserer Durchlüftung der Erde.

Kompost und Sand zuerst 1:1 mischen, dann 1 Handvoll Bentonit
zu dem Ganzen

1 Handvoll pro Liter oder pro 100 Liter?

und vom Volumen her ungefähr 1/3 Kokossubstrat
der Menge Kompost/Sand.
Kalk?
Es heißt immer, dass viele Kräuter auf kalkhaltigen Böden
wachsen. Mag aber sein, dass bereits das Trinkwasser aus
Deiner Leitung genügend Kalk enthält.

Ja, Berliner Wasser hat Härte3, muß ich also meinen Waldsauerklee (kalkempindlich) mit Aqua dest. gießen?

in einem Balkonkasten haben 2 oder 3 Kräutersetzlinge zusammen
Ende des Sommers alle verfügbare Erde „aufgegessen“. Das
Substrat wird von sich aus nährstoffarm.

Wenn man mit Kompost arbeitet, verrottet dieser sukzessive und gibt neue Nährstoffe frei.

Wenn Du fleißig
Kräuter erntest, die Pflanzen also Blätter nachbilden müssen,
hast Du nie die Gefahr, dass sie an zuviel Nährstoffen
eingehen.

Bei einem Überangebot an Nährstoffen entwickeln sie sich gar nicht bis zum erntbaren Zustand.

viel Sapß
Geli

Danke
®aina

Hi,
einige Anmerkungen…

… weil das im Zweifelsfall pro Kraut anders aussieht
Merke: wer verschiedene Kräuter in einen Kasten setzt, muss
zwangsläufig Kompromisse eingehen

Ich wollte schon jeweils Pflanzen mit gleichen Ansprüchen in
einen Kasten zusammentun.

„gleiche“ Ansprüche sind niemals „identische“ Ansprüche

btw sind Kräuter aus dem Handel derart mit Dünger und unter
Umständen Wachstums- und Blühhormonen gedopt, dass Du keine
Sorgen zu haben brachst, dass sie etwa einen Balkonsommer
nicht überstehen.

Einen Großteil wollte ich aussäen.

damit wird es schwieriger
Saat sollte niemals in die „End-erdmischung“ gesetzt werden. Nimm dafür fertig zu kaufende Aussaat- bzw. Kräutererde.
Der Grund: diese Ware ist sterilisiert und auf die richtige Weise nährstoffarm. Was aus einem Samenkorn die erste Wurzel streckt, kann an Inhaltsstoffen von Erde verbrennen und sterben, wenn Du nicht die richtige Mischung triffst.

streng genommen müsstest Du pro Kastenbesatzung ermitteln, was
die Kräuter denn nun an pH-Bodenwert mögen.

Oft werden keine Werte sondern nur Umschreibungen angeboten.
Z.B.:
http://www.pfaf.org/database/plants.php?Lavandula+an…

„Prefers a sunny position in a neutral to alkaline soil“ …
„the fragrance being especially pronounced in a chalky soil“
Laut Wikipedia hat ein kalkhaltiger Boden bis zu 40%
Kalkanteil, heißt das jetzt also 1%, 4% oder 40% Kalk, um
einen kalkhaltigen Boden zu mixen?

nein. Das heißt: Lavendel wächst von Natur aus zum Beispiel in den französischen See(=Kalk)Alpen. Der individuelle Standort „kann“ zwischen Kalkschutt sein. Zwei Meter weiter hat aber der nächste Lavendelbusch vielleicht ein Fleckchen angeschwemmten Humus erwischt.

… und das mit dem „besonderes gut entwickelten“ Duft funktioniert im Balkonkasten in Berlin am besten bei Vollsonne. Du kannst Lavendel, wenn Du meinst, auf die Erdoberfläche eine Lage feinen Kalksplitt legen. Das wären dann aber „Steinchen“ und eben nicht das Pulver, das Du als Kalk im Gartencenter für Pflanzen kaufst.

Kokosfasern werden
in der Regel zur Lockerung empfohlen. Ich war aber in meinem
Versuchen (allerdings für Kübelpflanzen) nicht sehr glücklich
damit.

Sind Kokosfasern nicht eher Torfersatz?

jein. Angeblich sind sie im Gegensatz zu Torf pH-neutral.
Aber ich empfehle sie ausdrücklich nicht!

Wie sähen die Anteile einer „Grundmischung“ aus

Blähton unten in den Balkonkasten als Dränschicht
besser nicht in die Erdmischung

Ich hab Balkonkästen mit Wasserspeicher. Damit erübrigt sich
eine Drainage. Ich las nur von besserer Durchlüftung der Erde.

dann aber kein Blähton, sondern Seramis. Da ist die Körnung zum Untermischen geeigneter.

Kompost und Sand zuerst 1:1 mischen, dann 1 Handvoll Bentonit
zu dem Ganzen

1 Handvoll pro Liter oder pro 100 Liter?

eher eine Hand voll pro 5-10 liter
„lehmige“ Erde ist in der Mischung dann richtig, wenn Du zuerst etwas davon vollständig durchweichst. Wenn es sich vollgesogen hat, nimmst Du eine Hand voll und presst das Wasser heraus. Hast Du nach dem Auspressen eine Wurst in der Hand, ist genug Bentonit drin (für einen Balkonkasten eher zu viel).

und vom Volumen her ungefähr 1/3 Kokossubstrat
der Menge Kompost/Sand.
Kalk?
Es heißt immer, dass viele Kräuter auf kalkhaltigen Böden
wachsen. Mag aber sein, dass bereits das Trinkwasser aus
Deiner Leitung genügend Kalk enthält.

Ja, Berliner Wasser hat Härte3, muß ich also meinen
Waldsauerklee (kalkempindlich) mit Aqua dest. gießen?

wenn Du ihn umbringen willst?
destilliertes Wasser enthält nichts außer Wasser - im Gegensatz zu Leitungswasser, in dem immer irgendwelche Mineralien „mitschwimmen“. Hat das Wasser nichts, zieht es die Mineralien in der Erde und den Pflanzen an sich und leert sie quasi aus. Im Extremfall stirbt die Pflanze daran.

Wenn es denn Waldsauerklee sein soll, mixe ihm Walderde.
Statt Kalk eben eine Portion sehr feinen Rindenmulch. Auch nicht 100% ideal, aber einigermaßen in die richtige pH-Richtung.

in einem Balkonkasten haben 2 oder 3 Kräutersetzlinge zusammen
Ende des Sommers alle verfügbare Erde „aufgegessen“. Das
Substrat wird von sich aus nährstoffarm.

Wenn man mit Kompost arbeitet, verrottet dieser sukzessive und
gibt neue Nährstoffe frei.

aha - und was meinst Du, bedeutet mein Satz oben?
Irgendwann ist mit dem „Sukzessive“ Zapfenstreich.

viele grüße
Geli

Moin,

„gleiche“ Ansprüche sind niemals „identische“ Ansprüche

ich denke es gibt gewisse Toleranzbereiche, schließlich wachsen im selben Wald unterschiedliche Pflanzen

btw sind Kräuter aus dem Handel derart mit Dünger und unter
Umständen Wachstums- und Blühhormonen gedopt, dass Du keine
Sorgen zu haben brachst, dass sie etwa einen Balkonsommer
nicht überstehen.

Einen Großteil wollte ich aussäen.

damit wird es schwieriger
Saat sollte niemals in die „End-erdmischung“ gesetzt werden.
Nimm dafür fertig zu kaufende Aussaat- bzw. Kräutererde.
Der Grund: diese Ware ist sterilisiert und auf die richtige
Weise nährstoffarm. Was aus einem Samenkorn die erste Wurzel
streckt, kann an Inhaltsstoffen von Erde verbrennen und
sterben, wenn Du nicht die richtige Mischung triffst.

schon richtig, ich wollte nur klarstellen, daß nicht mit Dopingzuschlägen zu rechnen ist :wink:

nein. Das heißt: Lavendel wächst von Natur aus zum Beispiel in
den französischen See(=Kalk)Alpen. Der individuelle Standort
„kann“ zwischen Kalkschutt sein. Zwei Meter weiter hat aber
der nächste Lavendelbusch vielleicht ein Fleckchen
angeschwemmten Humus erwischt.

… und das mit dem „besonderes gut entwickelten“ Duft
funktioniert im Balkonkasten in Berlin am besten bei
Vollsonne. Du kannst Lavendel, wenn Du meinst, auf die
Erdoberfläche eine Lage feinen Kalksplitt legen. Das wären
dann aber „Steinchen“ und eben nicht das Pulver, das Du als
Kalk im Gartencenter für Pflanzen kaufst.

Ich hab noch einen Eimer Marmorkies, ø~10-20mm ich werd’ mal 20% untermischen, ist der halbe Maximalwert aus dem Wikipediaartikel für kalkhatige Böden + 5% Kalkpulver „zum baldigen Verbrauch“. vielleicht entspricht das dem Boden in der Provence

Sind Kokosfasern nicht eher Torfersatz?

jein. Angeblich sind sie im Gegensatz zu Torf pH-neutral.
Aber ich empfehle sie ausdrücklich nicht!

pH 5,0-6,0 für Kokosfasern (Packungsangabe) also leicht sauer, Torf etwa pH 3

Ich hab Balkonkästen mit Wasserspeicher. Damit erübrigt sich
eine Drainage. Ich las nur von besserer Durchlüftung der Erde.

dann aber kein Blähton, sondern Seramis. Da ist die Körnung
zum Untermischen geeigneter.

Seramis _ist_ doch Blähton, nur unter dem Markennamen der Mars inc. zu deutlich höheren Preisen gehandelt?

Hast Du nach dem Auspressen eine Wurst in der
Hand, ist genug Bentonit drin (für einen Balkonkasten eher zu
viel).

Zu viel wegen Pflanzenbedürfnissen oder aus wassertechnischer Sicht? Stichwort: „Beton“

Es heißt immer, dass viele Kräuter auf kalkhaltigen Böden
wachsen. Mag aber sein, dass bereits das Trinkwasser aus
Deiner Leitung genügend Kalk enthält.

Ja, Berliner Wasser hat Härte3, muß ich also meinen
Waldsauerklee (kalkempindlich) mit Aqua dest. gießen?

wenn Du ihn umbringen willst?
destilliertes Wasser enthält nichts außer Wasser - im
Gegensatz zu Leitungswasser, in dem immer irgendwelche
Mineralien „mitschwimmen“. Hat das Wasser nichts, zieht es
die Mineralien in der Erde und den Pflanzen an sich und leert
sie quasi aus. Im Extremfall stirbt die Pflanze daran.

Regenwasser ist ja auch destilliert, dafür gibt’s ja den Humus. Ich hatte nur gefolgert, daß, wenn mein Leitungswasser für kalkliebende Pflanzen hinreichend viel Kalk mitbringt, es dann für kalkempfindliche ungesund sein müßte.

Wenn es denn Waldsauerklee sein soll, mixe ihm Walderde.

Waldsauerklee kommt auf’s Nord-Nordost-Küchenfenster mit einer alten Eiche davor. Zusammen mit Waldmeister und Bärlauch. Vielmehr kulinarisches dürfte da ohne künstliche Beleuchtung nicht gedeihen.

in einem Balkonkasten haben 2 oder 3 Kräutersetzlinge zusammen
Ende des Sommers alle verfügbare Erde „aufgegessen“. Das
Substrat wird von sich aus nährstoffarm.

Wenn man mit Kompost arbeitet, verrottet dieser sukzessive und
gibt neue Nährstoffe frei.

aha - und was meinst Du, bedeutet mein Satz oben?
Irgendwann ist mit dem „Sukzessive“ Zapfenstreich.

Ich bilde mir ein, gelesen zu haben, daß Kompost erst in 3-5Jahren vollständig verrottet ist und solange Nährstoffe freigesetzt werden. Hab’ jetzt aber keine Quelle mehr im Kopf.

Besten Dank Für Deine Mühe

®aina